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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5329/


Präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken : eine Umfrage unter schwangeren Frauen in Pakistan

Zubair, Fabian


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.382 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Geschlechtswahl , Spermienseparation , Ungleichgewicht der Geschlechter
Freie Schlagwörter (Englisch): sex selection , sperm sorting , gender preferences , sex ratio distortion
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatik , Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.01.2008
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 25.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Seit 1994 von der Ethik-Kommission der International Federation of Gynecologists and Obstetricians (FIGO) entschieden wurde, die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken zuzulassen, gehört dieses Thema zu den umstrittensten, auch im Hinblick auf die Gefahr einer demographischen Verschiebung und daraus resultierendem Ungleichgewicht der Geschlechter. Dazu müssten jedoch mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens müsste eine Präferenz für Kinder eines Geschlechts gegeben sein und zweitens müsste eine bedeutende Nachfrage für die präkonzeptionelle Geschlechtswahl mit Hilfe eines Verfahrens zur Spermienseparation bestehen. Um einen weiteren Beitrag zur Forschung des weltweit wachsenden Interesses für die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu leisten, führten wir eine Umfrage in Pakistan durch, die unserem Wissen nach erstmalig die Geschlechtspräferenz und die Nachfrage für eine präkonzeptionelle Geschlechtswahl unter der Bevölkerung Pakistans in der medizinischen Literatur zeigt. Methode: Es wurden 301 schwangere Frauen in Karachi, Pakistan zur Präferenz für Kinder eines Geschlechts und Interesse an einer präkonzeptionellen Geschlechtswahl befragt. Fünf medizinische Zentren wurden gewählt, die unterschiedliche sozioökonomische Schichten der Bevölkerung reflektierten. Die eingesetzten Fragebögen der Umfrage bestanden aus 17 Fragen. Ergebnisse: 41,5% der Befragten wünschten sich eine Familie mit gleicher Anzahl von Mädchen und Jungen. 3,3% wünschten sich nur Jungen, 1% nur Mädchen, 27,6% mehr Jungen als Mädchen, 4,3% mehr Mädchen als Jungen und 22,3% sagten, dass sie keine Geschlechtspräferenz hätten. Während 6,3% sich ein Verfahren zur Spermienseparation für eine Geschlechtswahl vorstellen konnten, war dies bei 76,1% nicht der Fall; 17,6% waren diesbezüglich unentschlossen. 27,2% hatten die Meinung, dass die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken legal sein sollte, 48,8% waren dagegen und 23,9% waren bezüglich der Legalisierung unentschlossen. Schlussfolgerung: Trotz statistisch signifikanter Präferenz für mehr Jungen unter schwangeren Frauen in Pakistan scheint die Zahl der Frauen, die die Hilfe eines Verfahrens für Spermienseparation in Anspruch nehmen würden, viel zu klein, um ein resultierendes Ungleichgewicht der Geschlechter mit Hilfe einer präkonzeptionellen Geschlechtswahl zu bewirken. Die Motivation für eine Geschlechtspräferenz lässt trotz all dem viele Fragen offen und sie sollte auch in Zukunft weiter beachtet werden.
Kurzfassung auf Englisch: Background: Since the decision of the ethic commission of the International Federation of Gynecologists and Obstetricians (FIGO) in 1994 to permit the preconception gender selection for non medical reasons, this issue is one of the most debatable, also in view of the risk of structural demographic change and subsequent gender imbalance. But this would only become possible, if at least two conditions would be fulfilled: First there must be a preference for children of a particular sex and secondly there must be a significant demand for the preconception gender selection with help of a sperm separation technique. As a further contribution in worldwide growing interest in research for preconception gender selection, we conducted a questionnaire based survey in Pakistan. To our knowledge, it is the first study in the medical literature that examines the gender preference and demand for sex selection among a population in Pakistan.
Method: 301 pregnant women in Karachi, Pakistan were asked about their gender-preference for children and about their interest in preconception gender selection. Five medical centres were included, reflecting different socioeconomic levels of the population. The questionnaire used for the survey contained 17 questions. Results: 41.5% of the participants said, they would prefer a family with an equal number of boys and girls. 3.3% would like to have only boys, 1% only girls, 27.6% more boys than girls, 4.3% more girls than boys and 22.3% stated that they do not care about the sex of their children in their family. While 6.3% could imagine using sperm separation technique for sex selection, 76.1% could not; 17.6% were undecided. 27.2% felt that sex selection for non-medical reason ought to be legal, 48.8% thought it shouldn t be legal, and 23.9% were undecided.

Conclusion: The number of pregnant women interested in preconception sex selection with the help of a sperm separation technique appears to be far too small to influence the demographic balance, although Pakistani women do show a statistically significant preference for boys. Therefore a resulting imbalance in sex-ratio through preconception gender selection is unlikely. In spite of everything, the motivation for a gender preference leaves many questions open and it must also be observed in future.