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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-63424
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6342/


Entwicklung geeigneter Parameter zur Beurteilung von elastischen Laufgangauflagen in Liegeboxenlaufställen für Milchkühe

Development of adequate parameters to evaluate walking way covers in loose house systems for dairy cows

Reubold, Harald


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.221 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Agrarwissenschaft , Landtechnik , Laufflächen Milchvieh , elastische Laufflächenauflagen , Klauengesundheit Milchvieh
Freie Schlagwörter (Englisch): elastic walking way covers for dairy cows , rubber mats for dairy cows , claw health dairy cows
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Landtechnik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.07.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 05.09.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Untersuchung ist es, klinische und technische Parameter auf ihre Eignung zur Beurteilung von elastischen Laufgangauflagen im Liegeboxenlaufstall für Milchkühe zu untersuchen.

Sechs unterschiedliche Laufgangauflagen aus Gummi, zwei Produkte für Spaltenböden und vier Produkte für planbefestigte Laufflächen, wurden in sechs Milchviehbetrieben eingebaut. Durch Verwendung ausgereifter Messtechnik wurden die Verformbarkeit und die Rutschfestigkeit der Laufflächen gemessen. Vor Einbau sowie drei und neun Monate nach Einbau der Produkte erfolgte eine Bonitierung der Klauen aller Kühe nach dem bundeseinheitlichen Diagnoseschlüssel. Es wurden die Klauenbefunde, die Tragrandform und die Dorsalwandlänge bei 222 Kühen erfasst.

Die Messung der Verformbarkeit von Laufflächenauflagen aus Gummi ist als Parameter zur Beurteilung der Laufflächenauflagen gut geeignet. Bereits ab 1,4 mm Verformbarkeit werden eine gute Rutschfestigkeit und eine Reduzierung von Klauenerkrankungen erreicht.

Die Messung der Rutschfestigkeit von Laufflächenauflagen ist auch als Parameter geeignet um Laufflächenauflagen aus Gummi zu bewerten. Jedoch ist hier nur die Aussage möglich, dass die in der Literatur angegebenen Grenzwerte erreicht oder übertroffen werden und somit eine ausreichende Rutschfestigkeit gegeben ist. Eine weitere Differenzierung ist nicht möglich.

Die Ergebnisse bei den Befunden Klauenrehe, Weiße Linien Defekt, Doppelte Sohle, Ballenhornfäule und Steingalle zeigen eine signifikante Zunahme der Tiere ohne Befund bei Haltung auf elastischen Laufgangauflagen aus Gummi. Klauenrehe: Zunahme Tiere ohne Befund um 18,9 %. Weiße Linien Defekt: Zunahme Tiere ohne Befund um 7,7 %. Doppelte Sohle: Zunahme Tiere ohne Befund um 17,6 %. Ballenhornfäule: Zunahme Tiere ohne Befund um 31,6 %. Steingalle: Zunahme Tiere ohne Befund um 12,1 %.

Die Häufigkeit der Tiere mit dem Befund Rusterholzsches Sohlengeschwür hat durch die Haltung auf Laufgangauflagen aus Gummi von 16,3 % auf 22,5% signifikant zugenommen.

Als Parameter zur Beurteilung von elastischen Laufflächenauflagen sind die Befunde Klauenrehe, Weiße Linien Defekt, Doppelte Sohle, Steingalle und Rusterholzsches Sohlengeschwür geeignet.

Als Parameter zur Beurteilung von Laufgangauflagen ist der Befund Ballenhornfäule nicht geeignet. Die Ursachen für Ballenhornfäule als auch die positiven Effekte durch den Gummiboden sind nicht primär auf die Bodengestaltung im Laufgang zurückzuführen.

Die Häufigkeit der Befunde Wandläsion, Klauenfäule, Mortellarosche Krankheit, Klauensohlengeschwür und Zwischenklauenwulst wird durch die Haltung auf Laufgangauflagen aus Gummi nicht signifikant verändert. Diese Befunde sind als Parameter zur Beurteilung von Laufgangauflagen aus Gummi nicht geeignet.

Der Dorsalwandzuwachs ist als Parameter zur Bewertung von Laufgangauflagen aus Gummi geeignet. Nach sechs Monaten Haltung auf Laufgangauflagen aus Gummi wurde im Mittel ein Zuwachs der Dorsalwandlänge um 7,4 mm festgestellt. Die Messung des Hornzuwachses bei Tieren, die auf Laufgangauflagen aus Gummi gehalten werden, gibt Aufschluss wie die Belastung und der Hornabrieb an den Klauen ist. Dadurch ist es möglich den Zeitraum für das bei Laufgangauflagen aus Gummi erforderliche Klauenpflegeintervall zu ermitteln. Aufgrund des geringeren Hornabriebs und des damit verbundenen Hornzuwachses sollte das Klauenpflegeintervall bei Laufgangauflagen aus Gummi verkürzt werden.

Die Form des Tragrandes der Rinderklaue ist als Parameter zur Bewertung von Laufgangauflagen geeignet. Vor Einbau der Laufgangauflagen hatten nur 15,8 % der Tiere einen überstehenden Tragrand. Nach neun Monaten Haltung auf Laufgangauflagen aus Gummi hatten 95,5 % der Tiere einen überstehenden Tragrand. An der Tragrandform ist erkennbar wie die Bodengestaltung die Rinderklaue belastet und welcher Hornabrieb hervorgerufen wird. Laufgangauflagen aus Gummi reduzieren die Belastung und nutzen das Klauenhorn geringer ab, so dass ein deutlich überstehender Tragrand entsteht.

Mehr Tiergerechtheit beim Stehen und Gehen ist durch elastische Laufgangauflagen aus Gummi möglich wie die Ergebnisse der Arbeit zeigen. Die positiven Auswirkungen weicher Böden auf die Klauen machen deutlich, welches Potenzial in der Laufflächengestaltung für die Verbesserung der Klauengesundheit liegt.
Kurzfassung auf Englisch: The intention of this study is to analyze the suitability of clinical and technical parameters for the evaluation of elastic walking way covers in loose house systems for dairy cows.

Six different walking way covers made of rubber, two products for slats and four products for flat walking ways, were build in in six dairy farms. With the utilization of technically mature measurement technique the deformability and the slip resistance of the walking way covers was measured. Before and three and nine month after build in the products a claw examination of all cows was done after the German standard diagnostic system. The growth of the dorsal wall, shape of the weight bearing surface and the frequency of claw lesions was determined by 222 cows.

The deformability measurement of walking way covers made of rubber is good adapted to evaluate walking way covers. Beginning with a deformability of
1.4 mm a good slip resistance and the reduce of claw lesions are achieved.

The slip resistance measurement of walking way covers made of rubber is also adapted to evaluate walking way covers. But with this measurement only the conclusion is possible that the in the literature denoted limit value is achieved or excelled and an adequate slip resistance is existing. A further differentiation is not possible.

The results by the findings laminitis, white line disease, double sole, heel horn erosion and sole bruising show significant increase of cows without the findings, when the cows were kept on elastic walking way covers made of rubber. Laminits: increase of cows without the finding 18.9%. White line disease: increase of cows without the finding 7.7 %. Double sole: increase of cows without the finding 17.6 %. Heel horn erosion: increase of cows without the finding 31.6 %. Sole bruising: increase of cows without the finding 12.1 %.

The frequency of cows with the finding sole ulcer at the typical location has increased significant from 16.3 % up to 22.5 %, when the cows were kept on elastic walking way covers made of rubber.

As parameter for evaluation of the elastic walking way covers the findings laminitis, white line disease, double sole, sole bruising and sole ulcer at the typical location are adapted.

As parameter for evaluation of the elastic walking way covers the finding heel horn erosion is not adapted. Because the reasons for heel horn erosion and the effects of the rubber floor are primary not affected by the flooring constitution.

The frequency of cows with the findings wall fissure, foot root, digital dermatitis, sole ulcer and interdigital growth has not significant changed, when the cows were kept on elastic walking way covers made of rubber. These findings are not adapted as parameters to evaluate elastic walking way covers.

The growing of the dorsal wall is adapted as a parameter to evaluate walking way covers made of rubber. The average increase of the dorsal wall growing was 7.4 mm after six month, were the cows were kept on the walking way covers made of rubber. The measurement of the horn growth, of cows kept on walking way covers made of rubber, shows how the exposure and the abrasion of the horn on the claws are. So it is possible to find out the period for necessary claw trimming on walking way covers made of rubber. Because of the reduced horn abrasion and the horn growing the period for claw trimming on walking way covers made of rubber has to be shortened.

The shape of the weight bearing surface is adapted to evaluate walking way covers. Without the walking way covers made of rubber only 15.8 % of the cows had an overlaying weight bearing surface. After nine month on the walking way covers made of rubber 95.5 % of the cows had an overlaying weight bearing surface. With the shape of the weight bearing surface it is cognizable how the constitution of the floor loads the claws and cause horn abrasion. Walking way covers made of rubber reduce the exposure and the wear of the claw horn and so a clear overlaying weight bearing surface occurs.

The results of these study shows that with walking way covers made of rubber more animal welfare for cows, when they are walking or standing, is possible. The positive effects of soft floors for the claws show clear what kind of potential in the flooring constitution lies for the improvement of the claw health.