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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-70952
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7095/


Trainingsauswirkungen auf Parameter der Herzfrequenz bei Vielseitigkeitspferden im Leistungssport

Uhde, Antonia Maria


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler 2009
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.040 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Pferde mit Lehrschmiede – Innere Medizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5461-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.06.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 22.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Studie war es zu prüfen, ob sich im Rahmen eines Feldtests durch Training erreichte Herzfrequenzveränderungen bei Pferden im Vielseitigkeitssport messen lassen. Sollte dies gelingen, bestanden weitere Ziele darin, etwaige Veränderungen der Herzfrequenzen beim Galopptraining zu vergleichen, um Anhaltspunkte über die Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem des Pferdes durch verschiedene Trainingsmethoden zu erhalten und so objektiver beurteilen zu können. Hierzu wurden die Trainingsdaten von acht Hochleistungsvielseitigkeitspferden des deutschen Bundeskaders über eine Turniersaison von April bis September erhoben. Im Abstand von vier Wochen wurden Beprobungen der Galopptrainingseinheiten unter möglichst standardisierten Bedingungen durchgeführt.

Bei den Galopptrainingsbeprobungen wurden mittels GPS und Herzfrequenz-elektroden sekundengenaue Herzfrequenz- und Geschwindigkeitsaufzeichnungen durchgeführt und Protokolle über den Trainingsablauf, besondere Vorkommnisse, die klimatischen Bedingungen und die Bodenverhältnisse erstellt. Die Auswertung der Herzfrequenzparameter erfolgte unter Berücksichtigung der jeweiligen Belastungsintensität und der Umweltbedingungen, die mit Hilfe eines Score-Schemas in die statistische Auswertung eingingen. Als Zielparameter wurden die Ruheherzfrequenz (auskultatorisch sowie mittels GPS), der arithmetische Mittelwert der Herzfrequenz während der Galoppintervalle, die Maximalherzfrequenz, die Differenz der Herzfrequenz zwischen dem Beginn des speziellen Galopptrainings zu dessen Ende, der durchschnittliche Anstieg der Herzfrequenz pro Sekunde bis zum Erreichen der Maximalherzfrequenz, der Mittelwert für den Anstieg der Herzfrequenz pro Sekunde bei einer Beschleunigung von 150 Metern pro Minute und die Herzfrequenz direkt nach Belastungsende (past 0), sowie fünf und zehn Minuten nach Belastungsende (past 5 und past 10) festgelegt. Die Herzfrequenzen past 0 und past 10 wurden zusätzlich zur GPS-Messung auch auskultatorisch ermittelt.

Für alle Pferde konnte eine sehr deutliche und kontinuierliche visuelle Linearität zwischen der gerittenen Geschwindigkeit und der zeitgleich erreichten Herzfrequenz auch in niedrigen Geschwindigkeits- und Herzfrequenzbereichen erreicht werden. Dies spricht für eine sehr geringe Beeinflussung der Pferde durch äußere Einflüsse in dieser Studie.

Der arithmetische Mittelwert der Herzfrequenz während der Galoppintervalle und die Herzfrequenzen past 0 und past 10 stellen auch unter den variablen Bedingungen eines Feldtests geeignete Parameter dar, um Trainingsadaptationen des kardiovaskulären Systems zu überprüfen. Hierbei zeigt sich, dass die auskultatorische und die mittels GPS durchgeführte Messung für die Bestimmung der Herzfrequenz past 10 gleichermaßen geeignet sind, um diese Veränderungen zu erfassen.

Die Trainingsmethoden für sieben der beprobten Pferde ließen sich in zwei Gruppen einteilen, die sich zum einen in der Anzahl der durchgeführten Galopptrainingseinheiten und Konditionstrainingseinheiten im Schritt und Trab als auch in der Methodik des Galopptrainings an sich unterschieden. Die statistisch signifikante Abnahme (p = 0,02) des arithmetischen Mittelwertes der Herzfrequenz während der Galoppintervalle, der Herzfrequenz past 0 (p = 0,0005) und der sowohl auskultatorisch (p = 0,006) als auch GPS-ermittelten Herzfrequenz past 10 (p = 0,001) wurde maßgeblich durch die Pferde aus der „Konditionsgruppe Galopp“ bewirkt. Ob vorrangig die Anzahl der durchgeführten Galopptrainings oder der Aufbau der Galopptrainings eine Rolle spielen, muss in weiteren Studien geklärt werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Konditionstrainingseinheiten im Galopp nach der Intervallmethode bezüglich der adaptativen Vorgänge des kardiovaskulären Systems dem Konditionstraining vorwiegend im Schritt und Trab überlegen sind.
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of this field study was to examine whether there is the possibility of measuring changes in heart rate frequencies of eventing horses, induced by training. If this was possible, a further aim of the study was to identify if differences of these changes in heart frequencies could be linked to different gallop training schemes. This would give an indication on the impact on the horses cardiovascular system under various training methods. The aim of an increased objectivity in judging different training methods was warranted by evaluating the different methods. During one tournament season from April until September, training data of eight high performance event horses of the German national eventing team were collected. Periodic samplings of gallop training modules were aimed to be done in an interval of four weeks. The samplings were taken under the most standardized circumstances possible in a field study.

The samplings of the gallop training sessions were conducted through GPS and the use of polar heart rate monitoring, which precisely recorded the frequency of the heart rate and speed. Data concerning the training process, specific incidents, climate conditions and the ground conditions where compiled. The analysis of the heart rate parameters took into consideration the training intensity and external (like environmental) conditions, which where included in the statistic data by using a score-point-system.

The objective parameters consisted of the heart rate at rest (by auscultation as well as by using GPS), the arithmetic mean of the heart frequency during the gallop intervals, the maximum heart rate, the difference of the frequency of the heart rate between beginning and end of a specific gallop training, the average rise of the frequency of the heart rate until maximum frequency heart rate per second, the mean increase of the heart rate frequency per second with an acceleration of 150 meter per minute and the heart frequency which was counted directly after the end of the gallop (past 0), as well as five and ten minutes after the exposure period (past 5 and past 10). The frequency of the heart rate past 0 and past 10 where additional to the GPS-measure by auscultation defined.
Each horse reached a very obvious and continuous visual linearity between its speed and the simultaneous measured heat rate, which was also true with low speed and heart rates. This proved, that the results of the measurements in the field were not biased by external factors.

The arithmetic mean of the heart rate during the galloping intervals and the heart rate frequencies past 0 and past 10 were the most appropriate parameters to verify effects of training on the cardio-respiratory function even under the variable circumstances of the field study. These results show further, that auscultation and GPS measurements gave similar data.

The training methods of seven horses could be differentiated in two groups. They differed mainly in number, speed and duration of galloping training sessions. Horses of the “Galloping group” show statistically significant differences (p = 0.02) in the arithmetic mean of the heart rate during gallop intervals, the frequency of the heart rate past 0 (p = 0.0005) and past 10, as evaluated by auscultation (p = 0.006) as well as per GPS (p = 0.001). If the number of gallop trainings or the organisation of the gallop trainings specifically plays a part in enhanced cardiorespiratory function has to be analysed in further field studies. The results of this field study indicate that interval training sessions in gallop have more impact on adaptive processes in the cardiovascular system as training sessions which aim to improve fitness by longer periods of walk and trot.