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Histologische Studien am porcinen Eileiter unter besonderer Berücksichtigung zyklusabhängiger Einflussfaktoren

Weitemeier, Simone


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler 2009
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.670 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5417-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.06.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 14.07.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die histomorphologischen Erkenntnisse über
den Aufbau der porcinen Tuba uterina zu erweitern und die Dichte der
eosinophilen Granulozyten als Bestandteil des lokalen Abwehrsystems im Eileiter
und ihre potenzielle Beeinflussung durch die Zyklusphasen und die peripheren
Hormonkonzentrationen zu untersuchen.
Es wurden die Genitaltrakte von acht Sauen im Östrus und zehn Sauen im
Interöstrus unmittelbar nach der Schlachtung entnommen. Bei allen Tieren
handelte es sich um Jungsauen, die zuvor einer hormonellen Zyklusinduktion
unterzogen wurden. Es erfolgte die makroskopische Einteilung der entnommenen
Eileiter in Infundibulum, Ampulla und Isthmus, und aus der Mitte jeden Bereiches
wurden Proben für die histologischen Untersuchungen entnommen. Zur
histologischen Analyse wurden die Hämatoxylin-Eosin-, die Azan- und die Sirius-
Red-Färbung durchgeführt. Weiterhin erfolgte bei jeder Sau die Bestimmung der
Serumkonzentrationen von Östradiol-17beta und Progesteron.
Folgende relevante Ergebnisse wurden erzielt:
Die Höhe des Epithels des porcinen Eileiters verändert sich im Zyklusverlauf,
wobei die maximale Höhe des Epithels in den drei Eileiterabschnitten im Östrus
erreicht wird und ein hoch signifikanter Unterschied (p < 0,001) zur Epithelhöhe im
Interöstrus vorliegt. In der Ampulla können im Östrus die größten und im
Interöstrus die niedrigsten Epithelhöhen ermittelt werden. Die Epithelhöhe
unterscheidet sich zwischen allen Lokalisationen und in beiden Zyklusphasen hoch
signifikant (p < 0,001), einzig liegt in der Gruppe der östrischen Tiere zwischen
Infundibulum und Isthmus kein signifikanter Unterschied vor (p = 0,238). Das
Epithel ist im Faltental in allen Regionen und in beiden Zyklusphasen niedriger als
auf dem Faltenrücken (p < 0,001). Die Höhe des Epithels wird im Isthmus durch
die Östradiol-17beta- (p = 0,609) und Progesteron-Konzentration (p = 0,100) nicht
beeinflusst. Der Einfluss der beiden Hormone unterscheidet sich im Infundibulum
und in der Ampulla hoch signifikant (p < 0,001) von deren Einfluss im Isthmus.

Die Fältelung der Schleimhaut ist am stärksten im Bereich des Infundibulums
ausgeprägt und nimmt im weiteren Verlauf des Eileiters in Richtung Isthmus ab.
Die Unterschiede der Anzahl der Primärfalten sind bei den östrischen Sauen
zwischen allen drei Regionen und bei den interöstrischen Sauen zwischen
Infundibulum und Isthmus und Ampulla und Isthmus statistisch belegbar (p <
0,001). In der Ampulla liegt ein signifikanter (p = 0,026) Unterschied zwischen den
östrischen und den interöstrischen Tieren vor. In Infundibulum (p = 0,286) und
Isthmus (p = 0,402) kann kein Unterschied ermittelt werden. Die Östradiol-17beta- (p
= 0,096) und Progesteron-Konzentration (p = 0,839) haben keinen
lokalisationsabhängigen Einfluss auf die Anzahl der Primärfalten.
Im Infundibulum ist aufgrund der unregelmäßigen Darstellbarkeit der Tunica
muscularis eine Dickemessung nicht möglich. In der Ampulla und dem Isthmus
unterscheidet sich die Dicke der Tunica muscularis in beiden Zyklusphasen hoch
signifikant (p < 0,001). Im Isthmus besteht im Gegensatz zur Ampulla (p = 0,263)
ein statistisch belegbarer Unterschied (p = 0,009) der Dicke der Muskelschicht
zwischen östrischen und interöstrischen Tieren. Der Östradiol-17beta-Progesteron-
Quotient besitzt in Abhängigkeit von der Lokalisation einen hoch signifikanten (p <
0,001) Einfluss.
Eosinophile Granulozyten sind in der Lamina propria von Infundibulum, Ampulla
und Isthmus bei östrischen und interöstrischen Sauen darstellbar. Die Zelldichte
unterscheidet sich bei den östrischen und den interöstrischen Tieren in allen
Lokalisationen hoch signifikant (p < 0,001). Zwischen den Sauen im Östrus und
Interöstrus besteht in der Ampulla ein statistisch belegbarer (p = 0,015)
Unterschied in der Dichte der eosinophilen Granulozyten. In Infundibulum (p =
0,671) und Isthmus (p = 0,465) kann kein statistischer Zusammenhang
nachgewiesen werden. Die Östradiol-17beta- (p = 0,513) und Progesteron-
Konzentration (p = 0,583) besitzen keinen statistisch belegbaren Einfluss auf die
Infiltration des Eileiters mit eosinophilen Granulozyten. Der Östradiol-17beta-
Progesteron-Quotient hat in Abhängigkeit von der Lokalisation einen
unterschiedlichen Einfluss, der im Isthmus nicht signifikant (p = 0,350) ist. In der
Ampulla liegt ein statistisch belegbarer Unterschied (p = 0,015) im Vergleich zum
Isthmus vor. Das Infundibulum unterscheidet sich nicht signifikant (p = 0,102) vom
Isthmus.
Anhand der Ergebnisse dieser Arbeit wird deutlich, dass der Eileiter im
Zyklusverlauf bei geschlechtsgesunden Jungsauen Änderungen der Morphologie
aufzeigt. Des Weiteren lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Dichte
eosinophiler Granulozyten in der Lamina propria des Eileiters und den peripheren
Hormonkonzentrationen von Östradiol-17beta und Progesteron feststellen.
Die dargestellten Ergebnisse sind Grundlage für weitergehende Studien, die sich
mit pathologischen Veränderungen der Eileitermorphologie und der
Eosinophileninfiltration bei fruchtbarkeitsgestörten Sauen beschäftigen.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of the present work was to increase the histomorphological understanding
of the morphology of the fallopian tube of sows, and to study the density of the
eosinophil granulocytes as a component of the local immune system in the uterine
tube, and their potential influence during the phases of the oestrus cycle and the peripheral hormone concentrations.
The genital tracts of eight sows in oestrus and ten in interoestrus were taken
immediately after slaughter. In all cases the animals were gilts that had previously been treated with hormones to induce the oestrus cycle. After this a macroscopic classification of the extracted oviducts into infundibulum, ampulla and isthmus was carried out, and samples were taken from the centre of each region for histological study. Haematoxylin-Eosin, Azan and Sirius-Red were used for staining.
Furthermore the serum concentration of estradiol-17beta and progesterone was
determined for each sow of the oestrus and interoestrus group.
The following are the relevant results that were obtained:
The height of the epithelial layer of the porcine oviduct changes through the
oestrus cycle, whereby the maximum height of the epithelium in the three regions
of the oviduct is reached in oestrus, and a highly significant difference (p < 0.001) to the height of the epithelium in the interoestrus is found.
In the ampullar region the largest epithelium height can be found in oestrus, and the smallest in interoestrus. The height of the epithelial layer differs highly significantly (p < 0.001) between all regions and in both phases of the oestrus cycle. There is no significant difference (p = 0.238) between infundibulular and isthmic regions only for the case of sows in follicular phases. In all regions the epithelium thickness is lower at the bottom of the epithelium fold and in both phases of the oestrus cycle than it is on the tops of the folds (p < 0.001). The height of the epithelium in the isthmic region is neither influenced by the concentration of estradiol-17beta (p = 0.609), nor by the progesterone concentration (p = 0.100). In the infundibulum and in the ampulla the influence of both hormones differs highly significantly (p < 0.001) from that in the isthmus.
The folding of the mucosa is strongest in the infundibulum region and decreases
along the length of the oviduct towards the isthmus. The difference in the number of primary folds for sows during oestrus is statistically significant (p < 0.001) for all three regions, as well as for the interoestrus sows between infundibulum and isthmus, and ampulla and isthmus. A significant difference (p = 0.026) between sows in oestrus and interoestrus occurs in the ampulla. No difference can be detected in the infubdibular (p = 0.286) and isthmic regions (p = 0.403). Neither the estradiol-17beta concentration (p = 0.096) nor the progesterone concentration (p = 0.839) have any positional influence on the number of primary folds.
A thickness measurement of the tunica muscularis in the infundibulum is not
possible because of its irregular reproducibility. The thickness of the muscle layer in both phases of the oestrus cycle differs highly significantly (p < 0.001) in the ampullar and the isthmic region. In the isthmus (p = 0.009) in contrast to the ampulla (p = 0.263) there is a statistically significant difference (p = 0.009) in the thickness of the muscle layer between animals in oestrus and interoestrus. The estradiol/progesterone-ratio has a highly significant influence (p < 0.001) depending on the region of the oviduct.
Eosinophil granulocytes are able to be determined in the lamina propria in all
regions of the fallopian tube of sows in oestrus and interoestrus. The cell density differs highly significantly (p < 0.001) between all regions for the oestral and interoestral animals. A statistically derminable difference in the density of eosinophil granulocytes between both groups of sows exists in the ampullar region (p = 0.015). No relationship can be determined statistically for the infundibulum (p = 0.671) and the isthmus (p = 0.465). Neither the concentration of estradiol-17beta (p = 0.513) nor that of progesterone (p = 0.583) can be shown to influence the infiltration of the oviduct with eosinophil granulocytes. The estradiol/progesteroneratio has a differing influence dependent on the region, but is insignificant (p = 0.350) in the isthmus. In the ampulla there is a statistically determinable
difference (p = 0.015) compared with the isthmus. The infundibulum does not differ significantly from the isthmus (p = 0.102).
It could be demonstrated that the oviduct shows changes of morphology during the
progress of the oestrus cycle of sexually healthy gilts. Furthermore no relationship between the density of eosinophil granulocytes in the lamina propria and the peripheral hormone concentrations of estradiol-17beta and progesterone can be found.
These results provide the base for further studies to consider pathological changes into the oviduct morphology and the infiltration with eosinophil granulocytes for sows with fertility disorders.