Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-58842
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5884/


Die Anwendung von Staplern in der abdominalen und thorakalen Chirurgie beim Hund im Vergleich zur bestehenden Literatur

Staub, Anne-Katrin


Originalveröffentlichung: (2008) Giessen : VVB Laufersweiler 2008
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.028 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Chirurgie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5280-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.05.2008
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 28.05.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit hat sich mit der Anwendung und den Vor- und Nachteilen von Staplern in der abdominalen und thorakalen Chirurgie beim Hund beschäftigt.

Die Stapler haben eine lange geschichtliche Entwicklung hinter sich. Der eigentliche Erfinder der Stapler, der Ungar Hümer Hültl, stellte den ersten Klammernähapparat bereits im Jahre 1908 vor. Die Vorläufer der heute verwendeten Stapler wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Russland entwickelt. Die erste kommerzielle Herstellung erfolgte in den USA 1967 von der Firma United States Surgical Corporation, Norwalk, Connecticut.

Ab Ende der siebziger Jahre wurden die Stapler zunehmend in der Humanmedizin eingesetzt und haben sich bis heute in allen Bereichen der Weichteilchirurgie etabliert.

In der Veterinärmedizin war der Einsatz der Stapler anfangs experimenteller Natur. Heute werden sie besonders zu Lobektomien der Lunge beim Kleintier benutzt. In anderen Bereichen der Weichteilchirurgie beim Kleintier werden sie bisher aufgrund der Kosten nur wenig eingesetzt. In der Pferdechirurgie spielen Stapler eine unverzichtbar wichtige Rolle in der Kolikchirurgie.

In dieser Studie zum Staplereinsatz beim Hund wurde nur die Größe des Tieres als Einschränkung bei der Auswahl der Patienten herangezogen. Es wurden in einem Zeitraum von ca. 1,5 Jahren 28 Patienten operiert. Zum Einsatz kamen der thorako-abdominale Stapler und der gastro-intestinale Stapler.

Das Ziel war es, die möglichen Indikationen für den Staplereinsatz beim Hund klar herauszustellen.

Der Stapler wurde bei 15 Lobektomien der Lunge, bei 5 Lobektomien der Leber, bei 6 Seit-zu-Seit-Anastomosen des Darmes, bei einer Gastrektomie und bei einer Pankreasteilresektion eingesetzt. Als Komplikationen traten praktisch ausschließlich gering- bis mittelgradige Blutungen im Bereich der Klammernaht auf, die durch fortlaufendes Übernähen, U-Hefte, Ligaclips® (Ethicon) oder mit Hilfe eines Hämostyptikums (Spongostan®, Johnson & Johnson) alle gestoppt werden konnten. Todesfälle wurden nicht im Zusammenhang mit der Staplertechnik gesehen.

Als großer Vorteil dieser Methode wurde die Zeiteinsparung gesehen, so dauerte eine Lungenlappenresektion mit Hilfe des Staplers durchschnittlich 6,4 min, eine Leberlappenresektion 5,8 min und eine Seit-zu-Seit-Anastomose am Darm ließ sich in ca. 10 min durchführen.

Der Kosten-Nutzen-Vergleich zeigte, dass die Kosten für den Staplereinsatz zwar höher anzusetzen sind als die Kosten einer konventionellen OP. Im Sinne des Tieres ist die schnellere Staplertechnik aber der konventionellen Handnaht vorzuziehen. Es ist allerdings fraglich, ob die höheren Operationskosten für den Tierbesitzer tragbar sind.

Wir empfehlen für den täglichen Praxisgebrauch besonders den Einsatz des TA 60-4,8-Stapler und des GIA 60-3,8-Stapler als die am flexibelsten einzusetzenden Stapler- und Klammergrößen. Zu überprüfen bleibt, ob der GIA 60-3,8-Stapler alleine ausreichend wäre.
Kurzfassung auf Englisch: This project dealt with the usage of staplers in abdominal and thoracal surgery.

Stapling devices underwent a long historical development. The original inventor of the first true mechanical suturing instrument, the Hungarian Humer Hültl, presented it in 1908. The precursors of most of the currently used surgical stapling devices were invented in Moscow after World War II. The United States Surgical Corporation (USSC), Norwalk, Connecticut, became the first major American manufacturer of surgical stapling instruments in 1967.

Since the end of the seventies stapling devices have become more important in human surgery and today they are routinely used in soft tissue surgery.

In veterinary surgery the usage of staplers was just experimental at first. Today they are the method of choice for pulmonary resections in small animals. In other parts of soft tissue surgery in small animals stapling devices are rarely used because of the cost factor. In horses stapling instruments are important for surgery in the gastrointestinal tract, most often because of colic.

The choice of the patients in this study has only been minimized by the size of the animals. Over a period of 1,5 years 28 patients were operated. As instruments the thoraco-abdominal stapler and the gastro-intestinal stapler were used.

The aim was to find out the possible indications for using stapling instruments in dogs.

In this project the stapling device was used for 15 lung lobectomies, for 5 liver lobectomies, for 6 side-to-side anastomoses at the small intestine, for 1 gastrectomy and for 1 pancreatectomy. Low- to middle graded bleeding was the only complication that occured. All bleedings could be stopped by a suture, a single stitch, ligaclips® (Ethicon) or with a hämostypticum (Spongostan®, Johnson & Johnson). There were no cases of death in combination with the stapling device.

The time-saving aspect is a major effect of the use of this technique. A partial pulmonary resection lasted about 6,4 minutes, a partial liver resection 5,8 minutes and a side-to-side anastomose of the small intestine about 10 minutes on average.

The comparison of cost and benefit showed that there are higher costs for the use of the stapling instrument than the costs for conventional surgery. For the benefit of the animal, applying the faster stapling device is better than the conventional method of hand suturing. But the question is if the higher costs are acceptable for the owner.

For daily use we prefer the TA 60-4,8-stapler and the GIA 60-3,8-stapler. These are the stapling instruments and staples which are mostly used. Perhaps the GIA 60-3,8-stapler could be the only stapling device to be needed. This has to be examined.