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Vergleichende Darstellung anatomischer Transversalschnitte des Thorax, des Abdomens und des Cavum pelvis mit Beschreibung der computertomographischen Schnittbildanatomie des Hundes

Sonntag, Felix Dominik


Originalveröffentlichung: (2010) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (12.809 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5500-4
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.01.2010
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum: 12.04.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war die vergleichende Darstellung anatomischer Transversalschnitte
des Stammes eines Hundes und transversalradiologischer Schnittbilder eines anderen
Hundes in verschiedenen Fenstern. Zum einen wurden die jeweils korrespondierenden
anatomischen Strukturen benannt zum anderen ihr computertomographisches Aussehen
beschrieben.
Hierfür wurden von zwei männlichen Deutschen Schäferhundmischlingen am Institut für
Anatomie, Histologie und Embryologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität
Zagreb, Kroatien anatomische Transversalschnitte angefertigt. Nach einer kombinierten
Formalin-/Gefrierfixation wurde der Truncus nach Absetzen des Kopfes, des Halses der
Gliedmaßen sowie des Schwanzes unter Verwendung einer elektrischen Bandsäge in
Scheiben mit einer Schnittstärke von 15 – 50 mm zersägt. Von den so erhaltenen
32 Schnittebenen lagen 15 im Bereich des Thorax, 8 im Bereich des Abdomens und 9 im
Bereich des Cavum pelvis. Anschließend wurden die Sägeschnitte gereinigt, digitalisiert und
die relevanten anatomischen Strukturen identifiziert und benannt.
Für die computertomographischen Studien wurden 20 intakte, klinisch unauffällige Rüden
unterschiedlicher Rassen aus dem Patientengut des Klinikums Veterinärmedizin der Justus-
Liebig-Universität Giessen, Klinik für Kleintiere, untersucht. Verwendet wurde ein moderner
16-Zeiler der Firma Philips vom Typ Brilliance TM CT. Nach ausreichender Allgemeinanästhesie
wurden die Hunde entsprechend den fixierten Tierkörpern in Brust-Bauchlage
gelagert und native Spiral-CT Aufnahmen vom gesamten Stamm in einem Weichteilfenster
mit einer Schichtdicke von 3 mm aufgenommen. Nach Bearbeitung der Bilder wurde die
Serie mit der höchsten Korrelation zu den Sägeschnitten ausgewählt und jedem anatomischen
Schnitt das CT Bild mit dem höchsten Grad an Übereinstimmung zugeordnet. Ergänzend
wurden im Falle der Thoraxaufnahmen ein Lungenfenster und im Falle der Abdomen- und
Beckenaufnahmen ein Knochenfenster aus den Rohdaten rekonstruiert. Jedes CT Bild wurde
dem korrespondierenden anatomischen Schnitt gegenüber gestellt und verglichen. Konnten
die in den anatomischen Referenzschnitten benannten Strukturen im CT Bild ebenfalls
identifiziert werden, wurden sie entsprechend bezeichnet. Anschließend wurde die computertomographische
Schnittbildanatomie der einzelnen Ebenen detailliert beschrieben. Aufgrund
der großen Bedeutung topographisch-anatomischer Kenntnisse für Bildgebende Verfahren
wurde neben der rein deskriptiven Beschreibung der einzelnen Strukturen und Organe auf
diesen Aspekt besonderen Wert gelegt.

Die Untersuchungen dieser Studie haben gezeigt, dass die meisten anatomischen Strukturen
bei Verwendung von modernem Equipment auch im Nativscan problemlos identifiziert
werden können. Dennoch war es nicht oder nur eingeschränkt möglich in den CT Aufnahmen
Anteile des peripheren Nervensystems, kleinere vaskuläre Strukturen, Ausführungsgänge von
Drüsen, Details des Herzens, Lymphknoten, Gelenkknorpel, seröse Häute, Sehnen, Bänder
oder Faszien sicher nachzuweisen. Die in der veterinärmedizinischen Literatur für die
einzelnen Gewebe und Organe angegebenen Radiodensitäten konnten weitgehend bestätigt
und darüber hinaus ergänzt werden. Ermittelte Radiodensitäten im Rahmen dieser Studie
betrugen für Muskelgewebe 60 ± 10 HE, für Fettgewebe -72 ± 7 HE, für die Kortikalis
1130 ± 140 HE sowie die Spongiosa 330 ± 25 HE im Bereich der Wirbelkörper, für hyalinen
Knorpel 120 ± 10 HE, für die gesunde Bandscheibe 100 ± 13 HE, für den Thekalsack
42 ± 10 HE, für die Lunge -804 ± 85 HE, für die Leber 67 ± 10 HE, für die Milz 73 ± 8 HE,
für das Pankreas 40 ± 8 HE, für die Nieren 36 ± 10 HE, für die Nebennieren 37 ± 6 HE, für
die Prostata 46 ± 11 HE, für die Magenwand 52 ± 6 HE, für die Darmwand 48 ± 14 HE, für
die Harnblasenwand 35 ± 6 HE sowie für Flüssigkeiten zwischen 6 und 58 HE. Darüber
hinaus konnte gezeigt werden, dass eine gute Übereinstimmung zwischen den anatomischen
und transversalradiologischen Schnitten besteht, obwohl die einzelnen Untersuchungen an
verschiedenen Hunden durchgeführt wurden. Die größten Abweichungen resultieren dabei
aus der Tatsache, dass die anatomischen Studien post mortem, die CT Untersuchungen jedoch
intra vitam durchgeführt wurden. Des Weiteren unterliegen unterschiedliche Individuen der
normalen anatomischen Varianz und sich stetig ändernde physiologische Gegebenheiten sind
untrennbar mit dem Leben verbunden.
Die Beschreibung der normalen speziesspezifischen Daten ist Grundvoraussetzung für jedes
Bildgebende Verfahren um zu einem leistungsfähigen diagnostischen Hilfsmittel zu werden.
Vor diesem Hintergrund eröffnet sich die Möglichkeit, anhand transversalanatomischer
Referenzschnitte und der Beschreibung computertomograpischer Normalbefunde, einer
erleichterten Interpretation von CT-Scans.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to provide a comparative description of anatomical transversal
sections of the trunk of a dog and transversal radiological sections of another dog in various
windows. On the one hand these respectively corresponding anatomical structures have been
denominated and on the other hand their computertomographical appearance has been
described.
For this purpose anatomical transversal sections of two male German Shepherd crossbreed
dogs were prepared at the Department for Anatomy, Histology and
Embryology, Faculty of Veterinary Medicine, University of Zagreb, Croatia. After using a
combined formalin/ freezing fixation and removal of the head, neck and extremities using an
electrical band saw the trunk was divided into slices with a thickness of 15 to 50 mm. 15 of
the 32 obtained sections were in the area of the thorax, 8 in the area of the abdomen and 9 in
the area of the pelvis. Afterwards the cut sections were cleaned, digitalised and relevant
anatomical structures identified and denominated.
For the computertomographical studies 20 intact clinically healthy male dogs of various
breeds stemming from the patient population of the Clinic for Small Animal Veterinary
Medicine at the Clinical Departement of the Justus-Liebig-University Giessen were
examined. A modern 16 slice CT scanner, the Philips Brilliance TM CT, has been used. After
adequate general anaesthesia these dogs were positioned like the fixated bodies in ventral
recumbency and native helical CT scans of the entire trunk using a soft tissue window with a
slice thickness of 3 mm were done. After processing the images the series with the highest
correlation to the cut slices was selected and the CT scan with the highest degree of
correlation was allocated to the corresponding anatomical section. Additional reconstructions
from the raw data were done, that is a lung window for the thorax scan and a bone window for
the abdominal and pelvic scan. Each CT image was allocated to and compared with the
corresponding anatomical section. If it was possible to identify structures in the CT images
that had been denominated in the anatomical reference sections they were designated
likewise. Afterwards the anatomical structures of the individual computertomographical cross
sections was described in detail. Because of the great importance of topographical-anatomical
knowledge of imaging techniques particular emphasis was placed on this aspect apart from
the purely descriptive denomination.
The results of this study have shown that using modern equipment most of the anatomical
structures can be identified without problems in a native scan. Apart from it was not or not

entirely possible to accurately depict parts of the peripheral nervous system, smaller vascular
structures, excretory glandular ducts, cardiac details, lymph nodes, articular cartilage, serous
membranes, sinews, tendons or fascia. It was possible to confirm and add to radio densities of
various tissues and organs found in veterinary literature. The radio densities that could be
determined in the context of this study were for muscular tissue 60 ± 10 HU, for fatty tissue
–72 ±7 HU, for cortical bone 1130 ± 140 HU and for cancellous bone 330 ± 25 HU in the area
of the vertebrae, for hyaline cartilage 120 ± 10 HU, for healthy intervertebral discs
100 ± 13 HU, for the thecal sac 42 ± 10 HU, for the lungs –804 ± 85 HU, for the liver
67 ± 10 HU, for the spleen 73 ± 8 HU, for the pancreas 40 ± 8 HU, for the kidneys
36 ± 10 HU, for the adrenal glands 37 ± 6 HU, for the stomach wall 52 ± 6 HU, for the
intestinal wall 48 ± 14 HE, for the urinary bladder wall 35 ± 6 HU and for fluids between 6
and 58 HU. Furthermore it was possible to show a good correlation between anatomical and
transversal radiological sections although the individual examinations were done in different
dogs. The greatest aberrance resulted from the fact that the anatomical studies were done post
mortem whereas the CT scans were done intra vitam. In addition different individuals will
show a normal anatomical variance and constantly changing physiological conditions are an
inseparable part of life.
The description of normal species specific data is the basic requirement for every imaging
technique to be an efficient diagnostic tool.
This background provides the opportunity of an easier interpretation of CT scans by means of
transversal anatomical reference sections and the description of computertomographical
findings in healthy animals.