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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-72766
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7276/


Erhaltung der Population der Bentheimer Landschafe unter Minimierung der Inzucht und Berücksichtigung der Zucht auf Scrapie-Resistenz

Wagner, Henrik W.


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : DVG Service
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.498 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bentheimer Landschaf , Inzucht , Scrapie-Genotyp , Bocklinie , Herdbuch
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Tierzucht und Haustiergenetik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-941703-43-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.11.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 08.12.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ziel dieser Arbeit bestand erstens in der Überführung aller verfügbaren Herdbuchinformationen der 8 regionalen Zuchtverbände in eine einheitliche Datenbank für alle Bentheimer Landschafe in Deutschland, zweitens in der Berechnung von Parametern für die aktive Population (Inzucht und Allelfrequenzen der Prionproteine), sowie der Identifizierung der verbliebenen Bocklinien und schließlich der Entwicklung eines Zuchtprogramms, um die Inzucht unter Berücksichtigung der vorhandenen Bocklinien und der Scrapie-Resistenzzucht zu minimieren.
Die gesamten verfügbaren Herdbuchinformationen aller 8 Zuchtverbände wurden auf zwei- bzw. mehrfache Eintragungen über die Verbände oder innerhalb der Verbände hin kontrolliert und anschließend in eine gemeinsame Datenbank übertragen. Die Zahl der eingetragenen Böcke reduzierte sich um 35 %, bei den Mutterschafen wurden nur 13 % der eingetragenen Tiere aufgrund von Doppeleintragungen gelöscht. Mithilfe der Abstammungsinformationen wurden die Bocklinien identifiziert und die Allelfrequenzen der Prionproteine bestimmt.
Aktuell existieren insgesamt 2393 aktive Mutterschafe und 132 aktive Böcke. Diese ergeben eine effektive Populationsgröße von ungefähr 500. Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient aller in der Zucht aktiven Tiere mit einem Vollständigkeitsindex über 5 Generationen von 60 % beträgt 4,2 %. Es besteht ein geringer Anstieg der durchschnittlichen Inzucht von 1990 bis 2007. Bei den aktiven Böcken existieren nur noch 6 der ursprünglich 9 Bocklinien. Die P- und H-Linie sind stark vertreten, während die anderen 4 Linien jeweils nur etwa 4–15 Nachkommen unter den aktiven Böcken haben. Dies kann vor allem durch die strenge Selektion auf das bevorzugte ARR-Allel innerhalb der letzten 3 Jahre erklärt werden. Die ARR-Allelfrequenz stieg in der Population von ursprünglich 6 % auf 42 % innerhalb der aktiven Böcke und auf 32 % innerhalb der aktiven Mutterschafe an.
Die Implementierung der einzelnen Herdbuchdaten der Verbände in eine einheitliche Datenbank zur Berechnung von Populationsparametern (Inzucht und Allelfrequenzen) war aufgrund der doppelten bzw. mehrfachen Eintragungen der Tiere mit wechselnden Identifikationen über oder sogar innerhalb der Zuchtverbände eine sehr komplexe Aufgabe. Eine strikte Selektion auf das ARR-Allel, besonders in dieser kleinen Population, die von Anfang an eine niedrige Frequenz des gewünschten ARR-Allels aufwies, kann sehr schnell zum Verlust wertvoller Bocklinien führen. Nur ein Zuchtprogramm für die gesamte Population mit dem Ziel, die Inzucht zu minimieren und alle Bocklinien zusätzlich zur Selektion auf Scrapie-Resistenz zu erhalten, kann die Population mit der höchstmöglichen genetischen Variabilität erhalten.
Kurzfassung auf Englisch: It was the first aim of this study to create one data base which consists of all the information of the eight regional breeding associations for the Bentheimer Landschaf in Germany. In a second step inbreeding coefficients and allele frequencies of the Prion protein for the active population were estimated and the remaining ram lines were identified a breeding program was developed to minimize the inbreeding considering the remaining ram lines and the Scrapie-resistance breeding programme.
From the eight breeding associations, all the available pedigree information of the stud book were checked for double or multiple entries of animals within or across the breeding associations before implementing the final data base. Because of double or multiple entries the number of rams reduced by 35 % and the number of ewes by 13 %. From the pedigree information the ram lines were identified and the allele frequencies of the prion protein were estimated for the active population.
Actually the Bentheimer Landschaf population comprises a total of 2393 active ewes and 132 active rams. This results in an effective population size of nearly 500. Of all active animals with a pedigree completeness index of 60 % over five generations, the mean inbreeding coefficient is 4,2 %. A slight increase of inbreeding between 1990 and 2007 could be observed. From the former nine ram lines, there remain actually only six ram lines. The P- and H-Line are well represented, but the other ram lines have only 4 till 15 offspring within the active rams. The high number of rams originating from the P- and H-line could be explained by the strong selection for the ARR-allel during the last 3 years. The frequency of the ARR-allel increased from 6 % to 42 % within the active ram population and to 32 % within the active ewes.
The development of the unique data base including all pedigree information from all eight breeding organisations was a very time consuming task because of the double or multiple entries of the animals with changing identifications even within but mainly across breeding associations. Concerning the selection for scrapie resistance, the Bentheimer Landschaf population had at starting position a very low ARR-allele frequency of only 6 %. Especially in such small populations with low ARR-allele frequencies a strong selection for the ARR-allele could induce the loss of valuable ram lines. To minimize inbreeding, conserve all ram lines and select for scrapie resistance in such small populations only a breeding program across all breeding organisations can optimize these tasks with the major goal to maintain the population in the long run.