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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-64670
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6467/


Prävalenz schlafbezogener Atmungsstörungen bei Patienten mit klinisch stabiler, schwerer systolischer Linksherzinsuffizienz

Sleep apnoea in patients with stable heart failure

Kleinsorge, Frauke


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Herzinsuffizienz , Obstruktive Schlafapnoe , Cheyne-Stokes Atmung
Freie Schlagwörter (Englisch): congestive heart failure , Cheyne-Stokes respiration , obstructive sleep apnoea
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik II
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.09.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 02.10.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die Schlafapnoe ist laut US-Amerikanischen Studien eine häufige Begleiterkrankung bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Als vorherrschender Typ der Schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) wurde bei dieser Patientengruppe wiederholt die Cheyne-Stokes Atmung (CSA) beschrieben.

Um die Prävalenz von schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) bei Patienten mit Herzinsuffizienz auch in Deutschland zu untersuchen, wurde eine multizentrische Studie mit 203 Patienten durchgeführt.
Alle teilnehmenden Personen litten unter einer stabilen Herzinsuffizienz mit Zugehörigkeit zum NYHA-Stadium II oder III und einer Ejektionsfraktion (LVEF) < 40%. Nach Ausfüllen eines Fragebogens wurden die Probanden mittels einer Polygraphie untersucht. Sämtliche Daten wurden im Studienzentrum in Giessen zusammengefasst und ausgewertet. Die Patienten wurden unabhängig von schlafbezogenen Symptomen rekrutiert.

Die Mehrheit der Patienten war männlichen Geschlechts und in stationärer Behandlung. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 65 Jahre. beta-Rezeptorenblocker und ACE-Hemmer / AT-II-Rezeptorenblocker wurden von 90% bzw. 91% der Untersuchten eingenommen. Bei 71% (n=145) der Studienteilnehmer wurde ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) > 10/h festgestellt und damit eine Schlafapnoe diagnostiziert. An einer obstruktiven Schlafapnoe litten 43% (n=88) der Probanden und die Cheyne-Stokes Atmung wurde in 28% (n=57) beobachtet.
Im Vergleich mit vorangehenden Studien dominiert in dieser Untersuchung das Auftreten der OSA über dem der CSA. Dieser Unterschied könnte u.a. auf Differenzen in den Untersuchungsmethoden oder auf die verbesserte Pharmakotherapie in den letzten Jahren zurückzuführen sein. Ebenso mögen ethnische Einflüsse eine Rolle spielen.
Zusammenfassend ist die Prävalenz von SBAS bei Patienten mit stabiler Herzinsuffizienz auch in der europäischen Bevölkerung sehr hoch. Da die CSA sowie die OSA eine erhebliche negative Auswirkung auf die Entwicklung einer Herzinsuffizienz haben, sollte bei jedem Betroffenen mit einer LVEF < 40% eine nächtliche Polygraphie durchgeführt werden
Kurzfassung auf Englisch: Studies from the United States have reported that sleep apnoea is common in congestive heart failure (CHF), with Cheyne–Stokes respiration (CSR) being the most frequent type of sleep disordered breathing (SDB) in these patients. Within the present study, the authors sought to assess the prevalence and type of SDB among CHF patients in Germany.
A total of 203 CHF patients participated in this prospective multi-center study. All patients were stable in New York Heart Association classes II and III and had a left ventricular ejection fraction (LVEF) under 40%. The patients were investigated by polygraphy and all data were centrally analysed. Patient enrolment was irrespective of sleep-related symptoms.
The majority of patients were male with a mean age of 65 years and hospitalised. Life prolonging medication was taken by over 90% of the participants. Of the 203 patients, 145 (71%) had an apnoea/hypopnoea index > 10/h, obstructive sleep apnoea (OSA) occurred in 43% (n=88) and CSR in 28% (n=57) of patients.
In comparison to the preceding U.S. studies, the occurrence of OSA was more frequent then the occurrence of CSR. Differences in research methods or ethnical backgrounds could be an explanation.
The prevalence of sleep-disordered breathing is high in patients with stable severe congestive heart failure from a European population. As this may have a negative impact on the prognosis of congestive heart failure, a sleep study should be performed in every patient with congestive heart failure and a left ventricular ejection fraction below 40%. This diagnostic approach should probably be adopted for all of these patients irrespective of the presence of sleep-related symptoms.