Eine mögliche Verbesserung der Hygiene-Fähigkeit von Zahnbürsten lässt sich insofern nur durch das alternative Prinzip der Einzelfilamentbesteckung erwarten. "> Any possible improvement in the ability to maintain the cleanliness of toothbrushes can only be expected using the alternative principle of individual filament anchoring. ">
 

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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5857/


Vergleich der mikrobiellen Besiedelung von Zahnbürsten mit Bündelstanz-, Bündeleinspritz- und Bündeleinfügebesteckung nach zweiwöchigem Gebrauch

Kröger, Torsten


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kinderzahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.04.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 27.05.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Durch das wiederholte Einbringen der Zahnbürste in die Mundhöhle kann es auf dem Bürstenkopf zur Anhaftung und zum Wachstum pathogener Keime kommen. Diese können bei erneuter Anwendung der Bürste wieder in die Mundhöhle eingebracht werden und dort eine Reinfektion verursachen. Dabei stellt das Besteckungsfeld der Zahnbürste einen Schwachpunkt der Hygienefähigkeit dar. Die vorliegende Untersuchung befasste sich daher mit der Fragestellung, ob sich zwischen den derzeit gebräuchlichen Besteckungssystemen nach zweiwöchigem Gebrauch der Zahnbürsten Unterschiede hinsichtlich der Retention und Überlebensfähigkeit für Mikroorganismen ergeben.

Es wurden jeweils 15 bzw. 20 Bürsten folgender Zahnbürsten-Produkte überprüft: A und C: Bündel-Stanzbesteckung (Befestigung der Borstenbüschel durch Metallplättchen); B: Bündel-Einspritzbesteckung; D: Bündel-Einfügebesteckung.
Die genauere Kennzeichnung der einzelnen Besteckungsprinzipien und der Endbearbeitung der Borstenenden erfolgte mittels makrofotografischer und rasterelektronenmikroskopischer Aufnahmen. Für die zweiwöchige Gebrauchsperiode der Zahnbürsten konnten 70 Kinder im Alter von 3-14 Jahren im Rahmen des standardisierten Oralhygieneprogrammes mit Einverständnis der Eltern gewonnen werden. Dafür erhielten die Jungen und Mädchen in zufälliger Zuordnung eine fabrikneue Zahnbürste für den häuslichen Gebrauch. Nach einer Verwendungsdauer von zwei Wochen erfolgte die Untersuchung der Bürsten auf Besiedelung mit Mutans Streptokokken (MS), Laktobazillen (Lb) und Candida spezies. Die Mikroorganismen wurden in einem Ultraschall-Bad mit Sputasol-Lösung aus den Bürstenköpfen herausgelöst. Die Analyse der gewonnenen Keimlösung erfolgte mittels CRT bacteria Tests und Sabouraud Agar nach Bebrütung bei 37°C über 48 h im Wärmeschrank.

Trotz unterschiedlicher Hohlraumbildungen bei den untersuchten Bündelbestekkungsverfahren im Kunststoffbürstenkopf ließen sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der ermittelten Keimzahlen erkennen. Als sicherster Indikatorkeim erwies sich dabei Streptococcus mutans, der produktübergreifend nach der Putzperiode noch auf allen Zahnbürsten vorhanden war. Für Laktobazillen traf dies noch für 90-100% der Bürsten zu. Die Ergebnisse belegen, dass das jeweilige Bündel-Besteckungsprinzip keinen signifikanten Einfluss auf die Retention und Vermehrung von Mikroorganismen auf gebrauchten Zahnbürstenköpfen ausübt. Dies lässt sich auf die bei allen Bürstenprodukten enge Anordnung der Borstenfilamente nach dem "multi-tufted-Prinzip" zurückführen.

Eine mögliche Verbesserung der Hygiene-Fähigkeit von Zahnbürsten lässt sich insofern nur durch das alternative Prinzip der Einzelfilamentbesteckung erwarten.
Kurzfassung auf Englisch: Repeated introduction of the toothbrush into the mouth cavity can lead to the adherence and growth of pathogenic microbes on the brush head. These microbes can be returned to the mouth cavity with re-use of the brush and cause recontamination. The bristle pad of the toothbrush therefore represents a weak point in the ability to maintain hygiene. The current investigation deals with the question of whether there are differences between different bristle anchoring systems regarding the retention and survival of micro-organisms after use for a number of weeks.

In each case 15 or 20 brushes of the following toothbrush products were tested: A and C: Staple-set tufting (fixing of the bristle bundles using thin metal plates); B: In-mould tufting; D: Tuft fusion.

More exact identification of the individual bristle anchoring systems and the final processing of the bristle ends was done using macro photographic and scanning electron microscopic images. For the two weeks use of the toothbrushes 70 children between 3 and 14 years of age were recruited with their parents consent as part of a standardised oral hygiene programme. For this purpose the boys and girls were randomly allocated a virgin toothbrush for use at home. After two weeks use, the brushes were examined for colonisation with Mutans streptococci (MS), lactobacilli (Lb) and Candida species. The micro-organisms were removed from the brush heads in an ultrasound bath with Sputasol solution. This microbe solution was analysed by means of CRT bacteria tests and Sabouraud agar after incubation at 37°C for 48 hours in an incubator.

Despite varying space formation between the bristle anchoring systems examined, in synthetic brush heads no significant differences regarding the numbers of microbes could be detected. The most reliable indicator microbe proved to be Streptococcus mutans, which was still present on all toothbrushes after the usage period regardless of product type. For lactobacilli this applied for 90–100% of the brushes. The results show that a particular bristle anchoring system exerts no significant influence on the retention and reproduction of micro-organisms on used toothbrush heads. This can be traced back to the close arrangement of the bristle filaments across all brush products in accordance with the "multitufted principle".

Any possible improvement in the ability to maintain the cleanliness of toothbrushes can only be expected using the alternative principle of individual filament anchoring.