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Einfluss von Spontanatmung, intermittierender Überdruckbeatmung und synchronisierter intermittierender mandatorischer Beatmung auf kardio-pulmonale Parameter beim Hund in der klinischen Routineanästhesie

Kuhn, Stephany


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.339 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5560-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.11.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 21.12.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Studie war es, sowohl die positiven, als auch negativen
Einflüsse der kontrollierten Beatmung und der assistierten Beatmung auf kardiopulmonale Parameter im Vergleich zur Spontanatmung darzulegen. Die
kontrollierte Beatmung wurde mit IPPV (Intermittend Positive Pressure
Ventilation) und die assistierte Beatmung mit SIMV (Synchroniced Intermittend
Mandatory Ventilation). durchgeführt. Die Prämedikation erfolgte mit Diazepam,
Ketamin und Xylazin. In der Tierklinik in Wahlstedt wurden während
Routineoperationen jeweils 10 Hunde im IPPV -Modus und im SIMV-Modus
beatmet. 10 Hunde atmeten während der Operation spontan. Die
Operationsdauer betrug 55 ± 10 Minuten. Bei der Zuteilung in die einzelnen
Gruppen wurde darauf geachtet, dass es keine signifikanten Unterschiede
zwischen Rasse, Körpermasse und Alter gab. Aufgezeichnet und statistisch
ausgewertet wurden die während der Narkose gemessenen Parameter
Herzfrequenz, mittlerer arterieller Blutdruck, Atemfrequenz, Atemzugvolumen,
Atemminutenvolumen, endexspiratorischer Kohlendioxidgehalt und
Sauerstoffsättigung im Abstand von 5 Minuten. Die arteriellen Blutgase und der
arterielle pH-Wert wurden im Abstand von 15 Minuten ermittelt und statistisch
ausgewertet.
Die Beeinflussung der kardialen Parameter durch positive Überdruckbeatmung
ließ sich in der Gruppe IPPV nur beim mittleren arteriellen Blutdruck feststellen.
Dieser sank nach 40 Minuten Operationsdauer durchschnittlich um 38% ab. Trotz
dieser Tatsache bestanden, aufgrund der starken Variabilität innerhalb der
Gruppe, keine signifikanten Unterschiede gegenüber den anderen Gruppen. Alle
übrigen gemessenen Parameter blieben von den umgekehrten Druckverhältnissen während der IPPV–Beatmung unbeeinflusst.
Bei den Hunden der SIMV-Gruppe befanden sich bis auf eine geringgradige
respiratorische Azidose nach 15 Minuten Messzeit sämtliche gemessenen
kardialen und pulmonalen Parameter im physiologischen Bereich.
Die Gruppe der spontan atmenden Hunde wies die schlechtesten Ergebnisse auf.
Der mittlere arterielle Blutdruck war mit 83 mmHg zwischen 30 und 35 Minuten
nach Operationsbeginn am niedrigsten, wenn auch der Blutdruckabfall während
der Operation geringer ausfiel, als in Gruppe IPPV. Die Atemfrequenz war
deutlich höher als in Gruppe IPPV und SIMV. Das Atemzugvolumen war teilweise
signifikant niedriger als in den übrigen Gruppen, lag aber während der Narkose
nur kurzfristig unter den für eine adäquate Ventilation notwendigen Werten. Der
endexspiratorische Kohlendioxidgehalt lag ab 25 Minuten nach Messbeginn
teilweise signifikant höher, als in den anderen Gruppen. Dennoch blieb der
gemessene Wert immer im physiologischen Bereich. Hinsichtlich der
Sauerstoffsättigung und der Blutgase konnten keine erheblichen Abweichungen
zwischen den einzelnen Gruppen festgestellt werden. Ein deutliches
Missverhältnis zwischen endexspiratorischem und arteriellem Kohlendioxidgehalt,
das auf ein Ventilations-Perfusionsmissverhältnis hindeutet, wies keine der
Gruppen auf. Nach 30 Minuten Messzeit war der pH-Wert der spontan atmenden
Gruppe mit 7,31 ± 0,02 bzw. nach 45 Minuten mit 7,30 ± 0,02 signifikant niedriger als der pH-Wert der Gruppen IPPV und SIMV. Trotz des physiologischen
Kohlendioxidgehaltes stellte sich also eine respiratorische Azidose ein, was auf
eine Hypoventilation in der spontan atmenden Gruppe schließen ließ.
Sämtliche gemessenen Parameter befanden sich während der Beatmung im
SIMV-Modus im physiologischen Bereich. Im Vergleich zu den Gruppen IPPV
und SV kam es während des Narkoseverlaufs außerdem zur geringsten
Beeinflussung der Parameter durch die Beatmungsform. Demzufolge stellte sich
SIMV in der vorliegenden Arbeit als zufriedenstellender Mittelweg zwischen
Spontanatmung und kontrollierter Beatmung dar.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of the current study was to evaluate the advantages and disadvantages
of controlled ventilation within the IPPV (Intermittend Positive Pressure
Ventilation)-modus and assisted ventilation within the SIMV (Synchroniced
Intermittend Mandatory Ventilation)-modus related to certain cardio-pulmonary
parameters. The findings were compared to spontaneous breathing after premedication with Diazepam, Ketamine and Xylazine. In the animal hospital in
Wahlstedt (Tierklinik Wahlstedt GmbH) 20 dogs were ventilated in IPPV-modus
or SIMV-modus, respectively, during routine operations and a further 10 dogs
were allowed to be breathe spontaneously, giving a total of 30 dogs. When
assigning the dogs to the three different groups attention was paid to avoid
marked differences in breeds, body weight and age. The mean operation time
was 55 ± 10 minutes. Every five minutes throughout general anaesthesia the
following parameters were recorded and statistically analysed: heart rate, medial arterial blood pressure, respiratory rate, tidal volume, minute volume of
ventilation, end tidal CO2 volume and oxygen saturation. Every 15 minutes arterial blood gases and arterial pH values were recorded and statistically analysed.
Within the IPPV group the positive overpressure ventilation influenced only the
median arterial blood pressure. After 40 minutes anaesthesia the median arterial
blood pressure decreased on an average of 38%. However, as blood pressure
reading varied considerably in this group, there was no statistically significant difference to the other two groups. All other cardio-pulmonary parameters were not influenced by the reversed pressure ratio during IPPV ventilation.
Among the SIMV group all the measured cardio-pulmonary parameters were
within the physiological range, apart from a minor respiratory acidosis after 15
minutes of anaesthesia.
The group of the spontaneous breathing dogs presented the most
disadvantageous results. The median arterial blood pressure dropped to 83
mmHg 30 to 35 minutes into anaesthesia. Throughout the entire operation this
decrease in blood pressure was lower than the decrease in blood pressure in the
IPPV group. The respiratory rate was distinctly increased, compared to the
readings in the IPPV and SIMV group. The tidal volume was markedly lower than
in the other two groups. Still, the readings were only short-term lower than the
necessary values for an adequate ventilation. After 20 minutes of anaesthesia the end-expiratory CO2 values were statistically significantly higher than in the other two groups. However, these values were still maintained within the physiological range. There were no statistically significant differences between oxygen saturation and blood gases among the three groups. None of the groups showed a definite disproportion between end-expiratory CO2 and arterial CO2 values, which indicates disadvantageous ventilation-perfusion relation. After 30 minutes of anaesthesia the pH-values in the spontaneous breathing group were with values of 7,31 ± 0,02 respectively after 45 minutes with values of 7,30 ± 0,02 statistically significant lower than the pH-values in the IPPV and SIMV group. In spite of physiological CO2 readings the spontaneous breathing group experienced a respiratory acidosis This can be interpreted as hypoventilation.
Ventilation in SIMV-modus showed the least impact on the measured parameters
throughout anaesthesia and all parameters remained within the physiological
range. Therefore, the current study found the SIMV-modus as a satisfying
compromise between spontaneous breathing and controlled ventilation in IPPVmodus.