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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-63026
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6302/


Der Einfluss von prothetischer Neuversorgung und Reparaturmaßnahmen auf Ernährungszustand und Lebensqualität geriatrischer Patienten

Influence of denture renewal and improvement on the nutritional status and quality of life of geriatric patients

Brinkert, Bernd


pdf-Format: Dokument 1.pdf (5.892 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Kaufunktion , Ernährungszustand , Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität
Freie Schlagwörter (Englisch): masticatory function , nutritional status , oral health related quality of life
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.08.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 28.08.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Mit der Arbeit sollte zum einen untersucht werden, ob durch prothetische Reparaturmaßnahmen (z. B. Unterfütterungen von partiellen und totalen Prothesen) und Neuanfertigungen von Zahnersatz, die Kaueffizienz geriatrischer Patienten optimiert werden kann. Zum anderen stand im Mittelpunkt, ob durch solche Maßnahmen Verbesserungen beim Ernährungszustand und der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität (MLQ) erzielt werden können. Das Untersuchungsvorhaben wurde in Form einer explorativen Interventionsstudie durchgeführt. Insgesamt wurden nach Randomisierung 100 Patienten in die Studie einbezogen. Sie stammten zum Teil aus dem Patientengut einer Zahnarztpraxis Olfen, zum anderen Teil waren es Bewohner von Altenpflegeheimen der Orte Seppenrade und Ascheberg. Alle Teilnehmer an der Studie waren mindestens 60 Jahre alt. Bei der zahnärztlichen Untersuchung wurde bei 47 Probanden festgestellt, dass eine Reparatur bzw. Erneuerung des Zahnersatzes dringend erforderlich war. Der Ernährungszustand der Probanden wurde mittels Mini Nutritional Assessment (MNA) und Analyse der Ernährungsmarker Serumalbumin, Serumzink und Präalbumin im Serum bestimmt. Die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität wurde anhand der Fragebögen OHIP-G und OHIP-G14 bewertet. Anhand eines einfachen Kaufunktionstestes, bei dem die Probanden Karottenwürfel definierter Größe möglichst fein zerkauen sollten, wurde die Kaueffizienz überprüft. Es erklärten sich 34 Patienten bereit, Reparaturmaßnahmen oder eine Neuanfertigung des Zahnersatzes vornehmen zu lassen. Unter diesen Probanden befanden sich 21 Frauen und 13 Männer, darunter waren 16 pflegebedürftige Senioren. Insgesamt wurden 14 Reparaturen und 20 Neuanfertigungen durchgeführt. Sechs Monate nach Eingliederung der Reparaturmaßnahme bzw. der neuen Prothesen wurde bei allen 34 Probanden eine Recalluntersuchung vorgenommen, bei der erneut der Ernährungszustand und die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität anhand der o. g. Parameter bewertet worden sind. Anhand des Kaufunktionstestes wurde überprüft, ob die prothetischen Maßnahmen zu einer Optimierung der Kaueffizienz führen konnten. Hier wurde zwar eine signifikante Verbesserung festgestellt, eine nennenswerte Optimierung des Ernährungszustandes und eine Aufwertung der MLQ wurde jedoch nicht beobachtet. Die Ernährung ist ein komplexes Gebiet und wird nicht allein durch die Kaufunktion sondern u.a. auch durch Gewohnheiten, Geschmack, kulturelle Gebräuche sowie finanzielle und organisatorische Aspekte beeinflusst. Aufgrund der Multimorbidität bei geriatrischen Patienten treten andere Gebrechen in den Vordergrund und schränken die Lebensqualität betagter Menschen weit mehr ein, als beispielsweise eine schlecht sitzende Zahnprothese. Des Weiteren ist bei geriatrischen Patienten mit einem langwierigen Adaptationsprozess zu rechnen, wenn ein neuer Zahnersatz eingegliedert wird. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit einen positiven Einfluss prothetischer Maßnahmen auf Ernährungszustand und mundgesundheitsbezogene Lebensqualität nicht erkennen lassen.
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of the present work was to examine whether the chewing efficiency of geriatric patients can be optimized by prosthetic repair measures ( e.g. relining of partial and total dentures ) and the renewal of dentures, and whether, as a result, improvements in the nutritional state and in the oral health related quality of life can be attained. The research process was carried out in the form of an exploratory intervention study. A total of 100 patients, randomly selected, were included in the study. They came partially from the patient body a dental practice Olfen, and partially from residents of nursing homes in Seppenrade and Ascheberg. All participants in the study were at least 60 years old. In dental examination of 47 subjects it was established that a repair or renewal of the dentures was urgently required. The nutritional condition of the subjects was determined by means of Mini Nutritional Assessment (MNA) and analysis of the nutritional markers albumin, zinc and prealbumin in the serum. The oral health related quality of life was assessed by means of the questionnaires OHIP-G and OHIP-G14. By using a simple chewing function test, in which subjects were to chew diced carrot of defined size as small as possible, chewing efficiency was tested. 34 patients were willing to allow repair measures or the renewal of dentures to be undertaken. Amongst these subjects were 21 women and 13 men, of whom 16 were in need of nursing care. In total 14 repairs and the renewals of 20 dentures were carried out. Six months after carrying out the repair measures or new dentures, a recall examination was carried out among 34 subjects; in this re-examination nutritional condition and , oral health related quality of life as measured by the parameters mentioned above, were once again evaluated. By means of the chewing function test with the diced carrot, it was tested whether prosthetic measures could lead to an optimisation of chewing efficiency. Here, although a significant improvement was seen, no real optimisation of nutritional condition or increase in the oral health related quality of life could be observed. Nutrition is a complex area and is influenced not only by the chewing function, but also, amongst other things, by habit, taste, cultural customs and also by financial and organisational aspects. As a result of multi-morbidity in geriatric patients, other infirmities become obvious and limit the quality of life of older people much more than, for instance, a badly-fitting set of dentures. Furthermore, one must expect a prolonged process of adaptation when new dentures are fitted. To sum up, it can be said that the results of the present work do not reveal a positive influence of prosthetic measures on nutritional condition and oral health related quality of life.