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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-72296
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7229/


Entnahmemorbidität bei der Gewinnung von Knochen vom anterioren Beckenkamm

Lendeckel, Stefan


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler 2009
pdf-Format: Dokument 1.pdf (536 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5433-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.09.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 22.10.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Studie war es, Komplikationen nach der Transplantatentnahme vom anterioren Beckenkamm zu erfassen und mögliche Einflussfaktoren zu ermitteln. Weiterhin sollte untersucht werden, ob die angewendete Operationstechnik bei der Gewinnung der Knochentransplantate einen Einfluss auf die Komplikationshäufigkeit, -dauer, oder -intensität hatte. Im Zeitraum vom 01.01.2002 bis 31.12.2004 wurde in Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Marburg und Gießen GmbH bei 134 Patienten eine Beckenkammknochenentnahme von anterior durchgeführt. Nach Versenden eines Fragebogens konnten, bei einer Rücklaufquote von 58,2 %, insgesamt 75 Patienten in die Untersuchung eingeschlossen werden. Von diesen 75 Patienten nahmen 54 (72%) an einer kurzen klinischen Nachuntersuchung teil. Häufigste Indikationen zur Osteoplastik war die Defektauffüllung nach Zystektomie sowie die Kieferkammaugmentation bei Atrophie in dreiviertel aller Fälle. Es kam postoperativ zu einer revisionsbedürftigen Komplikation (0,7%) bei Fraktur der Spina iliaca anterior superior. Therapiebedürftige postoperative Komplikationen wie Hämatome, Serome oder Wundinfektionen traten nicht auf. Schmerzen an der Entnahmestelle wurden von 84% der Patienten angegeben, die bei dreiviertel der Patienten nach spätestens vier Wochen wieder komplett verschwunden waren. Bei 64% der Patienten traten Funktions-einschränkungen auf, die bei dreiviertel der Patienten nach spätestens vier Wochen wieder komplett verschwunden waren. 6,7% der Patienten sind mit dem Gesamtergebnis der durchgeführten Beckenkammknochentransplantation unzufrieden. Bei 17 von 54 klinisch nachuntersuchten Patienten (31,5%) war im Bereich der Beckenkammentnahmestelle ein Konturdefekt tastbar. Von diesen war bei 4 Patienten (7,4%) dieser Konturdefekt auch sichtbar und die Patienten gaben dies als störend an. Hinsichtlich der Langzeitmorbidität kam es bei 4% der Patienten zu bleibenden Schmerzen an der Transplantatentnahmestelle. Persistierende Sensibilitätsstörungen im Versorgungsgebiet des N. cutaneus femoris lateralis traten bei zwei Patienten (2,7%) auf und bei drei Patienten (4%) bestehen noch heute Funktionseinschränkungen. Damit ist die Morbidität in dem untersuchten Patientenkollektiv etwas geringer als in vergleichbaren publizierten Studien. Es ließen sich nur wenige nachvollziehbare Determinanten für die Morbidität nach Knochenentnahme vom anterioren Beckenkamm identifizieren. • Stärke der Schmerzen direkt nach Knochenentnahme wurde von Frauen größer als von Männern angegeben • Die Entnahme von kortikospongiösen Blöckchen führt zu stärkeren Schmerzen als die Knochenentnahme mittels Stanze • Die Knochenentnahme führt bei jüngeren Patienten zu einer stärkeren Funktionseinschränkung als bei älteren Patienten • Die Entnahme von kortikospongiösen Blöckchen mittels Säge führt zu einer größeren Narbenlänge als die Entnahme von drei und mehr Stanzen
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to record complications deriving from the harvest of iliac crest bone grafts and to determine possible reasons or parameters of influence. Furthermore, the grafting method’s influence on duration, intensity or frequency of donor site complications was examined. In the period from 01.01.2002 to 31.12.2004 autogenous iliac bone graft transplantation was performed on 134 patients in the department of craniomaxillofacial surgery at the University of Giessen. A standardized questionnaire was send to all patients of which 58,2% answered. These 75 patients were included in the study. 54 of these patients (72%) participated in a short clinically examination. Most common indications (75% of all cases) for iliac bone grafting were osteoplasty after cystectomy and augmentation of the atrophic maxilla or mandible. In the early postoperative period a major complication with a fracture of the anterior superior iliac spine was observed in one patient (0,7%). Complications like hematoma, seroma or wound infection did not occur. 84% of the patients suffered from pain at the donor site that disappeared completely after 4 weeks in 75% of the patients. Functional disorders occurred in 64% of the patients but completely disappeared after 4 weeks. 6,7% of the patients were unsatisfied with the bone transplantation procedure. A bone contour defect at the donor site was palpable in seventeen of the 54 clinically examined patients (31,5%) and visible in four patients (7,4%). Regarding long-term morbidity, three patients (4%) suffered from persistent pain at the donor site. Persisting sensory disturbance occurred in two (2,7%) and persisting functional disorders in three (4%) of the patients. Morbidity and long-term morbidity were slightly lower than in comparable studies. Only few determinants for the morbidity after bone grafting of the iliac crest could be identified. • severity of pain directly after harvesting of iliac crest bone was greater in women than in men • harvesting of corticocancellous bone chips caused more pain than bone harvesting with the cylinder osteotome • harvesting of iliac crest bone caused severer functional disorders in younger than in elderly patients • harvesting of corticocancellous bone chips caused longer scars than bone harvesting of three or more bone grafts with the cylinder osteotome