Erste Untersuchungen haben in einer Nothern blotting Studie eine Expression von der Protease in Leber, Skelettmuskulatur, Niere und Pankreas gezeigt.
In der vorliegenden Arbeit wurde die Verteilung des Faktors auf Proteinebene in Gewebeproben von menschlichen Normalgeweben und Tumoren untersucht.
Als Verfahren wurde die Immunhistochemie eingesetzt. Mit Hilfe der APAAP-Methode und zweier spezifischer, gegen FSAP gerichteter monoklonaler Antikörper wurde der Expression der Antigene in den genannten Geweben nachgegangen. Eine positive intrazytoplasmatische Reaktion zeigten vor allem verschiedene Epithelien, das Stroma reagierte in vielen Fällen negativ. Eine Expression von FSAP wurde in einer Vielzahl von normalen humanen Geweben und in allen Arten und Differenzierungen der untersuchten urologischen Tumoren nachgewiesen. Einzelne Zelltypen wie z.B. Plasmazellen zeigten in allen untersuchten Organen eine sehr starke Antigen-Expression. Aufgrund des großen Spektrums der positiv reagierenden Zellen und Gewebe, ließ sich diese Expression jedoch nicht als Differenzierungsmerkmal nutzen. Zwischen den verschiedenen histologischen Tumortypen konnten keine Unterschiede im Expressionsverhalten oder Verteilungsmuster der Protease aufgezeigt werden. Nach den vorliegenden Ergebnissen ist nicht davon auszugehen, dass FSAP als ein für bestimmte Tumoren typisches Merkmal aufzufassen wäre. Die Antikörper gegen FSAP lassen sich demnach weder zur immunologischen Diagnostik verschiedener urologischer Malignome noch zur Prognosestellung dieser sinnvoll einsetzen.
Im Gegensatz zu anderen typischen hämostatischen Proteasen, lässt das Vorkommen von FSAP in einer großen Anzahl diverser Zellen und Gewebe auf eine weite Verteilung der Protease schließen.
Sie ist ein ubiquitär vorhandenes Protein, das sich in nicht bekannten intrazellulären Komponenten befindet. Es bleibt in weiteren Studien zu klären, in welchen Organen und Zellen FSAP synthetisiert wird und in welche Zellen oder Gewebe es sekundär aufgenommen wird. Die physiologischen Funktionen der Protease sind bisher noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Die Ergebnisse verschiedener Studien über FSAP deuten vorrangig auf Aufgaben in der Hämostase hin. Möglicherweise kommt die im Gefäßendothel vorhandene Protease durch Verletzungen in Kontakt mit dem im Plasma vorhanden Faktor VII und startet so auf exogenem Weg die Blutgerinnung. "> In our study, we investigated the distribution of FSAP at the protein level in healthy and tumor tissues.
Using immunohistochemistry, more precisely the alkaline phosphatase anti-alkaline phosphatase (APAAP) method, we investigated the expression of the antigens in the tissues mentioned above using two monoclonal anti-FSAP antibodies. A positive cytoplasmic reaction was demonstrated in a multitude of healthy human tissues and in different types of urological tumors and different stages of development of the tumors that were analyzed.
Single cell-types like plasma cells exhibited a very high antigen expression in all analyzed organs.
Since such a broad spectrum of cells and tissues showed an expression, FSAP could not be used as a selection marker. We were unable to show any differences in expression and distribution of FSAP between the different tumor types. On the basis of our results, we cannot assume that FSAP could be a distinctive marker for certain tumors. Therefore the anti-FSAP antibodies can not be used either for immunological clinical diagnostics for various urological malignant tumors or for their prognosis.
In contrast to other typical hemostatic proteases the presence of FSAP in a high number of different cells and tissues suggests that this protease is widely spread. It is a ubiquitous protein with unknown intracellular localization. Further studies are required to show in which organs and cells FSAP is synthesized and into which cells and tissues it is taken up.
The details of the physiological functions of FSAP have not been clarified. The results of several studies suggest mainly a function in hemostasis. Possibly the protease which is present in the vascular endothelium gets into contact with factor VII in the plasma during injury and thereby activates exogenic blood coagulation. ">
 

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Faktor VII aktivierende Protease (FSAP) in Normalgeweben und Tumoren des Urogenitalsystems

Keil, Judith


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Pathologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.01.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 03.04.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Die "Faktor VII-aktivierende Protease" ist eine neuartige Serinprotease, die unabhängig von TF den Gerinnungsfaktor VII aktiviert. Außerdem ist sie in der Lage fibrinolytisch als potenter Aktivator von Prourokinase zu wirken. Aufgrund ihrer starken Bindungsaffinität an Glykosaminoglykane wurde sie auch als "plasma hyaluronan binding protein" (PHBP) beschrieben.

Erste Untersuchungen haben in einer Nothern blotting Studie eine Expression von der Protease in Leber, Skelettmuskulatur, Niere und Pankreas gezeigt.

In der vorliegenden Arbeit wurde die Verteilung des Faktors auf Proteinebene in Gewebeproben von menschlichen Normalgeweben und Tumoren untersucht.

Als Verfahren wurde die Immunhistochemie eingesetzt. Mit Hilfe der APAAP-Methode und zweier spezifischer, gegen FSAP gerichteter monoklonaler Antikörper wurde der Expression der Antigene in den genannten Geweben nachgegangen. Eine positive intrazytoplasmatische Reaktion zeigten vor allem verschiedene Epithelien, das Stroma reagierte in vielen Fällen negativ. Eine Expression von FSAP wurde in einer Vielzahl von normalen humanen Geweben und in allen Arten und Differenzierungen der untersuchten urologischen Tumoren nachgewiesen. Einzelne Zelltypen wie z.B. Plasmazellen zeigten in allen untersuchten Organen eine sehr starke Antigen-Expression. Aufgrund des großen Spektrums der positiv reagierenden Zellen und Gewebe, ließ sich diese Expression jedoch nicht als Differenzierungsmerkmal nutzen. Zwischen den verschiedenen histologischen Tumortypen konnten keine Unterschiede im Expressionsverhalten oder Verteilungsmuster der Protease aufgezeigt werden. Nach den vorliegenden Ergebnissen ist nicht davon auszugehen, dass FSAP als ein für bestimmte Tumoren typisches Merkmal aufzufassen wäre. Die Antikörper gegen FSAP lassen sich demnach weder zur immunologischen Diagnostik verschiedener urologischer Malignome noch zur Prognosestellung dieser sinnvoll einsetzen.

Im Gegensatz zu anderen typischen hämostatischen Proteasen, lässt das Vorkommen von FSAP in einer großen Anzahl diverser Zellen und Gewebe auf eine weite Verteilung der Protease schließen.

Sie ist ein ubiquitär vorhandenes Protein, das sich in nicht bekannten intrazellulären Komponenten befindet. Es bleibt in weiteren Studien zu klären, in welchen Organen und Zellen FSAP synthetisiert wird und in welche Zellen oder Gewebe es sekundär aufgenommen wird. Die physiologischen Funktionen der Protease sind bisher noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Die Ergebnisse verschiedener Studien über FSAP deuten vorrangig auf Aufgaben in der Hämostase hin. Möglicherweise kommt die im Gefäßendothel vorhandene Protease durch Verletzungen in Kontakt mit dem im Plasma vorhanden Faktor VII und startet so auf exogenem Weg die Blutgerinnung.
Kurzfassung auf Englisch: Factor-VII-activating protease (FSAP) is a novel serine protease which activates coagulation factor VII independently of tissue factor (TF). Additionally it can promote fibrinolysis as a potent activator of prourokinase. Due to its high binding affinity for glycosaminoglycans it has also been described as "plasma hyaluronan binding protein". Northern blot studies initially showed the expression of the protease in liver, skeletal muscles, kidney and pancreas.

In our study, we investigated the distribution of FSAP at the protein level in healthy and tumor tissues.

Using immunohistochemistry, more precisely the alkaline phosphatase anti-alkaline phosphatase (APAAP) method, we investigated the expression of the antigens in the tissues mentioned above using two monoclonal anti-FSAP antibodies. A positive cytoplasmic reaction was demonstrated in a multitude of healthy human tissues and in different types of urological tumors and different stages of development of the tumors that were analyzed.

Single cell-types like plasma cells exhibited a very high antigen expression in all analyzed organs.

Since such a broad spectrum of cells and tissues showed an expression, FSAP could not be used as a selection marker. We were unable to show any differences in expression and distribution of FSAP between the different tumor types. On the basis of our results, we cannot assume that FSAP could be a distinctive marker for certain tumors. Therefore the anti-FSAP antibodies can not be used either for immunological clinical diagnostics for various urological malignant tumors or for their prognosis.

In contrast to other typical hemostatic proteases the presence of FSAP in a high number of different cells and tissues suggests that this protease is widely spread. It is a ubiquitous protein with unknown intracellular localization. Further studies are required to show in which organs and cells FSAP is synthesized and into which cells and tissues it is taken up.

The details of the physiological functions of FSAP have not been clarified. The results of several studies suggest mainly a function in hemostasis. Possibly the protease which is present in the vascular endothelium gets into contact with factor VII in the plasma during injury and thereby activates exogenic blood coagulation.