Giessener Elektronische Bibliothek

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Korrosionsanatomie, Zytologie und Funktionsdiagnostik im Vergleich zu pathohistologischen Befunden des gesunden und erkrankten exokrinen Pankreas von Hunden

Corrosion anatomy, cytology and function tests compared to pathohistological findings in the healthy and the diseased exocrine pancreas in dogs

Dick, Martina


Originalveröffentlichung: (2008) Giessen : VVB Laufersweiler 2008
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.560 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-59434
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5943/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Innere Medizin u. Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und -Embryologie; Department of Equine and Small Animal Medicine, Faculty of Veterinary Medicine, Universität Helsinki
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5291-1
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.05.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 17.06.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war zunächst die Klärung der Frage, ob die Darstellung des Ausführungsgangsystems des Hundepankreas als Castpräparat möglich ist. Die im positiven Fall anschließend erstellten Ausgusspräparate sollten vermessen werden.
Zudem war zu klären, ob die transpapilläre Entnahme zytologischer Proben aus den Ductus choledochus, pancreaticus und accessorii möglich ist und ob die Untersuchung dieser Proben beim Hund eine diagnostische Relevanz hat.
Als zusätzliche Fragestellung wurde das Verhalten der Laborparameter canine Trypsin-like immunoreactivity (cTLI) und canine pankreatische Elastase (cE1) bei unterschiedlichsten Erkrankungen überprüft. Die jeweils erhobenen Befunde wurden mit den pathohistologischen Befunden am Pankreas der untersuchten Hunde verglichen.
In einer Vorstudie wurde die Kombination von Technovit® 7143 als Ausgussmaterial und Kalilauge als Korrosionsmedium als geeignet für die Herstellung der Casts gefunden.
In die Hauptstudie wurden 26 Hunde einbezogen, die an unterschiedlichsten Erkrankungen litten. Bei jedem Tier wurden nach dem Tod transpapilläre zytologische sowie pathohistologische Proben von beiden Schenkeln entnommen, anschließend Technovit® 7143 in das Ausführungsgangsystem des Pankreas instilliert und die erstellten Castpräparate mittels digitaler Bildanalyse vermessen. Bei allen Hunden erfolgte die Bestimmung von cTLI im Blutserum und cE1 im Kot.
Bei 24 Hunden konnte am Pankreas eine pathohistologische Diagnose gestellt werden. Anhand der pathohistologischen Befunde wurden die Patienten in die Gruppen I-IV eingeteilt: „unauffälliges Pankreas“ (n = 12) „chronische Pankreatitis“ (n = 6), „akute Pankreatitis“ (n = 3) und „Pankreasteilatrophie“ (n = 3).
Die Erstellung eines auswertbaren Technovit® 7143-Castpräparats des Pankreasgangsystems gelang bei 19 Hunden. Von diesen Tieren hatten 10 ein pathohistologisch unauffälliges Pankreas und 9 Patienten eine pathohistologisch bestätigte Erkrankung des Organs (chronische Pankreatitis, n = 4; akute Pankreatitis, n = 3; Teilatrophie, n = 2). Gemessen wurden die Länge der Rami des Ductus pancreaticus accessorius, Gangdurchmesser an den Messpunkten MP1-3 (2-3 mm distal der Gangaufzweigung; Mitte des Ramus dexter bzw. sinister; Astspitze) und Anzahl der Seitenäste 1. und 2. Ordnung. In Gruppe I betrug die Länge des Ramus dexter und sinister 153,8 ± 43,6 mm bzw. 195,9 ± 74,5 mm. Es zeigte sich an beiden Rami ein signifikanter Abfall der Durchmesser von MP1 über MP2 zu MP3. Am Ramus dexter bestand ein signifikanter Einfluss des metabolischen Körpergewichtes auf Astlänge, Astdurchmesser an MP1 und MP2 sowie die Anzahl der Seitenäste 1. / 2. Ordnung. In den Gruppen II–IV traten, abweichend von Gruppe I, bei 4 von 9 Tieren lediglich Gangerweiterungen im R. dexter auf. Die Ergebnisse bei pathohistologisch auffälligen Pankreata geben diskrete Hinweise, dass Erweiterungen im Gangdurchmesser auftreten, die möglicherweise in einer endoskopisch retrograden Pankreatikographie diagnostisch verwertbar sind. Die erhobenen Daten aus der Vermessung der Castpräprate decken sich teilweise mit den bisher in der Literatur veröffentlichten Ergebnissen anatomischer Studien und ERCP-Befunden von Hunden. Darüber hinaus erbrachte die Studie bisher nicht bekannte Angaben zur Verästelung des Gangsystems mit seinen Abzweigungen erster und zweiter Ordnung. Die diesbezüglichen Ergebnisse können bei der Beurteilung von ERCP-Studien herangezogen werden. Aufgrund der zu geringen Fallzahlen ist die Formulierung von Gesetzmäßigkeiten bezüglich der Anatomie des Pankreasgangsystems beim Hund nicht möglich. Weitere Studien an Castpräparaten sind erforderlich.
Die Bearbeitung der zytologischen Proben erbrachte bei 22 von 26 Hunden gut auswertbare Präparate. Von diesen Tieren hatten 11 ein pathohistologisch unauffälliges Pankreas und 11 Patienten eine pathohistologisch bestätigte Erkrankung des Organs (chronische Pankreatitis, n = 5; akute Pankreatitis, n = 3; Teilatrophie, n = 3). Für die Analyse wurde nur festgehalten, ob ein pathologischer Befund in der Zytologie vorlag oder nicht. Unter der gewählten Versuchsanordnung bestand eine schlechte bzw. sehr schlechte Übereinstimmung zwischen den beiden Untersuchungsmethoden Pathohistologie des Pankreas und Zytologie aus dem Pankreasgangsystem (K = 0,364 für die Befunde am Ductus pancreaticus, K = 0,182 für die Befunde am Ductus choledochus) und somit keine diagnostische Relevanz für die Untersuchung der zytologischen Proben. Bedingt durch den Versuchsaufbau lagen pathohistologische Untersuchungen unmittelbar aus dem Bereich der Entnahme der zytologischen Proben nicht vor. Zur endgültigen Beurteilung dieses Verfahrens beim Hund sind Untersuchungen mit einem geänderten Versuchsaufbau erforderlich.
Die Ergebnisse der Bestimmung der Laborparameter cTLI im Blutserum und cE1 im Kot bestätigen die Literaturangaben. In einer Einmalbestimmung sind sie für die Diagnostik subklinischer Pankreaserkrankungen, hier untersucht die subklinische akute und chronischer Pankreatitis sowie die Pankreasteilatrophie, nicht geeignet.
Kurzfassung auf Englisch: The objective of the present thesis was to determine whether the excretory system of the canine pancreas can be evaluated by sampling of casts.
In addition, we determined the feasibility of taking transpapillar samples out of the ductus choledochus, pancreaticus, and accessorii, and the diagnostic relevance of examination of these samples.
We further examined the association of the laboratory parameters canine trypsin like immunoreactivity (cTLI) and canine pancreatic elastase (cE1) with various diseases.
We compared the findings raised in each case with the pathohistological findings in the pancreas of the dogs examined.
Preliminary study showed that Technovit® 7143 as cast material combined with caustic potash solution as a corrosive agent was suitable for the production of the corrosion casts.
In the main survey, 26 dogs suffering from various diseases were included. Postmortem cytological samples of both ducti pancreatici were taken through the papillae and pathohistological samples of both pancreatic lobes were taken. Afterwards Technovit® 7143 was administered into the excretory system of the pancreas. The organ tissue was corroded by caustic potash solution. The cast samples were evaluated by means of digital image analysis.
In all dogs, cTLI was determined in the blood serum and cE1 in the excrement.
Based on the pathohistological findings in the pancreas of 24 dogs, the patients were divided into groups: inconspicuous pancreas (n = 12), chronic pancreatitis (n = 6), acute pancreatitis (n = 3) and partial pancreatic acinar atrophy (n = 3).
Production of Technovit® 7143 cast samples of the pancreatic excretory system was successful on 19 dogs. Of these animals, 10 had a pathohistologically inconspicuous pancreas and nine patients had a pathohistologically confirmed disease of the organ (chronic pancreatitis, n = 4; acute pancreatitis, n = 3; partial atrophy, n = 2). The length of the rami of the ductus pancreaticus accessorius, the diameters of the ductus at measuring points MP1-3 (2-3 mm distal of the junction of both parts of the duct, in the middle of the right or left branch and at the duct ending) and the number of branches of the first and second order were measured. In group I the mean length of the ramus dexter and sinister was 153.8 ± 43.6 mm and 195.9 ± 74.5 mm, respectively. In both branches there was a significant decrease in diameter from MP1 over MP2 to MP3. In the ramus dexter, metabolic body weight significantly influenced the length of the branch, the diameters at MP1 and MP2, and the number of branches of the first and second order. In contrast to group I, groups II-IV showed decreases in the duct diameter of the ramus dexter in 4 of 9 animals. The results in pathohistologically conspicuous pancreata suggest that some increases in the duct diameter could be diagnostically useful in endoscopic retrograde pancreaticography. The data collected are partially consistent with the so far published results of anatomical studies and ERCP findings. In addition, the study is the first to describe the ramification of the excretory system in the canine pancreas with its branches of the first and second order. These results can be helpful in interpretation of ERCP studies. Due to the low number of cases, anatomical description of the ductus pancreaticus in dogs is not possible. Further studies of cast samples are needed.
Processing of the cytological samples resulted in favorable preparations in 22 of 26 dogs. Of these animals, 11 had a pathohistologically inconspicuous pancreas and 11 patients had a pathohistologically confirmed disease of the organ (chronic pancreatitis, n = 5; acute pancreatitis, n = 3; partial atrophy, n = 3). It was only noted for the analysis whether or not pathological findings in cytology were present. Under the experimental setup chosen, poor and very poor correspondence between pathohistology of the pancreas and cytology of the pancreatic excretory system was shown (K = 0.364 for results at the ductus pancreaticus, K = 0.182 for results at the ductus choledochus), and therefore there is no diagnostic relevance for examination of the cytological samples. Due to the experimental setup, pathohistological investigations were not performed directly in the area of withdrawal of the cytological samples. To finally evaluate this method a different experimental setup is necessary.
The results of measuring cTLI in blood serum and cE1 in the excrement of dogs confirm those statements already existing in literature. Single measurements are not suitable for diagnosing those subclinical pancreatopathia that were part of this experiment: the subclinical, acute and chronic pancreatitis as well as the partial pancreatic acinar atrophy.
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