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Die Auswirkung einer frühzeitigen suffizienten enteralen und parenteralen Ernährung auf den klinischen Verlauf neurochirurgischen Intensivpatienten

Parenteral and enteral nutrition in the management of neurosurgical patients in the intensive care unit

Müller, Björn Henning


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Freie Schlagwörter (Deutsch): parenteral und enterale Ernährung , neurochirurgische Intensivpatienten , Albumin
Freie Schlagwörter (Englisch): parenteral and enteral nutrition , neurosurgical patients , ICU , albumin
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Klinik für Neurochirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.04.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 29.04.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die retrospektive Studie basierte auf der Beobachtung von 202 Patienten zweier
verschiedener Kollektive die sich in unterschiedlichen Zeiträumen auf der
neurochirurgischen Intensivstation befanden. Im Mittelpunkt des Interesses stand die
Auswirkung der jeweils unterschiedlichen Ernährungsart auf die weitere notwendige
Therapie und schlussendlich auf das Outcome der Patienten.
Infolge des neu eingeführten Ernährungskonzepts konnten positive Effekte der
Ernährung auf den Krankheitsverlauf neurochirurgischer Intensivpatienten erzielt
werden.
In Zeitraum 2 ließen sich signifikant geringere substituierte Mengen der
Katecholamine Arterenol und Dopamin verzeichnen. Der Verbrauch von
Humanalbumin, HAES und Frischplasmen (FFP) ließ sich ebenfalls drastisch
senken. Der ICP, wenn auch nicht signifikant, schien sich in diesem Zeitraum
konstanter zu verhalten. Die Patienten in Zeitraum 2 waren durch das standardisierte
Ernährungstherapiekonzept hämodynamisch stabiler und nicht auf einen vermehrten
Plasmaersatz angewiesen. Der geringere Präparateinsatz in Zeitraum 2 ist durch
eine stabilere Syntheseleistung der Leber bedingt. Im zweiten Zeitraum zeigte die
Cholinesterase einen geringeren Abfall und eine Stabilisierung auf höherem Niveau.
Die Leberwerte waren in Zeitraum 2 häufiger innerhalb der Referenzbereiche und
ebenfalls verhielten sich die Leukozyten und das Laktat unter der Ernährung im
zweiten Zeitraum signifikant normwertiger. Ein signifikanter Anstieg der
Harnstoffwerte ergab sich im zweiten Zeitraum vermutlich aus den vergleichsweise
vermehrt zugeführten Aminosäuren, nach deren Verwertung am Ende des
Stoffwechselprozesses Harnstoff gebildet wird.
Kurzfassung auf Englisch: The iatrogenic malnutrition of neurosurgical patients in intensive care units (ICU) is
an underestimated problem. It may cause a decrease in plasma albumin and oncotic
pressure, leading to an increase in the amount of water entering the brain and
increased intracranial pressure (ICP). This study was conducted to test the
hypothesis that combined high-protein parenteral and enteral nutrition is beneficial for
neurosurgical patients in ICU. A total of 202 neurosurgical patients in ICU (mean age
+/- standard deviation, 56years +/- 16years; male : female = 1.2:1) were studied. Two
consecutive 1-year time periods were compared, during which two different
nutritional regimens were followed. In the first time period (Y1) patients were given a
low-protein/high-fat formulation parenterally, followed by a standard enteral regimen.
In the second time period (Y2) a protein-rich, combined parenteral and enteral diet
was prospectively administered. The Glasgow Outcome Score was measured at 3-6
months after discharge. The following clinical parameters were recorded during the
first 2 weeks after admission: ICP; albumin; cholinesterase (CHE); daily hours of
ICP > 20 mmHg and cerebral perfusion pressure < 70 mmHg; and Acute Physiology
and Chronic Health Evaluation II (APACHE II) score. It was found that overall
albumin (32.4 g/L +/- 4.1 g/L vs. 27.5 g/L +/- 3.6 g/L) and CHE was higher during Y2,
although the total energy supply, glucose and fat intake was lower. Higher GOS
scores were seen when patients had lower APACHE II scores and received the Y2
nutritional regimen. During Y2, the total hours of ICP > 20 mmHg were fewer. With
the Y2 nutrition, maintenance of adequate cerebral perfusion required less
catecholamine medication and colloidal fluid replacement. Therefore, adequate
nutrition is an important parameter in the management of neurosurgical patients in
ICU.