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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-74183
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2010/7418/


Vergleich der dualen Röntgenabsorptiometrie (DEXA)mit dem quantitativen Ultraschall (QUS)am Os calcaneus mit spezieller Betrachtung anhand vonMedikamenten, Laborparametern und Frakturen

Comparison of the dual X-ray absorptiometry (DEXA)With the quantitative ultrasound (QUS)At the Os calcaneus with special considerationOf drugs, labatory parameters and fractures

Fago, Dorothea Cornelia


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Freie Schlagwörter (Deutsch): DEXA , QUS , Osteoporose
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik III und Poliklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.01.2010
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 09.02.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die multifaktorielle Erkrankung der Osteoporose zählt heute zu den häufigsten Erkrankungen postmenopausaler Frauen und weist trotz eines erweiterten Spektrums diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten weiterhin eine zunehmende Inzidenz auf.
Die demographische Bevölkerungsentwicklung, der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung sowie der Veränderung der Lebensgewohnheiten werden in den kommenden Jahren zu einer dramatischen Zunahme der Osteoporose führen.
Die Osteodensitometrie ist inzwischen die anerkannte Methode zur Beurteilung des individuellen Frakturrisikos und klinisch unerlässlich im Rahmen einer Osteoporosediagnostik. Das QUS ist bei der Osteoporosediagnostik den radiologischen Verfahren DEXA und QCT in Bezug auf die Frakturprädiktion ebenbürtig (Hans et al. 1996; Schott et al. 1995). Hier ist viel mehr entscheidend, diskrepante bzw. konkordante Werte für den Patienten im Sinne der Fragestellung richtig zu interpretieren. In der vorliegenden Arbeit wurde der Zusammenhang von DEXA und QUS untersucht – qualitativ und quantitativ. Des Weiteren wurde der Zusammenhang von DEXA, QUS und Laborparametern, medikamentöser Therapie und Cortisoneinnahme untersucht. Abschließend wurde die Frakturvorhersage mittels DEXA und QUS überprüft.
Ein Fragebogen sollte des Weiteren einen Überblick über Lebensstil (Bewegung, Ernährung, Alkohol und Rauchen), Körperdaten, Medikamente und genetisches Risiko für Osteoporose ermitteln.
Es ergab sich hier im Vergleich der quantitativen sowie qualitativen Werte kein signifikanter Zusammenhang.
Es zeigten sich Korrelationskoeffizienten von 0,5 bis 0,586 im quantitativen Vergleich sowie ein Gammakoeffizient von 0,550 bis 0,833.
Gleiches fand sich bei der Untersuchung von Laborparameter vs DEXA/QUS; die asymptotische Signifikanz im Chi-Quadrat nach Pearson lag bei 0,312 (DEXA) und 0,429 (QUS) im Vergleich zum Vitamin D3 Spiegel im Blut, bei 0,696 (DEXA) und 0,157 (QUS) im Vergleich zum PTH-Spiegel im Blut sowie 0,779 (DEXA) und 0,039 (QUS) im Vergleich zwischen Osteocalcin und Knochendichte..
Der Vergleich von medikamentöser Therapie vs DEXA/QUS ergab eine asymptotische Signifikanz im Chi-Quadrat nach Pearson von 0,977 (DEXA) und 0,626 (QUS).
Die Überprüfung der T-Scores in DEXA, QUS und QCT wies Korrelationen nach Pearson von 0,231 bis 0,452 auf. Auch diese Korrekationen sind nicht signifikant.
Der Vergleich zur Vorhersage einer Fraktur zeigte deutlich, dass die DEXA- und QUS-Messung gleichwertig sind und signifikant zusammenhängen. Hier fanden sich Signifikanzen von <0,001 (QUS vs. Fraktur sowie Schenkelhals vs. Fraktur) bis 0,063 (QCT vs. Fraktur).
Der QUS sollte weiter ausgebaut werden, da er strahlenfrei, leicht steuerbar und schnell und kostengünstig einsetzbar ist. Der Vergleich der einzelnen Messwerte (qualitativ und quantitativ) untereinander hat gezeigt, dass diese derzeit nicht signifikant zusammenhängend sind. Optimierung könnte in dieser Hinsicht zum Beispiel eine verbesserte Übereinstimmung der T-Scores sein.
Es sollte daher überdacht werden, wofür man die Knochendichte bestimmen möchte.
Braucht man nur eine Vorhersage einer Fraktur, so wäre eine Diagnostik mittels QUS sinnvoll, denn hier werden keine ionisierenden Strahlen eingesetzt, die Untersuchung dauert nur ca. 3-5 Minuten. Des Weiteren wäre es eine optimale Diagnostik für Frauen, die während einer Schwangerschaft eine Osteoporose erleiden, bzw. bei denen eine osteoporotische Fraktur schon aufgetreten ist (Röntgenstrahlen in der Schwangerschaft sind kontraindiziert), für Patienten mit starken degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, mit einer verkalkten Bauchaorta (oder andere degenerative Veränderungen mit vermehrter Kalkeinlagerung, die zu falsch negativen Ergebnissen im Sinne einer Osteoporosediagnostik führen, da falsch hohe Calciumwerte gemessen werden) sowie Patienten mit einer Hüftendoprothese.
Bei diesen Patienten sollte überlegt werden, ob es nicht sinnvoller ist, ein QCT oder eine röntgenstrahlfreie QUS-Messung durchzuführen.
Ebenso könnte das QUS zum Beginn einer antiosteoporotischen Medikation einen wichtigen Beitrag leisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Hinweise darauf gibt, dass die Messung im QUS zur Frakturvorhersage benutzt werden kann und somit auch zur Therapieentscheidung. Es sollte daher angestrebt werden, die QUS als eine weitere Messmethode zur Diagnosestellung und Frakturvorhersage zumindest für klinische Studien zuzulassen, da sie strahlenfrei, gut zu steuern sowie schnell und kostengünstig durchzuführen ist.
Da wie oben beschrieben dies mit dem QUS möglich ist, wäre es sinnvoll, den Ultraschall als Messmethode zur Therapieentscheidung zu integrieren.
Das Ziel einer jeden Therapie oder Diagnostik sollte sein, dem Patienten eine schnelle, genaue Möglichkeit zu bieten, Frakturen zu verhindern und Lebensqualität zu schaffen - und dies ist mit der QUS-Methode gut zu realisieren.