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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-74315
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7431/


Kombination von diffraktiver und refraktiver multifokaler Intraokularlinse nach Kataraktoperation zur optimalen Korrektion der Refraktion

The combination of diffractive and refractive multifocal intraocular lenses to provide full visual function after cataract surgery

Bahner, Katarzyna Maria


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.843 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): diffraktiv , Kataraktoperation , Korrektion der Refraktion , multifokale Intraokularlinse , refraktiv
Freie Schlagwörter (Englisch): cataract surgery , diffractive , mix and match , multifocal IOL , refractive
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Bad Hersfeld, Augenklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.01.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 10.02.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Durch die Entwicklung multifokaler Implantate in der Katarakt- und refrativen Chirurgie ist es möglich geworden, eine weitgehende Brillenunabhängigkeit in Ferne und Nähe zu erreichen. Ziel der vorliegenden Studie war es, an einem Kollektiv von 20 Patienten die Kombination von diffraktivem und refraktivem Linsensystem zu validieren. In das ferndominante Auge wurde die refraktive multifokale IOL ReZoom, in das kontralaterale Auge die diffraktive multifokale IOL TecnisZM900 implantiert. Die Hypothese war, dass die Kombination einer multifokalen IOL mit guten Eigenschaften in der Ferne mit einer multifokalen IOL mit guten Eigenschaften in der Nähe, den Patienten unabhängiger von der Brille als die Verwendung ein und desselben multifokalen IOL-Typs in beiden Augen macht.
Alle 20 Patienten schlossen die Studie ab, 15 standen zur Nachbeobachtung nach 52 Wochen zur Verfügung. Beim sphärischen Anteil lagen in der postoperativen Untersuchung nach 3 Monaten 8 Augen (20%) zwischen 0 and –1,0 dpt, 20 Augen (50%) bei 0,0 dpt, 11 Augen (27.5%) zwischen 0 und 1,0 dpt und 1 Auge (2.5%) bei 1,0 dpt. Bei 17 Patienten (85%) lag der unkorrigierte Fernvisus bei 0,8 oder besser, nach der besten Fernkorrektur erreichten alle Patienten einen Fernvisus von mindestens 0,8. Der schlechteste unkorrigierte Fernvisus lag bei 0,63, der beste bei 1,0. Die Lesegeschwindigkeit lag unkorrigiert in allen untersuchten Leseabständen bei allen Patienten im Mittel zwischen 133 und 166 Wörtern/Minute. Alle Patienten, die für die Nachevaluation nach 1 Jahr zur Verfügung standen, gaben an, sich wieder für die Kombination der Linsentypen zu entscheiden. Eine Brillenunabhängigkeit wurde bei 84% der Patienten erreicht. Photische Phänomene in milder Form wurden von 47% der Patienten wahrgenommen. 53% der Patienten hatten keine störenden Lichtringe. Blendphänomene gaben 40% der Patienten in moderater Form an. 60% haben keine Blendung wahrgenommen.
Die Kombination der eingesetzten Linsen ergab eine sehr gute Sehschärfe in der Ferne, wobei die ReZoom-Sehschärfe für den mittleren Bereich wie auch die gute TecnisZM900-Sehschärfe für die Nähe erhalten bleiben. Durch die guten visuellen Ergebnisse wird eine hohe Brillenunabhängigkeit erreicht und damit einhergehend eine hohe Patientenzufriedenheit. Neben der subjektiven Patientenzufriedenheit, die in dieser Studie erfasst wurde, unterstützen die Ergebnisse zur Lesegeschwindigkeit, durch die die Leistungsfähigkeit in Alltagssituationen simuliert wird, diese Annahme. Allerdings eignet sich das Prinzip nicht für jeden Patienten, und eine kritische Patientenauswahl ist erforderlich. Wesentliche okuläre Pathologien sollten ausgeschlossen sein, daneben sollten die Patienten auf eine gewisse Reduktion des Bildkontrasts und photische Phänomene vorbereitet werden.
Kurzfassung auf Englisch: The advent of a new generation of multifocal IOL provides surgeons with a wider range of options for visual correction following either refractive lens exchange or cataract surgery. The aim of this study was to investigate if implantation of a refractive multifocal IOL in one eye and a diffractive multifocal IOL in the fellow eye improves range of vision (near, intermediate and distance) in cataract surgery patients. For this “mix and match”-aproach we used the ReZoom refractive multifocal IOL (AMO, Santa Ana, CA) for the dominant eye and the Tecnis ZM900 diffractive multifocal IOL (AMO) for the non-dominant eye.
20 patients –or 40 eyes- scheduled for cataract surgery were enrolled in the study. Pre and postoperative measurements (after 3 months) included refraction, uncorrected visual acuity (UCVA) and best corrected visual acuity (BCVA), as well as reading acuity. All 20 patients completed the study. Concerning spherical error 8 eyes (20%) were between 0 and –1 D, 20 eyes (50%) were 0 D, 11 eyes (27.5%) were between 0 and < +1 D and 1 eye (2.5%) was +1 D, respectively. Seventeen patients (85%) achieved an UCVA of 0.10 logMAR or better, all patients (100%) achieved a BCVA of 0.10 logMAR or better. Twelve patients (60%) achieved a binocular near acuity of 0.10 logMAR or better. After best far correction all patients (100%) achieved a binocular near visual acuity of 0.10 logMAR or better. Mean binocular reading acuity was between 132 and 166 words/minute at all distances. In terms of spectacle independency 84% of patients were able to live without spectacles.
Both the refractive results and binocular acuities of our study are quite promising. Combining a refractive multifocal IOL (with the better intermediate and distance performance) with a diffractive multifocal IOL (with the near and far vision superiority) proved to be a very suitable technique to comply the visual needs of cataract patients. However, patient selection is a critical step in multifocal IOL surgery. The best candidates are patients who are motivated to be spectacles independent, capable of understanding probable visual disturbances due to halo and glare formation and who do not have significant corneal astigmatism or other ocular pathologies.