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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-70937
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7093/


Screening von Blutproben von wildlebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Schlangen auf Antikörper gegen Reo-, Adeno- und Paramyxoviren, auf retrovirale DNA, sowie auf zytopathogene Viren und intrazytoplasmatische Einschlüsse in Blutzellen

Michling, Ralf Michael


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler 2009
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.326 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische; Institut für Umwelt- u. Tiierhygiene sowie Tiermedizin mit Tierklinik, Universität Hohenheim, Stuttgart
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5415-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 30.04.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 16.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Im ausführlichen Literaturteil werden zunächst diejenigen Reptilienarten beschrieben, aus denen bisher Reo-, Adeno- und ophidian Paramyxoviren isoliert bzw. nachgewiesen wurden. Weiterhin werden die Morphologie, die Genomstruktur und die kodierten Proteine, die Virusreplikation, die Pathogenese, sowie die serologische Klassifizierung der Orthoreo-, Adeno-, Retro- und Paramyxoviren dargestellt. Die mit den Folgen dieser Infektionen verbundenen Krankheits-symptome werden aufgeführt.
Es wurden 182 Blutausstriche von Schlangen auf das Vorhandensein intrazytoplasmatischer Einschlüsse untersucht. Bei 46 Boas (Boa constrictor) konnten in Erythrozyten Einschluss-körperchen festgestellt werden. Bei zwei Tigerpythons (Python molurus) wurden nach Pappenheim-Färbung ebenfalls intrazytoplasmatische Einschlüsse in Erythrozyten dargestellt. Einige weitere Tiere besitzen Einschlüsse, die zusätzlich in der HE-Färbung detektiert wurden und zudem fluoreszierende Eigenschaften besaßen. Bei zwei Tieren, die klinische Symptome zeigten, konnte Fluoreszenz auch im nativen Blutausstrich beobachtet werden.
Die Virusisolierung aus Blut- und Organproben sowie Kloaken- und Rachen-abstrichen blieb erfolglos, weil in der VH2-Zellkultur das Auftreten eines cpE nicht festgestellt werden konnte.
Zusätzlich wurden serologische Untersuchungen mit 134 Zitratblutplasmaproben von Schlangen im Neutralisationstest (VN-Test) auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Reo- und Adenovirus durchgeführt. Neutralisierende Antikörper gegen Reovirus 26/2000 konnten nur bei einem Tier aus einem Infekionsversuch mit Reovirus gefunden werden. Eine Vielzahl der Tiere in Gefangenschaft (15,3 %) und auch in der Wildtierpopulation (10,7 %) weisen neutralisierende Antikörper gegen das Adenovirus 27/2000 auf.
Außerdem wurde mittels Hämagglutinationshemmungs-Test (HAH-Test) auf Antikörper gegen ein ophidian Paramyxovirus (oPMV) getestet. Antikörper gegen das Paramyxovirus (Isolat 5688/91) konnten bei einer Boa constrictor nachgewiesen werden.
In zwei Versuchen konnte in Kaninchen die Antikörperbildung, jeweils gegen ein Reovirus (Isolat 26/2000) und gegen Schlangenantikörper IgG (Boa constrictor) angeregt werden, welche im Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA) eingesetzt wurden. Dabei zeigte sich, dass ein Nachweis von Antikörpern gegen Adenovirus 27/2000 mit dem etablierten ELISA erfolgreich ist, aber gegen Reovirus 26/2000 nicht gelang.
Mit der Untersuchung von 99 Schlangenblutplasmaproben, darin enthalten 23 Wildfänge aus Costa Rica, konnte mittels Polymerase Chain Reaction (PCR) gezeigt werden, dass ein Großteil der in Gefangenschaft lebenden (66,7 %) und auch wildlebende Schlangen der Art Boa constrictor (100 %) über endogene retrovirale Sequenzen verfügen.
Kurzfassung auf Englisch: Screening of blood plasma samples derived from free-living and captive snakes for antibodies against reo-, adeno- and ophidian paramyxoviruses, cytopathogenic viruses, retroviral DNA and intracytoplasmic inclusions in circulating blood cells
The literature review contains a detailed description of reptililes that have been infected with reo-, adeno-, retro- and paramyxoviruses. The morphology, genome structure, proteins, replication and pathogenesis, and the classification of these viruses are described. The clinical signs associated with these viral infections are presented.
A total of 182 blood smears from snakes were tested for intracytoplasmic inclusions. Inclusions were detected in 46 smears from boas (Boa constrictor). Using the Pappenheim stain for blood smears, two tiger pythons (Python molurus) had intracytoplasmic inclusions in their erythrozytes. Additional snakes also had inclusions that were detectable following staining with haematoxyline-eosine. These inclusions displayed fluorescent properties. Fluorescence of inclusions in the erythrocytes was observed in unstained blood smears from two snakes.
Virus isolation was unsuccessful from samples of blood plasma, various internal organs and swabs from pharynx and cloaca. No cytopathic changes were seen in inoculated VH2 cell cultures.
Serological tests for antibodies in virus neutralisation assays were performed on 134 citrate blood plasma samples using reo- and adenoviruses as antigens. Neutralizing antibodies against reovirus strain 26/2000 were detected only in two animals that derived from a previous transmission experiment. In contrast, blood plasma samples from numerous captive snakes (15.3 %) and free-living snakes (10.7 %) contained neutralizing antibodies against adenovirus 27/2000.
Using the haemagglutination inhibition test and an ophidian paramyxovirus (oPMV) strain 5688/1991 as antigen, only one boa (Boa constrictor) had anti-PMV antibodies.
In two experiments with rabbits, antibodies were raised against reovirus strain 26/2000 and snake immunoglobulins. These antibodies were used in an enzyme immunosorbent assay. It was possible to detect antibodies against adenovirus 27/2000 but not against reovirus 26/2000 in this test.
Using the polymerase chain reaction 99 blood plasma samples, which also included wild-cought snakes from Costa Rica, were tested for the presence of endogenous retroviruses. It was possible to demonstrate retroviral DNA sequences in the majority of captive snakes (66.7 %) and all wild-caught boas (100 %).