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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6671/


Zur künstlerischen Konzeption Peter Telljohanns : Struktur und Erfahrung einer Gattungsinterferenz

Antpöhler, Ruth


pdf-Format: Dokument 1.pdf (6.461 KB)

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SWD-Schlagwörter: Werk , Wirklichkeit , Zwischenbild , Skulptur , Gattungsinterferenz
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Kunstgeschichte
Fachgebiet: Kunstgeschichte
DDC-Sachgruppe: Künste, Bildende Kunst allgemein
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.12.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 17.12.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Auf der Grundlage ausgewählter Werkbeispiele des zeitgenössischen Künstlers Peter Telljohann untersucht die Dissertation das Zusammenwirken unterschiedlicher medialer Aspekte, vornehmlich die der Malerei und der Skulptur. Telljohanns Konzeption setzt kein geschlossenes Gattungssystem voraus, auch nicht dessen Überwindung, sondern das Werk als eine Grenzformulierung zwischen den Medien: die im Übergang befindliche Arbeit.
Aufgezeigt wird die Produktivität einer intermedialen Problematik in der Gebundenheit an eine individuelle künstlerische Konzeption.


Die Interferenz von Bild und Skulptur im Werk Telljohanns schließt Aspekte von sowohl Malerei und Installation, von plastischen und skulpturalen Verfahren, als auch von objekthaften Anteilen mit ein. Sie lassen sich entsprechend der jeweiligen Werkerfahrung spezifizieren, fügen sich aber in die Grundproblematik einer Verhältnissetzung von Flächenphänomenen und dreidimensionalen Formen sowie von Bild und Bildträger. Diese Verhältnissetzung wird erörtert im Zusammenhang mit einer Reflexion der künstlerischen Strategien und Bausteine. Besondere Beachtung finden dabei Gestaltungsmittel, die die Prozessualität der Werkstruktur und Werkerfahrung begründen. Dazu gehören Licht, Formstruktur und die Offenheit der Elemente zum umgebenden Raum.


Im Einzelnen werden a) eine temporäre Installation, b) die Gruppe der Lichtkästen, c) die Arbeit Kyl, d) die Werkgruppe Millers und e) diejenige der Holzbilder behandelt. In allen Werken ist die Tätigkeit des Betrachtens, das Sehen selbst, ein ergänzender Part der sichtbaren Gestalt. In diesem Dialog bildet sich der Werkcharakter erst vollständig aus. Er zeigt sich formal und inhaltlich als eine auf das Subjekt und seine Situation bezogene und über das Subjekt hinausweisende Werkerfahrung. Anhand der verschiedenen Beispiele wird diese Erfahrung analysiert und theoretisch kontextualisiert.


Struktur und Erfahrung der Gattungsinterferenz bilden die Grundlage eines komplexen Bezugsystems aus Subjekt, Wirklichkeit und Werk. Dabei tragen Fragen nach der Verbindung von Kunstwerk und Natur zur Darstellung bei, sowie solche nach der Beziehung von materiellem Träger und Sichtbarkeitswert. Telljohanns Arbeit an der Interferenz der Gattungen erweist sich als eine produktive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Kunstwerk und Wirklichkeit.