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Untersuchungen zur Persistenz von Mastomys natalensis Papillomvirus im natürlichen Wirt

Ibberson, Myriam


Originalveröffentlichung: (2008) Giessen : VVB Laufersweiler 2008
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.693 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-59408
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5940/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Virologie, Fachbereich Veterinärmedizin; Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Angewandte Tumorvirologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5272-0
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.05.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 17.06.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Ein kausaler Zusammenhang zwischen mukosalen humanen Papillomviren (HPV) und Gebärmutterhalskrebs steht aufgrund der Präsenz bestimmter HPV-Typen in über 99% der Fälle außer Frage. Eine Assoziation von hellem Hautkrebs und einigen HPV-Typen wird diskutiert und ist gerade bei der besonderen Situation einer Immunsuppression sehr wahrscheinlich. Bei immunsupprimierten Patienten, beispielsweise nach einer Organtransplantation, stellt Hautkrebs die häufigste Krebsart dar. Aber auch in der immunkompetenten, hellhäutigen Bevölkerung bedeutet Hautkrebs trotz geringer Sterblichkeit ein stetig wachsendes, kostenintensives Problem.
Zur Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Hautkrebs und PV-Infektionen ist ein entsprechendes Tiermodell unverzichtbar. Aufgrund der persistenten Infektion mit dem spezies-spezifischen Mastomys natalensis PV (MnPV) und der damit verbundenen Entwicklung spontaner Hautläsionen bei einem Großteil der Tiere stellt die Mastomys coucha-Kolonie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ein solches Tiermodell dar. Bei den Läsionen, die sich sowohl in behaarter Haut als auch an Haut-Schleimhaut-Übergängen wie am Mund und im Anogenitalbereich befinden, handelt es sich um gutartige Tumore wie Papillome und Keratoakanthome.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Verteilung von MnPV im Organismus mittels verschiedener Untersuchungsmethoden analysiert. Es gelang die Detektion viraler DNS in diversen Geweben, jedoch in unterschiedlicher Häufigkeit. In beinahe allen Haut- und Tumorproben war MnPV-DNS nachweisbar, somit ist von einer Durchseuchung des gesamten Bestandes auszugehen. Eine Integration der Virus-DNS in das Wirtsgenom war hingegen nicht festzustellen. Da jedoch nicht 100% der Tiere Tumore entwickeln, werden hierfür weitere Faktoren vermutet als die MnPV-Infektion per se. Als begünstigend für die Tumorentstehung werden chronische Hautirritationen, die sich insbesondere männliche Tiere im Rahmen von Rangkämpfen regelmäßig zufügen, angesehen. Möglicherweise erklärt das die deutlich höhere Tumorinzidenz bei männlichen im Vergleich zu weiblichen Tieren. Außerdem wurde in der Kolonie ein weiteres, bisher unbekanntes PV (Mastomys coucha PV2) entdeckt, das nicht mit MnPV verwandt ist.
Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigte sich mit der Untersuchung der Entwicklung spontaner Tumore unter Immunsuppression bzw. mit dem Vergleich der Immunsuppressiva Cyclosporin A und Rapamycin in Hinsicht auf die Tumorentstehung anhand des Tiermodells Mastomys coucha. Hierbei konnte ein vermindertes sowie verzögertes Tumorauftreten unter Rapamycin im Vergleich zu Cyclosporin A bestätigt werden, wie bereits in vorausgegangenen Versuchen vermutet worden war.
Das Tiermodell Mastomys coucha ist aufgrund seiner natürlichen PV-Infektion einzigartig und lässt einen Vergleich zur PV-induzierten Hautkarzinogenese beim Menschen, sowohl unter normalen Bedingungen als auch unter Immunsuppression zu.
Kurzfassung auf Englisch: There is a clear causal relationship between mucosal human papilloma virus (HPV) and cervical cancer due to the presence of certain HPV-types in more than 99% of all cases. An association between Non-melanoma skin cancer (NMSC) and several HPV types is discussed and in the special situation of immunosuppression most likely. NMSC is the most frequent cancer type in immunosuppressed patients, for example after organ transplantation. Despite a low mortality rate, NMSC means a steadily growing, cost-intensive problem in the normal, fair skinned population as well.
To investigate the correlation between the formation of NMSC and PV infection an adequate animal model is needed. Due to the spontaneous development of skin lesions in the majority of the animals caused by the persistent infection with the species specific Mastomys natalensis PV (MnPV) such an animal model is presented by the Mastomys coucha-population at the German Cancer Research Center (DKFZ). These lesions which are located in hairy skin as well as in transitional zones between skin and mucous membrane for example the mouth and in the anogenital tract are benign tumours such as papillomas and keratoakanthomas.
In this project the distribution of MnPV in the organism was analysed by different methods. The detection of viral DNA in several tissues was possible but with different incidences. MnPV-DNA was found in almost all samples of skin and tumour which indicates the infection of the whole colony. Integration of the viral DNA into the host genome has never been observed. As not 100% of animals develop tumours it is assumed that there are further factors necessary for tumour development than the infection with MnPV by itself. For example chronical irritation of the skin due to repeated fights especially between male animals is assumed to support tumour formation. This might be an explanation for the much higher tumour incidence of male animals compared to females. Besides, a further, so far unknown PV (Mastomys coucha PV2) has been discovered which is not related with MnPV.
The second part of the project was to investigate the spontaneous tumour development under immunosuppression and to compare the immunosuppressive drugs Cyclosporin A and Rapamycin with regard to tumour formation in the animal model Mastomys coucha, respectively. Under Rapamycin compared to Cyclosporin A a reduced and delayed tumour formation was observed which confirmed the assumption of previous experiments.
The animal model Mastomys coucha is unique due to its natural PV infection and allows to to compare with PV induced skin carcinogenesis in humans, under normal conditions as well as under immunosuppression.
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