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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-69083
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/6908/


Untersuchungen zur Benetzbarkeit von Prothesenkunststoffen

Studies on wettability of acrylic resin denture base materials

Döring, Dirk


pdf-Format: Dokument 1.pdf (479 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Kontaktwinkel , Prothesenlagerung , Prothesenoberflächenbearbeitung , Prothesenhalt , Künstlicher Speichel
Freie Schlagwörter (Englisch): contact angle , denture storage , denture surface treatment , denture adherence , artificial saliva
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.03.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 16.03.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Wahl des optimalen Kunststoffs für eine zahnärztliche Prothesenherstellung mit dem Ziel der bestmöglichen Haftung an der Mundschleimhaut hängt nicht allein von der Art der Prothesendimensionierung und Gestaltung ab, sowie ihre Kongruenz zum Prothesenlager, sondern auch von deren Lagerung und Oberflächenbeschaffenheit. Hinsichtlich Lagerung ging es um die Zeit, in der die Prothese außerhalb des Mundes trocken oder in einem Wasserbad, über Nacht, oder nach der zahntechnischen Herstellung bzw. Veränderung, bis zur Eingliederung in den Mund des Patienten gelagert wird.

Eine Oberflächenbearbeitung zur Verbesserung des Prothesenhalts, mit den in der Zahntechnik üblichen Methoden oder aber das Belassen der Prothesenbasis im polymerisierten Zustand war ebenfalls Bestandteil der Arbeit.

Sämtliche Messungen fanden mittels computerunterstützter optischer und auf die Flüssigkeitsapplikation bezogener, computerdosierter Methoden einer statischen Kontaktwinkelmessung an der Grenzfläche zwischen liegendem 6 µl Flüssigkeitstropfen und horizontaler Kunststoffoberfläche in einem geschlossenen System statt.

Als Flüssigkeit wurde deionisiertes Wasser und künstlicher Speichel zur Kontaktwinkelmessung verwendet.

Eine Messtemperatur von exakt 23° C wurde eingehalten.

Die Mess- und Beobachtungszeit betrug 120 Sekunden.
Es wurden von jedem der 4 Kunststoffe jeweils 10 kreisrunde Prüfkörper hergestellt, ein jeder auf einer eigenen Gipsoberfläche, sodass jeder Prüfkörper ein Unikat darstellte, analog zu einer Patientenprothese.

Die Oberfläche aller polymerisierten Prüfkörper wurde im Laufe der Untersuchungen mit Schmirgel, Bimssteinpulver und einer Hochglanzpoliturflüssigkeit bearbeitet. Bei jedem Prüfkörper wurden für jede mögliche Kombination der Messparameter Lagerung, Benetzungsmedium und Oberflächen-beschaffenheit jeweils 10 Messungen durchgeführt.

Dies führte unter Anwendung von standardisierten Mess- und Bearbeitungsmethoden zu einer Aussage über die Benetzbarkeit von veränderten Kunststoffoberflächen.

Zusammenfassend haben die durchgeführten Untersuchungen ergeben, dass eine Benetzung mit künstlichem Speichel, eine ununterbrochene Feuchtlagerung, sowie eine Oberflächenbearbeitung mit Schmirgelpapier der Körnung 240 zu der besten Benetzbarkeit führen.


Unter den oben genannten Parametern nimmt die Benetzbarkeit der Kunststoffe in folgender Reihenfolge ab:

1: Versyo®.com

2: Microbase®

3: Eclipse®

4: Palapress®.


Ein Zahnarzt wird mit dieser Studie in die Lage versetzt, für einen Patienten, der eine Totalprothese benötigt, den optimalen Kunststoff auszuwählen.

Eine Verbesserung der Benetzbarkeit kann zudem durch die Bearbeitung der zur Schleimhaut gelegenen Basis mit Schmirgelpapier, sowie einer Feuchtlagerung vor Eingliederung erreicht werden.

Dies trifft ebenfalls auch für Unterfütterungsarbeiten schon existierender Prothesen zu. Dem Patienten sollten zudem die nötigen Empfehlungen zur Lagerung seiner Prothese mitgeteilt werden.
Kurzfassung auf Englisch: The choice of the optimal acrylic resin denture base material for the production of a prosthetic denture with the aim of the best possible adhesion at the mouth mucous membrane not only depends on the kind of the prosthetic dimensioning and organization, and its congruence to the prosthetic stock, but also on its storage and the surface finish.

With regard to storage it was the question of time, in which the prosthesis stored outside the mouth, dry or in a bath of water, overnight, after the dental manufacturing or modification, until the incorporation into the patients mouth.

Surface treatments, for the improvement of the adhesion of the prosthetic denture, with the usual means used in the denture technique or the leaving of the prosthetic basis in the polymerized untreated state were also part of this study.

All measurements took place by computer assisted optical static contact angle measurements at the boundary surface between to the liquid computer proportioned application of 6 µl lying liquid drops and the horizontal surface of the acrylic resin denture base material in a closed system.

As liquid for the contact angle measurement deionized water and artificial saliva were used.

The measurement temperature was kept at exactly 23° C.

The measurement observation interval was fixed at 120 seconds.

In each case 10 circular test pieces were set up by each of the 4 acrylic resin denture base materials, each on its own plaster surface, so that every test piece represented an unique specimen, analogous to a patient prosthesis.

All polymerized test pieces were processed in the course of the investigation of their surface with emery, pumice stone and a mirror finish liquid.

On every test piece 10 measurements of every measurement parameter like wetting medium surface finish and the storage of the denture base material were executed.

With those results of standardized measurement and processing methods a final statement about the wettability of treated acrylic resin denture base surfaces was possible.

A summary of all investigations mentioned summarized shows that a wetting with artificial saliva, a continuous moist storage and the surface treatments with emery linen of the grain 240 represents the optimum.


The evaluation of the materials according to the set parameters produced the following results of decreasing wettability:

1: Versyo®.com

2: Microbase®

3: Eclipse®

4: Palapress®.


With the results of this study a dentist is enabled to choose the optimal denture base material for a patient who requires a prosthetic denture.

An increase of wettability can result by processing the prosthetic basis situated to the mucous membrane corresponding with emery linen and carry out a moist storage before incorporation in the patient’s mouth.

The same result occurs after the lining of an existing prosthetic denture.

He also can give necessary recommendations to the patient according to the storage of the prosthetic denture.