Die operativen Ergebnisse wurden mit Angaben aus der Literatur verglichen und analysiert. In die vorliegende Arbeit wurden 30 Patienten einbezogen. Es handelt sich dabei um 13 Männer (43,3 %) und 17 (56,6 %) Frauen. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Operation betrug 46.4 Jahre. In 25 Fällen (83,3%) bestanden Nackenbeschwerden, in 28 Fällen (93,3 %) radikuläre Symptome und in 10 Fällen (33,3 %) eine Myelonkompression in Form von Handfunktionsstörungen, in 3 Fällen (10 %) Schwindelgefühl und in einem Fall (3,3 %) Schluckbeschwerden.
Bei 27 Patienten (90 %) erfolgte eine monosegmentale Versorgung, 3 Patienten (10 %) unterzogen sich einer bisegmentalen Operation. Die meistbetroffenste Operationsetage war die Etage C6/7 bei 15 Patienten (50%), gefolgt von der Etage C5/6 bei 9 Patienten (30%). Der postoperative Verlauf war bei 27 Patienten (90%) zufriedenstellend, bei 2 Patienten (6,7 %) verblieben leichte Beschwerden, ein Patient (3,3 %) gab erneut auftretende Beschwerden nach primärer Linderung an und bei keinem Patienten kam es zur Verschlechterung der präoperativ bestandenen Beschwerden. Nur ein Patient (3,33 %) wurde in derselben OP-Etage nach einem Monat reoperiert wegen eines Rezidiv-Bandscheibenvorfalls in derselben Etage mit Wiederkehr der Symptome. Ein Patient (3,33 %) wurde in einer anderen Etage operiert wegen eines dort erneute aufgetretenen Bandscheibenvorfalls.
Die gravierendste intraoperative Komplikation war eine Arteria-vertebralis-Verletzung bei einem Patienten (3,33 %), nach sofortiger Ligatur traten postoperativ keine Ausfälle auf. In keinem Fall war im postoperativen Verlauf eine Wundheilungsstörung oder eine Discitis aufgetreten. Es wurde durch diese Arbeit herausgestellt, dass sich mit dieser Operationsmethode gute und sehr gute klinische Operationsergebnisse erzielen lassen. Es konnte gezeigt werden, dass es dabei nicht zu einer Veränderung der segmentalen Beweglichkeit kommt, weder durch Fusion noch durch Instabilität. Zusätzlich wird die Komorbidität durch die Beckenkammspanentnahme vermieden, sowie durch den unkomplizierten postoperativen Verlauf durch Verkleinerung des Operationszuganges die Dauer des Krankenhausaufenthaltes und der Kosten verringert. Damit halten wir die OP-Methode für ein gutes und richtungsweisendes minimalinvasives Verfahren, welches die Potenz für eine breite Anwendung in der Wirbelsäulenchirurgie hat.">
 

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Prospektive Studie zur Evaluation der transossären Dekompression, einer neuen Methode der Behandlung von Halsbandscheibenvorfällen ohne Bandscheibenersatz oder Segmentversteifung

Iskander, Joseph


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Freie Schlagwörter (Deutsch): transossären Halsbandscheibenvorfälle
Freie Schlagwörter (Englisch): cervical disc tranosser minimal invasive
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie; Klinik für Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie und Querschnittgelähmte der Zentralklinik Bad Berka
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.05.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 22.06.2009
Kurzfassung auf Deutsch: In einer prospektiven Untersuchung wurden über einen Zweijahreszeitraum alle Patienten, die sich einem neuen, an der Klinik für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie der Zentralklinik Bad Berka GmbH entwickelten Verfahren der ventralen transossären Wurzeldekompression ohne Fusion der Halswirbelsäule unterzogen, nachuntersucht.
Das Neue dieser Operationsmethode besteht in dem völlig anderen Zugang zum Bandscheibenvorfall. Anders als bei der herkömmlichen Technik des "Wegs des geringeren Widerstandes" durch die Weichteile des Zwischenwirbelraumes wird ein Weg durch den Wirbelkörper mittels eines Hohlbohrers gelegt. Dadurch kann verhindert werden, dass bradytrophes Gewebe der Bandscheibe aus Zugangsgründen iatrogen reseziert werden muß. Im Gegensatz zu Bandscheibengewebe, welches ohne eigene Blutversorgung ist, und deshalb wenig bis gar keine Heilungstendenz hat, kann Knochen ad integrum heilen. Das Ziel dieser Arbeit ist, ob der wesentliche Mehraufwand und die theoretische Gefahr des transossären Weges durch bessere Behandlungsergebnisse gerechtfertigt werden.
Bei der Patientenuntersuchung, präoperativ mit Scorevergleich, postoperativ während des stationären Aufenthalts und durch ambulante Kontrollen sowie Röntgenkontrollen und mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens, eines zusätzlichen Scores, wurde eine Analyse des neurologischen Outcomes vorgenommen und der subjektive Zufriedenheitsgrad der operierten Patienten bestimmt. Ausschlusskriterien waren unvollständig beantwortete Fragebögen und nicht zur Kontrolle erschienene Patienten sowie nicht auswertbare Röntgenbilder.

Die operativen Ergebnisse wurden mit Angaben aus der Literatur verglichen und analysiert.
In die vorliegende Arbeit wurden 30 Patienten einbezogen. Es handelt sich dabei um 13 Männer (43,3 %) und 17 (56,6 %) Frauen. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Operation betrug 46.4 Jahre. In 25 Fällen (83,3%) bestanden Nackenbeschwerden, in 28 Fällen (93,3 %) radikuläre Symptome und in 10 Fällen (33,3 %) eine Myelonkompression in Form von Handfunktionsstörungen, in 3 Fällen (10 %) Schwindelgefühl und in einem Fall (3,3 %) Schluckbeschwerden.

Bei 27 Patienten (90 %) erfolgte eine monosegmentale Versorgung, 3 Patienten (10 %) unterzogen sich einer bisegmentalen Operation.
Die meistbetroffenste Operationsetage war die Etage C6/7 bei 15 Patienten (50%), gefolgt von der Etage C5/6 bei 9 Patienten (30%).
Der postoperative Verlauf war bei 27 Patienten (90%) zufriedenstellend, bei 2 Patienten (6,7 %) verblieben leichte Beschwerden, ein Patient (3,3 %) gab erneut auftretende Beschwerden nach primärer Linderung an und bei keinem Patienten kam es zur Verschlechterung der präoperativ bestandenen Beschwerden.
Nur ein Patient (3,33 %) wurde in derselben OP-Etage nach einem Monat reoperiert wegen eines Rezidiv-Bandscheibenvorfalls in derselben Etage mit Wiederkehr der Symptome. Ein Patient (3,33 %) wurde in einer anderen Etage operiert wegen eines dort erneute aufgetretenen Bandscheibenvorfalls.

Die gravierendste intraoperative Komplikation war eine Arteria-vertebralis-Verletzung bei einem Patienten (3,33 %), nach sofortiger Ligatur traten postoperativ keine Ausfälle auf. In keinem Fall war im postoperativen Verlauf eine Wundheilungsstörung oder eine Discitis aufgetreten.
Es wurde durch diese Arbeit herausgestellt, dass sich mit dieser Operationsmethode gute und sehr gute klinische Operationsergebnisse erzielen lassen. Es konnte gezeigt werden, dass es dabei nicht zu einer Veränderung der segmentalen Beweglichkeit kommt, weder durch Fusion noch durch Instabilität. Zusätzlich wird die Komorbidität durch die Beckenkammspanentnahme vermieden, sowie durch den unkomplizierten postoperativen Verlauf durch Verkleinerung des Operationszuganges die Dauer des Krankenhausaufenthaltes und der Kosten verringert.
Damit halten wir die OP-Methode für ein gutes und richtungsweisendes minimalinvasives Verfahren, welches die Potenz für eine breite Anwendung in der Wirbelsäulenchirurgie hat.
Kurzfassung auf Englisch: Recently, There are new conventional methods in the field of cervical disc surgery which were based on the idea of removing the whole disc material including the non damaged part of the disc while a large part of the annulus has to be destroyed in order to permit a safely route for the removal of the displaced disc fragment.
In the prospect of Instable mobile segment and loss of disc-height ,there are some undesired sequelae such as: foramen stenosis and subsequent postoperative radiculopathy . That´s what made many authors recommend a primary fusion after removal of a cervical disc prolapse to guard against loss of disc height and undesired instability. However, many approach- related and graft- related complications were caused by open decompressive surgery with fusion.
However, The aim of this study is to evaluate the efficacy of a novel minimal invasive technique as an alternative method instead of the standard operative treatment of cervical disc prolapse such as: complete discectomy, fusion or implantation of an artificial disc.
This study was concerned with this technique´s operations which were done to 30 Consecutive patients with a mean age 46.4 years in the time interval from 2005 to 2007.
A mono-segmental operation was performed to 27 patients (90%) while the other 3 patients (10%) had a bi-segmental operation.
As regards to the Indications for this method, they are as the following:
• Cervical soft disc herniations which are evident on CT and MRI "Without definite segmental instability on plain radiography"
• Lateral cervical disc prolapse at one or multiple levels with cervical nerve root compression.
While Contraindications for this method include:
• Instability of the affected segment
• Central spinal cord compression
• Fractures of the cervical spine
• Advanced degeneration of the affected segment with osteophytes formation "which is a relative contraindication"
An average 12 months period was taken for the follow up . The Oswestry Score together with Neck Disability Index (NDI) were used to assess the patients pre-operatively as well as post-operatively. Also, The Visual Analog Scale (VAS) was recorded before and after the procedure.
The results of the scoring systems were analyzed statistically using Student’s T-test. At the end of the follow up period, some conclusions were determined as the following:
• when some of the pre-operative neurological deficits persisted post-operatively, the neurological deficits were considered to be "improved"
• while when the pre-operative neurological deficits disappeared completely, they were considered to be "recovered completely"
The mean operating time per one segment was 64.8 minutes and the blood loss ranged from 0 to 350 ml with the mean of 82.4 ml. Hospitalization period ranged from 2-3 days and patients were mobilized in the same day of the operation.
The mean NDI was improved from 34 (pre-operative) to 4.6 (post-operative) and this was statistically significant (P<0.05). At the same time, the mean Oswestry Score was improved from 16.4 (Pre-operative) to 1.6 (post-operative) and this was statistically significant (P<0.05). Corresponding improvement of VAS for neck and arm pain was also recorded. VAS for arm pain was improved from 6 to 1.3 which again was statistically significant (P<0.05).
Regarding the preoperative neurological deficits, 27 (90%) patients showed complete recovery of the neurological deficits. On the other hand, only one patient showed recurrence of the preoperative neurological status and this took place one month after the operation and he was reoperated on with the same technique successfully.
Regarding the postoperative stability of the operated segment, in the post operative functional radiographic assesment which was done after one year of the surgical intervention, it was detected that there was no significant impairment of the stability of the operated segment according to the criteria of White and Banjabi.
In summary, it can be stated that improvement of pre-operative pain, range of movements and neurological deficits together with excellent cosmetic outcome were achieved in all patients, achieving unique advantages which include:
minimal surgical trauma, little or no effect on the stability of the spine and hence fusion is not mandatory, rapid rehabilitation, minimal blood loss, short operating time , short hospitalization period and excellent cosmetic outcome.
From the previously mentioned clinical results, this trans-osseous approach seems to be a promising and an effective alternative method for the treatment of cervical disc prolapse.