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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7448/


Untersuchungen zu den soziometrischen Kenngrößen in Milchkuh-Herden

Kucevic, Denis


pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.284 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Tierzucht und Haustiergenetik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.12.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 09.03.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Es war das Ziel der vorliegenden Arbeit, mit Hilfe soziometrischer Kenngrößen die soziale Hierarchie in homogenen Gruppen von Milchkühen im Laufstall auf unterschiedlichen Ebenen zu analysieren und mögliche Auswirkungen der Rangkategorie auf die Leistungsparameter und die Zellzahl nachzuweisen. Zusätzlich wurde untersucht, ob die Einführung neuer Tiere in die Gruppe oder ihre Rückkehr nach einer bestimmten Abwesenheitsdauer soziale Spannungen auslöst und zu gesteigerter Aggressivität führt. Drei Herden mit 46, 48 oder 73 Milchkühen auf zwei verschiedenen Betrieben wurden visuell direkt beobachtet. Für die Analyse des Einflusses von verschiedenen fixen Effekten auf die ausgewählten Zielgrößen von Leistung und Gesundheit (Milchmenge, Fett-%, Eiweiß-%, und Zellzahl) kam die univariate Varianzanalyse mit der Prozedur GLM – Univariat zur Anwendung. In den eigenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die durchschnittliche Anzahl an AI in den Herden unterschiedlich war und zwischen 0,12 AI/Kuh/Stunde und 0,22 AI/Kuh/Stunde lag (p < 0,01). Der prozentuale Anteil der Tiere mit negativen Rangindexwerten (rangniedere Kühe) bewegte sich in den 3 Herden von 60 % bis 66 %. Die meisten Werte lagen im Bereich von RI = -0,20 bis RI = +0,20. Die berechneten soziometrischen Parameter in Kuhgruppen derartiger Größe wiesen auf die Existenz einer sozialen Struktur hin, in der nur eine geringe Linearität der sozialen Ränge gegeben war. Analysen der dyadischen Beziehungen zeigten, dass viele Tiere nicht miteinander interagieren. Der Prozentsatz an unbekannten Beziehungen lag zwischen 68 % und 85 %. Die Linearitätskoeffizienten waren demzufolge sehr niedrig und nahmen nur Werte zwischen 0,05 und 0,11 an. Die Eingliederung von Kühen wurde in allen beobachteten Gruppen von intensiven Rangkämpfen begleitet. Die Zahl der Kämpfe war besonders in der ersten und zweiten Stunde nach der Eingliederung hoch und schwankte in den Herden bzw. Eingliederungssituationen zwischen 4,9 agonistische Interaktionen pro Kuh und Stunde und 8,0 AI/Kuh/Stunde. Die Anzahl an AI nahm von Stunde zu Stunde allmählich ab. Die reduzierte Aggressivität war insbesondere ab der 6. Stunde nach der Eingliederung wahrnehmbar, als weniger als eine AI/Kuh/Stunde registriert wurde. Die ermittelten Ergebnisse zeigten, dass die Rangkategorie in homogenen Kuhgruppen keinen signifikanten Einfluss auf die Milchmenge, auf den Fett- und Eiweißgehalt sowie die Zellzahl hatte (p > 0,05). Es wurden keine signifikanten Einflüsse auf die Zellzahl nachgewiesen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this investigation was to analyze the social hierarchy in homogeneous groups of cows in a free system of housing, using the socio-metric parameters on the different levels and to prove the possible influence of the rank category on the performance and the number of somatic cells. Additionally, it was investigated whether the integration process of new animals or the return of former dry cows in the group after some time of absence, is causing some social tension or an increased aggressive behavior. The cows in three herds with 46, 48 or 73 cows were visually observed. The socio-metric parameters were calculated using the software program 1.1 (Fa. Noldus). The possible effect of several fixed factors on the productions traits and the number of somatic cells was investigated by using the procedure of GLM univariate analysis. It was shown that the average number of agonistic interactions (AI) was different in the 3 herds and ranged between 0,12 AI/cow/hour and 0,22 AI/cow/hour (p < 0,01). The percentage of cows with negative values of rank index (subdominant cows) ranged between 60 % and 66 %. The most frequent rank index values (RI) were observed in the range from RI = -0,20 till RI = +0,20. The calculated socio-metric parameters in the 3 groups of cows with this number of animals show that there is a social structure in the herds, in which a very low linearity was present. The analysis of the dyadic relationships in the groups indicates that a large number of cows did not interact each other. The percentage of unknown relationships was between 68 % and 85 %. So with, the coefficients of the linearity were very low with values ranging from 0,05 till 0,11. The integration process of the cows was accompanied in all observed cases with intensive fights for rank places. The number of the fights was especially high in the first and second hour after the integration and ranged from 4,9 AI/cow/hour till almost 8 AI/cow/hour in the herds, situations of integration respond. The number of AI was decreased from hour to hour. The reduction of aggression was especially noticed after 5 hours from the beginning of the integration process. Less than one AI/cow/hour was observed in the 6th hour after integration. It was found no impact of the rank category on the milk yield, milk fat and protein content and the number of somatic cells (p > 0,05).