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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7118/


Vergleich zweier Kavitätenpulverstrahlgeräte im Bezug auf Fokussierung sowie Abtrag des Pulverstrahls

Levermann, Esther Caroline


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SWD-Schlagwörter: Kavitätenpräparation
Freie Schlagwörter (Deutsch): Airabrasion , KCP , Abtrag , Fokussierung ,
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abt. Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.06.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 23.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Untersuchungen war der Vergleich der beiden KCP-Geräte Primus-CPE und RondoFlex hinsichtlich der Fokussierung des Pulverstrahles sowie der Abtragseffizienz im Schmelz und Dentin. Zusätzlich sollte im Hinblick auf die Anwendung der KCP Technik im Praxisalltag die Präparationsdauer einer Kavität mittels KCP mit der konventionellen Präparationstechnik mittels rotierenden Instrumenten verglichen werden.
In einem Teilversuch wurden Glasplatten mit schwarzem Lack versehen. Die Düsenspitzen der beiden Geräte wurden senkrecht zur Glasplatte gerichtet und unter konstantem Druck und konstanter Arbeitszeit eine punktförmige Bestrahlung der Oberfläche vorgenommen. Die Auswertung der Proben wurde unter einem Mikroskop vorgenommen.
Um den Einfluß der Geräte und auch der Körnung auf die Breite einer im Schmelz präparierten Kavität zu untersuchen, wurden Proben mit planen Schmelzoberflächen hergestellt. In einem Abstand von ca. 1 mm wurden Kavitäten (Furchen) mit je einem Gerät und einer Körnung an der Oberfläche der Schmelzproben präpariert. Diese Proben wurden rasterelektronenmikroskopisch ausgewertet. Bei einer 40fachen Vergrößerung wurden je zwei Teilbereiche der präparierten Oberfläche fotographisch dargestellt und vermessen.
Zur Bestimmung der Abtragseffizienz wurden menschliche Zähne in eine bukkale und linguale Hälfte geteilt. Es wurde für den Versuch im Schmelz, sowie anschließend für den Versuch im Dentin eine plane Zahnoberfläche in der entsprechenden Zahnhartsubstanz geschaffen. Die Proben wurden, um den Gewichtsverlust durch den Abtrag genau bestimmen zu können, in einem Trockenschrank getrocknet, und dann das Gewicht bestimmt. In einem Abstand von 1mm wurden die Zahnhälften für 30 sec bestrahlt und der Gewichtsverlust auf einer Analysenwaage bestimmt. Die Abtragsleistung der Geräte wurde in Abhängigkeit der Körnung (50 µm und 25 µm/27 µm) im Schmelz sowie Dentin untersucht. Für das Gerät Primus-CPE wurde zusätzlich die Abtragsleistung in Abhängigkeit des Modus (nass/trocken) und der Körnung untersucht.

Zusammenfassend lässt sich darstellen, dass die Kavitätenpulverstrahlgeräte Primus-CPE und RondoFlex bei einem größeren Abstand der Düsenspitze zur zu bearbeitenden Oberfläche eine größere Streuung des Pulverstrahls und damit größere Kavitäten bzw. größere Areale von Substanzabtrag aufwiesen. Ferner zeigten die Untersuchungen, dass die Abtragseffizienz unabhängig vom Gerät bei der Bearbeitung von Zahnhartsubstanz mit feinerem Strahlgut (Aluminiumoxid 25 µm/ 27 µm) höher war, als die Abtragseffizienz mit grobkörnigerem Strahlgut (50 µm) (p < 0,0001). Dieses Ergebnis konnte sowohl im Schmelz als auch im Dentin beobachtet werden. Das Gerät Primus-CPE wies einen signifikant höheren Abtrag von Zahnhartsubstanz auf. Dies ist auf den höheren Arbeitsdruck, durch den die abrasiven Partikel an kinetischer Energie im Vergleich zu dem Gerät RondoFlex gewinnen, zurückzuführen (p<0,0001).
Generell war ein höherer Abtrag von Zahnhartsubstanz im Bereich des Zahnschmelzes zu beobachten. Dies war unabhängig von der Körnung 25 µm/27 µm; 50 µm (p<0,0001) sowie unabhängig vom Gerät zu erkennen.
Der Modus nass, welcher für das Gerät Primus-CPE von Interesse war, hatte nur im Bereich des Dentins einen Einfluss auf die Abtragseffizienz (p<0,0001). Hier konnte ein höherer Abtrag als im Modus trocken beobachtet werden. Im Bereich des Zahnschmelzes konnte kein Einfluss des Modus nass aufgezeigt werden (p=0,8035).
Bei dem Vergleich der Präparationsmethode der Kavitätenpulverstrahlgeräten mit der konventionellen Technik der rotierenden Instrumenten stellte sich heraus, dass eine wesentlich längere Bearbeitungszeit mit den KCP-Geräten notwendig ist, um eine okklusale Kavität zu präparieren als mit den rotierenden Instrumenten. Die Methode von Präparationen mit Kavitätenpulverstrahlgeräten sollte eine Alternative zur konventionellen Technik mit rotierenden Instrumenten darstellen. Wesentliche Nachteile dieses Verfahrens wie deutlich eingegrenzte, von der Zugänglichkeit und Ausdehnung abhängige Indikation, fehlende taktile Kontrolle während der Präparation, lassen diese Technik im klinischen Alltag etwas in den Hintergrund treten. Insbesondere die lange Bearbeitungszeit, die benötigt wird, um größere Kavitäten zu präparieren, lässt dieses Verfahren schlecht in die Behandlung integrieren. Gleichwohl stellt das Verfahren eine Bereicherung des Repertoires zahnärztlicher Behandlungsmöglichkeiten dar. Dies gilt vor allem für die Behandlung von phobischen Patienten oder Kindern, die allein schon durch das typische Geräusch rotierender Instrumente verängstigt werden. Es ist für Zahnarzt und Patient durchaus angenehm, dass in solchen Situationen eine Möglichkeit angeboten werden kann, die diese Ängste vermeiden hilft.

Kurzfassung auf Englisch: The goal of this study has been the comparison of both KCP-devices, Primus-CPE
and RondoFlex, regarding efficiency in dentin, enamel and scattering of the powder stream. In addition, the duration for the preparation of one cavity using KCP-devices has been compared against conventional rotating instruments.

Glass plates were painted black for one experiment, with the nozzle tips being held orthogonally to the plates during preparation. The surface was treated at a point for constant duration and at constant air stream pressure. Evaluation of both probes was conducted by visual inspection using a microscope. In order to analyze the effect of the devices and the grain on the cavity width, only samples with an even enamel surface were used. Cavities were prepared using each device and each grain type. Both devices used were held a distance of 1 mm to the surface. The samples were then analyzed by scanning electron micrography and under fortyfold magnification, two areas of the cavities have been visualized and measured.

In order to determine the efficiency of the devices, human teeth were separated into buccal and lingual parts. Only even surfaces of the tooth were required for the experiments and have formed the corresponding samples. Since efficiency of the devices was determined by the loss of weight of the samples, the samples were dried and weighed in order to allow for very high precision. At a distance of 1mm the samples were irradiated and the loss of weight was determined.

The efficiency was determined for grain types of 50 µm and 25 µm-27 µm in both enamel and dentin. In addition, Primus-CPE has been analyzed regarding efficiency of both modes, dry and wet, also the grain type.

To conclude, results indicate that the greater the distance between the tooth surface, both KCP-devices lead to a wider scattering and thus to larger cavities and larger areas of abrasion. Furthermore, the efficiency is higher if the small grain, i.e. 25/27 µm, is used in comparison to the coarse grain, 50 µm (p<0.0001). This result is valid for experiments in both dentin and enamel.

In the experiments Primus-CPE revealed a significantly higher abrasion. This is related to the higher pressure of the air stream (p<0.0001) which leads to higher kinetic energy of the abrading particles in comparison to RondoFlex.

In general, higher rates of abrasion have been detected in enamel, this conclusion is independent of grain-type and device (p<0.0001). Mode wet, which is of interest only for Primus-CPE, reveal a higher rate of abrasion detected in comparison to mode dry. It should be noted that during the preparation of the enamel experiment no contamination of mode wet was detected (p=0.8035).

Finally, comparing KCP-devices to conventional rotating instruments, it was discovered that significantly longer preparation times are required for cavities by KCP-devices. This method of air abrasion should be regarded as an alternative to conventional methods, with the main disadvantage of conventional air abrasion being limited tactile control, effectiveness being dependent on accessibility and the extent of the area to be prepared.
These two difficulties necessitate the use of KCP-devices for clinical purposes, where KCP-devices should be regarded as an enrichment on available methods in dentistry, in particular, for treatment of phobic patients and children, who are frightened by the sound of rotating instruments. The availability of KCP-devices in such situations can be beneficial for dentists but also for patients, where the latter should be less anxious during treatment.