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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-59806
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5980/


Erhebungen zur Situation der caninen Reproduktionsmedizin bei Tierärzten und Züchtern : ein Beitrag zur Erhebung des Status quo und zur Verbesserung der Lehre auf diesem Gebiet

Jeschke, Tanja


Originalveröffentlichung: (2008) Giessen : VVB Laufersweiler 2008
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.119 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5286-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.06.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 19.06.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit verfolgt zwei Ziele. Erstens sollen Lehrinhalte des
veterinärmedizinischen Studiums kritisch überprüft und Defizite im Ausbildungs- und
Fortbildungsbereich der caninen Reproduktionsmedizin erfasst und analysiert
werden. Das zweite Ziel ist es, Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten im
Bereich der Hundereproduktion zu erhalten.

Um diese Zielsetzung zu erreichen, wurden Informationen zum Status Quo der
Reproduktionsmedizin und der Zuchtpraxis beim Hund durch Befragung von
praktizierenden Tierärzten und Hundezüchtern eingeholt.

An der Züchterbefragung nahmen 205 Personen teil. Die Züchter kommen aus 14
verschiedenen Bundesländern und züchten 77 verschieden Hunderassen. Am
häufigsten wird der Deutsche Schäferhund gezüchtet.

An der Tierärztebefragung nahmen 105 Personen teil. Davon arbeiten 91,4 % in
einer tierärztlichen Kleintier- oder Gemischtpraxis und 8,6 % in einer Klinik. 39 % der
Tierärzte führen eine intensive Zuchtbetreuung durch. 81,9 % besuchen regelmäßig
Fortbildungen im Bereich der Reproduktionsmedizin.

Zusammenfassend macht die Befragung von Tierärzten und Züchtern deutlich, dass reproduktionsmedizinische Probleme in der tierärztlichen Praxis von großer Bedeutung sind. Dem Bereich der Gynäkologie kommt hierbei der höchste Stellenwert zu. Die Studie liefert wertvolle Hinweise für eine Verbesserung der Lehre im Bereich der Hundereproduktion.

Im Rahmen der Züchterbefragung hat sich gezeigt, dass tierärztliches Fachwissen vornehmlich im Bereich der Diagnostik gewünscht ist. So haben Züchter großes Interesse an einer tierärztlichen Deckzeitpunktbestimmung und einer Trächtigkeitsdiagnostik. Die mit diesen Untersuchungen verbundenen Fertigkeiten müssen verstärkt in der veterinärmedizinischen Ausbildung vermittelt werden.

Weiterhin macht die Auswertung deutlich, dass im Rahmen der Selbstmedikation die Homöopathie eine große Rolle spielt. Auch wenn der Nutzen einer homöopathischen Behandlung kontrovers diskutiert werden kann, ist eine Auseinandersetzung mit diesem Thema im Rahmen des Studiums notwendig, um in einer Diskussion mit Hundezüchtern fachliche Kompetenz beweisen zu können.

Die Ergebnisse der Tierärztebefragung zeigen, dass der Therapie von Gynäkopathien im veterinärmedizinischen Studium höchster Stellenwert zukommen muss. Dies begründet sich zum einen durch das häufige Auftreten von Mammatumoren und Pyometren. Zum anderen hat die Befragung gezeigt, dass bei der Therapie von Gynäkopathien, insbesondere der pathologischen Anöstrie noch Wissensdefizite in der Praxis bestehen.

Auch die relativ häufige Durchführung (12,1%) einer Läufigkeitsunterdrückung außerhalb des vorgeschriebenen Behandlungszeitraums sowie die Verabreichung von Östrogenen, anstatt dem nebenwirkungsärmeren Aglepristone, zur Nidationsverhütung zeigen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, studentische Ausbildung und tierärztliche Praxis nicht übereinstimmen.

Kurzfassung auf Englisch: This thesis pursues two aims: First, it wants to critically review the current content of
teaching of veterinary studies in the area of canine reproductive medicine in order to
pinpoint shortcomings as well as potential for improvement of student education and
advanced trainings. The second objective of this thesis is to identify further potential
need for future research in the field of canine reproduction.

In order to achieve these objectives, information about the status quo of canine
reproduction has been collected by means of a survey of veterinary surgeons and
dog breeders.

The dog breeders survey included 205 participants, covering dog breeders from 14
different federal states in Germany. The participants raise 77 different dog breeds;
thereof, the German shepherd is the most common dog breed.

The veterinary surgeons survey included 105 participants. Thereof, 91.4% of
veterinary surgeons work in a small animal practice or in a small and large animal
practice. The remaining 8.6% of veterinary surgeons work in a clinic. 39% of the
participants carry out an intensive breeding care. 81.9% of veterinary surgeons
regularly participate in advanced trainings in the field of reproductive medicine.

In summary, the survey reveals that reproductive problems and issues play a key role in the day to day work of veterinary surgeons. The field of gynaecology is thereby the most significant. The results of the study provide valuable insights on how to improve teaching in the area of canine reproduction.

The results of the breeder survey makes very clear that veterinary expert knowledge is particularly requested in clinical diagnostics: Breeders have a big interest in the identification of the optimum time for mating and in pregnancy diagnosis. Skills related to these examinations should be given more importance in veterinary studies and teaching.

Furthermore, the survey reveals that self-medication and homoeopathy are of great importance. Although efficacy and benefits of homoeopathic treatments are highly controversial, a critical examination of this subject within the scope of veterinary studies is required in order to enable veterinary surgeons to signal expertise and know how in discussions with dog breeders.

The results of the veterinary surgeons survey reveal that more importance should be attached to the therapy of gynaecological disorders in veterinary studies. There are two reasons for this: First, mammary tumours and pyometras are very frequently observed. Secondly, the results show that the survey participants have partially significant knowledge gaps in the treatment of gynaecological disorders, in particular of the pathological anestrus.

Moreover, the discrepancy between scientific knowledge, student education and veterinary practise is also illustrated by the fact that prevention of estrus relatively often do not take place during the required treatment period of the anestrus (12.1%) and that estrogens are often administered for nidation prevention instead of Aglepristone, which has less side effects.