In der vorliegenden Studie zeigte keine der untersuchten Kenngrößen des Zahnputzverhaltens einen Einfluss auf das Auftreten nicht-kariesbedingter Zahnhartsubstanzverluste, so dass die ätiologische Hypothese des mechanischen Substanzabtrags durch den Zahnputzvorgang von unseren erstmals experimentell erhobenen Daten zur Zahnputztechnik und zum Putzdruck nicht gestützt wird.
Die Abwägung der bislang aufgestellten Hypothesen lässt ein multifaktorielles Geschehen vermuten, bei dem okklusale Belastungen als Auslöser dazu führen, dass Schmelzkristalle aus der in Richtung Zahnhals immer dünner werdenden Schmelzschicht herausbrechen und so das freiliegende Dentin für chemische oder mechanische Erosionen prädisponiert wird. Dem Mundhygieneverhalten kommt im Rahmen dieses multifaktoriellen Erklärungsansatzes die Bedeutung eines Kofaktors zu. "> In this study, none of the examined parameters of tooth brushing performance showed an impact on the existence of non-caries dental hard substance defects, so that the aetiological assumption of mechanic substance loss during the brushing procedure is not supported by our first-time experimentally collected data of tooth brushing technique and brushing pressure.
The consideration of assumptions made to date leads to presuming a multifactorial process during which occlusal factors lead to the disruption of cristalline structure of enamel layer which gets thinner in the cervical region; thus, the exposed dentine is predisposed for chemical or mechanical erosions. Within this multifactorial approach, oral hygiene is a co-factor.">
 

Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-66453
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6645/


Klinische Beobachtung von Mundhygienegewohnheiten bei Personen ohne und mit nicht-kariesbedingten Zahnhartsubstanzdefekten

Clinical evaluation of tooth brushing habits in persons with and without non-caries dental hard substance defects

Preiss, Susanne


pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.632 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): nicht-kariesbedingte Zahnhartsubstanzdefekte , Mundhygienegewohnheiten
Freie Schlagwörter (Englisch): non-caries dental hard substance defects , tooth brushing habits
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.09.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 27.11.2008
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie sollte die Frage geklärt werden, welchen Einfluss Häufigkeit und Zeitpunkt des Zähneputzens, zahnbürstehaltende Hand, Ansatzfläche zu Beginn des Putzvorgangs, Putztechnik, Putzdauer und Putzdruck auf das Vorliegen nicht-kariesbedingter Zahnhartsubstanzdefekte haben. Eine von unserer Arbeitsgruppe entwickelte Apparatur, mit der es möglich ist, den Bürstdruck während des Zähneputzens kontinuierlich aufzuzeichnen und den Bürstvorgang gleichzeitig mit einer Videokamera zu dokumentieren, sollte im Sinne eines Pilotprojekts erstmals an einer Gruppe von 103 Probanden (20-55 Jahre) zur Anwendung kommen.


26,2% der untersuchten Probanden wiesen Zahnhartsubstanzdefekte auf (keilförmige Defekte: n = 18, amorphe Defektformen: n = 7, Erosionen: n = 2). Der Vergleich von Probanden ohne und mit Zahnhartsubstanzdefekten ergab keinen signifikanten Einfluss von Alter (31,0 ± 6,4 vs. 32,0 ± 5,5 Jahre) oder Geschlecht (Frauen: 63,2% vs. 48,1%). Ebenso wenig unterschieden sich Probanden ohne und mit Zahnhartsubstanzdefekten statistisch signifikant in Hinblick auf die Häufigkeit des Zähneputzens (1 x täglich: 10,5% vs. 14,8%; 2 x täglich: 77,6% vs. 85,2%, 3 x täglich: 11,8% vs. 0%), Zeitpunkt des Zähneputzens ("meistens im Anschluss an die Mahlzeiten": 7,9% vs. 11,1%), zahnbürstehaltende Hand (rechts: 93,4% vs. 92,6%), Ansatzfläche bei Beginn des Putzvorgangs (vestibulär: 80,3% vs. 92,6%), Putztechnik (horizontale Schrubbtechnik: 10,5% vs. 11,1%), Putzdauer (97,8 ± 38,9 sec vs. 93,4 ± 26,6 sec) und Putzdruck (Gesamtputzdruck: 2,29 ± 0,73 N vs. 2,34 ± 0,78 N).


In der vorliegenden Studie zeigte keine der untersuchten Kenngrößen des Zahnputzverhaltens einen Einfluss auf das Auftreten nicht-kariesbedingter Zahnhartsubstanzverluste, so dass die ätiologische Hypothese des mechanischen Substanzabtrags durch den Zahnputzvorgang von unseren erstmals experimentell erhobenen Daten zur Zahnputztechnik und zum Putzdruck nicht gestützt wird.


Die Abwägung der bislang aufgestellten Hypothesen lässt ein multifaktorielles Geschehen vermuten, bei dem okklusale Belastungen als Auslöser dazu führen, dass Schmelzkristalle aus der in Richtung Zahnhals immer dünner werdenden Schmelzschicht herausbrechen und so das freiliegende Dentin für chemische oder mechanische Erosionen prädisponiert wird. Dem Mundhygieneverhalten kommt im Rahmen dieses multifaktoriellen Erklärungsansatzes die Bedeutung eines Kofaktors zu.
Kurzfassung auf Englisch: This study aimed at answering the question which impact frequency and time of
brushing of teeth, handedness, brush position at start of brushing, brushing
technique, brushing duration and brushing pressure have on the existence of
non-caries dental hard substance defects. Equipment developed by our
working group, allowing to continuously record the brush pressure during
brushing and to simultaneously document the brushing by means of a video
cam, was to be used for the first time in a group of 103 test persons (20-55
years) as part of a pilot scheme.

26.2 % of the test persons had hard tissue lesions (wedge-shaped defects: n =
18, amorphous defect forms: n = 7, erosions: n = 2). The comparison of test
persons with and without hard tissue lesions did not result in a significant
impact of age (31.0 ± 6.4 vs. 32.0 ± 5.5 years) or sex ( women: 63.2% vs.
48.1%). Likewise, test persons with and without hard tissue lesions differed
statistically significantly with regard to the frequency of tooth brushing (once
daily: 10.5% vs. 14.8%; twice daily: 77.6% vs. 85.2%, three times daily: 11.8%
vs. 0%), time of tooth brushing ("usually following meals": 7.9% vs. 11.1%),
handedness (right: 93.4% vs. 92.6%), brush position at start of brushing (vestibular:
80.3% vs. 92.6%), brushing technique (horizontal scrubbing technique:
10.5% vs. 11.1%), brushing duration (97.8 ± 38.9 sec vs. 93.4 ± 26.6 sec) and
brushing pressure (total brushing pressure: 2.29 ± 0.73 N vs. 2.34 ± 0.78 N).

In this study, none of the examined parameters of tooth brushing performance
showed an impact on the existence of non-caries dental hard substance
defects, so that the aetiological assumption of mechanic substance loss during
the brushing procedure is not supported by our first-time experimentally
collected data of tooth brushing technique and brushing pressure.

The consideration of assumptions made to date leads to presuming a multifactorial
process during which occlusal factors lead to the disruption of
cristalline structure of enamel layer which gets thinner in the cervical region;
thus, the exposed dentine is predisposed for chemical or mechanical erosions.
Within this multifactorial approach, oral hygiene is a co-factor.