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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-70382
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7038/


Tumor-M2-Pyruvatkinase im Stuhl : Retrospektive Analyse von Befunden und Indikationen bei 397 Patienten mit positivem Testergebnis

Tumour M2 pyruvate kinase stool test : restrospective analysis of diagnoses and indications of 397 patients with positive stool test

Harle, Mirjam Christin


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Tumor M2-PK , Pyruvat Kinase , Stuhltest , Kolon Karzinom , Kolon Ca , Darmkrebs
Freie Schlagwörter (Englisch): pyruvate kinase , stool test , CRC
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik und Poliklinik III
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.06.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 24.06.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Bei der Tumorentstehung lassen sich erhöhte Mengen an der dimeren Form der Pyruvatkinase nachweisen. Seit 2003 wird Tu M2-PK als Stuhltest als Screeningmethode für das kolorektale Karzinom eingesetzt.
Jedoch zeigte sich, dass der Stuhltest teilweise nicht spezifisch für Karzinome ist und dass es in der Vergangenheit zu fehlindizierten Einsätzen gekommen war.
Durch eine retrospektive Analyse von Patientendaten mit positivem Tu M2-PK-Stuhltest will die vorliegende Studie zur Klärung der zugrunde liegenden Ursachen für die Erhöhung des Tumormarkers beitragen, um ein besseres Verständnis für den Umgang mit diesem zu erwirken und klare Fehlindikationen zu definieren.
Durch die Symbio Herborn Group GmbH in Herborn wurden landesweit Fragebögen an Praxen verteilt, die den fäkalen Tumortest mittels M2-PK durchführen. Dabei wurden anonym Angaben über Patienten mit positivem Testergebnis erfragt, wie klinische Symptomatik, Vorerkrankungen, Anschlussdiagnostik und Outcome. Daten von 397 Frauen und Männern zwischen 5 und 93 Jahren konnten in die Studie miteinbezogen werden.
Von 397 Patienten wurde in 251 Fällen (63,2%) eine Koloskopie durchgeführt, hiervon wurde in 180 Fällen (71,7%) eine erklärende Diagnose durch Koloskopie, Gastroskopie und Anamnese gefunden. In 12 Fällen wurde ein KRK diagnostiziert; in den anderen Fällen handelte sich meist um entzündliche Erkrankungen des GIT.
Insgesamt muss die Anwendung des Tumormarkers bei 121 Patienten als Fehlindikation gewertet werden, da vorbekannte Erkrankungen wie M. Crohn unweigerlich zu einem falsch positiven Ergebnis führen.
Signifikant hohe Abweichungen des Tu M2-PK-Wertes ergaben sich bei den Diagnosen Colitis ulcerosa, M. Crohn sowie bei koloskopisch ermittelten anderen Entzündungen des GIT. Die Abweichung für das KRK ergab ebenfalls einen hohen Signifikanzwert von 0,158.
Schlussfolgerung:
Die Bestimmung der Tu M2-PK im Stuhl kann einen sinnvollen Beitrag zum Screening auf KRK leisten. Tu M2-PK besitzt eine größere Sensitivität als die anderen gebräuchlichen Tumormarker. Es muss allerdings beachtet werden, dass vorbekannte entzündliche Prozesse des GIT-Traktes dann als klare Fehlindikationen betrachtet werden müssen.

Kurzfassung auf Englisch: It is known, that the dimeric form of the pyruvate kinase is overexpressed in tumourous tissues, but also during inflammation (OREMEK 2003). Since 2003, Tumour M2-PK stool test is used as a screening method for CRC. Since the tumour marker indicates not only CRC, but can also be elevated in other conditions, misindicated applications of the test which consecutively lead to false positive test results have been reported in the past.
The present study aims at revealing the cause of increase in tumor M2-PK in different conditions. Furthermore it wants to define cases of misindication.
The Symbio Herborn Group GmbH distributed a standardised questionnaire about different medical practices in the FRG which were known to use the Tu M2-PK stool test. Anonymous data of patients (pathology, medical history, diagnostic investigation) which had a positive test result were collected and evaluated. The present study evaluated the data of 397 men and women, between age 5 und 93 years.
In 251 of the 397 patients (63,2%) with positive test result, clarification could be reached by coloscopy. In the other 146 cases, results didn´t lead to coloscopy. Of these 251 cases, in 71,7% (180 patients) an explanation was found for the positive tumour test (via colonoscopy, gastroscopy and anamnesis). In 12 cases a CRC was diagnosed, in the remaining cases the reasons for the positive stool marker were mostly inflammatory processes.
In 121 cases the application of the stool test must be evaluated as wrong , eg in established cases of M. Crohn the inflammation inevitably leads to false positive results.
Conclusion:
The detection of Tu M2-PK in stool samples is a valuable tool for the detection of CRC and should be part of the screening program. Tu M2-PK has a higher sensitivity than other tumour markers. Inflammatory processes of the GIT should be regarded as indication out of place.