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Einfluss des Body-Mass-Indexes auf Tumorbiologie und Prognose des Endometrium-, des Zervix- und des Ovarialkarzinoms

Influence of body mass index on Tumor biology and prognosis of endometrial, cervical and ovarian cancer

Wagner, Mathias


Originalveröffentlichung: (2009) Cancer Causes Control 2008; 19:909-916
pdf-Format: Dokument 1.pdf (858 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): BMI , Endometriumkarzinom , Zervixkarzinom , Ovarialkarzinom , Prognose
Freie Schlagwörter (Englisch): BMI , Endometrial-cancer , Cervical-cancer , Ovarian-cancer , Prognosis
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.02.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 15.04.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Aufgabenstellung: Die vorliegende Arbeit wurde erstellt, um den Effekt von
Fettleibigkeit auf den Krankheitsverlauf und die Tumorbeschaffenheit bei Patienten
mit gynäkologischen Tumoren zu evaluieren.
Studiendesign: Es wurden die Krankenakten von Patienten, die im Zeitraum
zwischen 1986 und 2005 mit Endometrium- (n = 1180), Zervix- (n = 738) und
Ovarialkarzinom (n = 824) behandelt wurden, aufgearbeitet.
Der Body - Mass - Index (BMI) wurde dabei analysiert und in Relation mit dem
Tumorstadium, dem Tumorgrading und der Prognose der Patienten gesetzt.
Steroidhormonrezeptorstatus und Tumorwachstumsfaktoren (MIB1; Ki-67 - Antigen)
von Tumoren wurden im Verhältnis zum BMI in Untergruppen von
Endometriumkarzinom und fortgeschrittenem Ovarialkarzinom analysiert.
In der Untergruppe des Ovarialkarzinoms wurden zusätzlich die
Tumorvaskularisation (CD31) und die Expression von bcl-2, c-erb-B2, Fibronektin
und Tumormarkern (CA-125, CA15-3, CEA) untersucht.
Die statistischen Verfahren beinhalteten bivariate Korrelationen, Kreuztabellen,
Kaplan - Meier - Überlebensanalysen, multifaktorielle Überlebensanalyse und Cox -
Regressionsanalysen.
Ergebnisse: Es zeigte sich, dass fettleibige Patienten mit Endometriumkarzinom
signifikant jünger (p < 0,001) waren. Zum Zeitpunkt der Diagnose stellten sich die
Tumore weniger weit fortgeschritten (p = 0,001) und besser differenziert (p = 0,010)
dar.
In den Untergruppen konnte kein Zusammenhang weder zwischen dem
Steroidhormonrezeptorstatus noch mit dem MIB1 Wachstumsfaktor und dem BMI
gefunden werden.
Für das Endometriumkarzinom und das Zervixkarzinom zeigte sich, dass ein hoher
BMI das Gesamtüberleben günstig beeinflusst (p endometrium = 0,004 und p zervix =
0,026).
Für das Ovarialkarzinom wurde ein Trend zu günstigerem Überleben bei stark
übergewichtigen Patienten festgestellt (p ovarial = 0,053).
Immunhistochemische Ergebnisse erbrachten dabei, dass die Expression von c-erb-
B2 leicht geringer bei Tumoren von fettleibigen Patienten ist (r =-0,142, p = 0,039).
Der BMI beeinflusste jedoch keinen anderen Faktor.
Schlussfolgerungen: Obwohl Fettleibigkeit das Auftreten von Krebs ansteigen lässt,
zeigte es sich nicht, dass ein hoher BMI einen nachteiligen Effekt auf die Prognose
von Patienten bei den beschriebenen gynäkologischen Tumoren hat.