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Vermehrte Freisetzung von freien Sauerstoffradikalen aus neutrophilen Granulozyten bei obstruktiver Schlaf-Apnoe : Einfluss einer CPAP-Therapie

Mahmoudi, Siamak


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik II
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.12.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 29.01.2010
Kurzfassung auf Deutsch: Die obstruktive Schlaf-Apnoe (OSA) ist mit einer erhöhten kardiovaskulären
Morbidität und Mortalität assoziiert. Freie Sauerstoffradikale spielen eine wichtige
Rolle bei der Pathogenese kardiovaskulärer Erkrankungen. Hypothetisch könnte die
mit der OSA verbundene Hypoxie-Reoxygenation über eine Produktion von
Sauerstoffradikalen zu einem erhöhten oxidativen Streß führen.
Bei 18 OSA-Patienten (Alter : 52 +/- 2.8 Jahre, BMI 33.2 +/- 1.9 kg/m², AHI 53 +/-
5.7/h) wurde die Freisetzung von freien Sauerstoffradikalen aus isolierten neutrophilen
Granulozyten nach in vitro-Stimulation mit fMLP und A23 bestimmt. Die
Radikalenproduktion wurde über die durch Superoxid-Dismutase hemmbare
Reduktion von Cytochrom c gemessen. Blutproben wurden vor und nach 2 Nächten
CPAP-Therapie sowie nach einer Nachbeobachtungszeit von fast 5 Monaten
abgenommen. 10 junge, gesunde Probanden sowie 10 Bronchialkarzinom-Patienten
ohne OSA aber mit einem vergleichbaren Spektrum kardiovaskulärer Erkrankungen
dienten als Kontrollgruppen.
Vor CPAP war die Freisetzung von Sauerstoffradikalen bei OSA im Vergleich zu
beiden Kontrollgruppen signifikant erhöht. Es fanden sich keine Unterschiede
zwischen OSA-Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine effektive
CPAP-Therapie bewirkte eine sofortige und anhaltende Reduktion der Radikalen-
Konzentration bei allen Patienten mit OSA.
In dieser Studie konnte erstmals gezeigt werden, daß die OSA mit vermehrtem
oxidativen Streß verbunden ist. Die gesteigerte Freisetzung von freien Sauerstoffradikalen
könnte zur Entstehung kardiovaskulärer Folgeerkrankungen bei OSA
wesentlich beitragen. Die CPAP-Therapie könnte durch Reduktion dieses oxidativen
Streß die Entwicklung und Progression kardiovaskulärer Erkrankungen bei OSA
verhindern.
Kurzfassung auf Englisch: Enhanced release of superoxide from polymorphonuclear neutrophils in obstructive
sleep apnea - impact of Continuous Positive Airway Pressure Therapy
Obstructive sleep apnea (OSA) is associated with increased cadiovascular morbidity
and mortality. Free oxygen radicals have been implicated in the pathogenesis of
cardiovascular disorders. Therefore, we aimed to test the hypothesis that increased
oxidative stress constitutes one underlying mechanism for the connection between
OSA and cardiovascular disease.
In 18 patients with OSA, the release of superoxide from polymorphonuclear neutronphils
was determined after stimulation with the bacterial tripeptide formylmethionylleucylphenylalanine
(fMLP) and the calcium ionophore A23. Superoxide production
was measured as superoxide dismutase-inhibitable reduction of cytochrome c. Blood
samples were obtained before and after two nights of CPAP therapy and after 4.8 ±
0.6 mo of follow-up. Ten healthy young volunteers and 10 lung cancer patients
without OSA but a similar spectrum of comorbidity served as controls.
Before CPAP, neutrophil superoxide generation was markedly enhanced in OSA
when compared with both control groups. Effective CPAP therapy led to a rapid and
long-lasting decrease of superoxide release in OSA.
In conclusion, OSA is linked with a “priming” of neutrophils for enhanced respiratory
burst. The increased superoxide generation, which might have major impact on the
development of cadiovascular disorders, is virtually fully reversed by effective CPAP
therapy.