Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Heimatlose Klänge? : regionale Musiklandschaften ; heute ; [Referate der 12. ASPM-Jahrestagung vom 27. bis 29. April 2001 in Graz]

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Phleps, Thomas
Arbeitskreis Studium Populärer Musik


Originalveröffentlichung: (2002) Karben: CODA-Verlag


Helmut Rösing: Populäre Musik und kulturelle Identität. Acht Thesen.
Alfred Smudits: Die Kleinen und die Großen. Lokale und minoritäre Sounds und der globale Musikmarkt.
Werner Jauk: Pop - ein emotionales politisches Konzept.
Harald Huber: Griechischer Wein? Der Song als neue Heimat vielfältiger Kulturen.
Christoph Buß: "Rap op der Eck" - Rap in Köln. Regionale Bezüge einer urbanen Poesie.
Rajko Mursic: Local Feedback: Slovene Popular Music between the Global Market and Local Consumption.
Maximilian Hendler: Rhythmische Konstanten in der Popularmusik am Balkan.
Andreas Kisters: Neues aus dem Land der Troubadoure. Okzitanische Musikkultur heute.
Ekkehard Jost: Zur Musik südfranzösischer Manouches und Gitans.
Wolfgang Tozzi: Spanische Volkstraditionen in der Musik Kubas. Música campesina, música guajira.
Elisabeth Kolleritsch: Österreichs Jazzpresse zu Beginn der 1950er Jahre.
Bernd Hoffmann: Liebe, Jazz und Übermut. Der swingende Heimatfilm der 1950er Jahre.

Aus urheberrechtlichen Gründen stehen nicht alle Aufsätze online zur Verfügung.


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51759
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5175/

Bookmark bei del.icio.us


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikpädagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beiträge zur Popularmusikforschung ; 29/30
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Heimatlose Klänge? "Was ist das: Heimat - Polizeimat?" Oder vielleicht "etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat"? Von diesen sich auf der Rückseite des Mondes treffenden Außenansichten auf den Heimatbegriff (entnommen
Biermanns Bloch-Lied und Blochs Prinzip Hoffnung) um
Lichtjahre entfernt ist der bspw. aus bundesdeutschen Fernsehkanälen
schwappende Hochmut der Enge, der unterm Firmenzeichen
des Volkstümlichen und mit der ihm eigentümlichen Mixtur
aus Sentimentalität und Brutalität den Mief des Provinziellen zur
Heimat deklariert. Hier, in dieser alpinen oder meerumwogenen
Zurückgebliebenheit gibt es zwar die schöne Fremde (als Reiseziel
oder reizendes Ziel), nicht aber schöne Fremde, die man auch nur
annähernd so ernst nimmt wie sich selbst - heimatlose Gesellen
eben, mit denen auf (groß-)deutsche Art umzuspringen eine
Freude ist. Aber jenseits jeglicher Polemik:
Heimatlose Klänge? Das präventive Fragezeichen mindert nicht
die Gefahren, die sich hinter den semantischen Aufladungen
verbergen, die das eigentümliche deutsche Wort Heimat den
Übersetzungsversuchen in "fremde" Sprachen weitgehend entzieht.
Aber es gibt ein Leben (und Musik) jenseits der seit den
Jugendjahren der inzwischen verblichenen D-Mark mit komplementären
Heimatlosen wie Freddie besetzten Felder der Heimat -
in den Musiklandschaften Europas und anderswo. Welcher Art
hier die Wanderungen der Klänge sind, die Wirkungen und Auswirkungen
dessen, was meist dürftig als Akkulturationsphänomene
beschrieben wird, war Thema der ASPM-Jahrestagung, die vom
27. bis 29. April 2001 in Kooperation mit dem Institut für Jazzforschung
und der Lehrkanzel für Popularmusik der Universität für
Musik und darstellende Kunst Graz sowie der Internationalen
Gesellschaft für Jazzforschung in Graz stattfand.
tischen Entwurf Helmut Rösings umrissen und in den nachfolgenden
elf Beiträgen mit unterschiedlichen Akzentuierungen
entfaltet wird. Hier ist nicht der Ort, Forschungsergebnisse zu
resümieren oder auch nur zusammenzutragen, aber erwähnt
seien doch die Schnittpunkte, denen sich alle Beiträge mehr oder
weniger explizit zu versichern scheinen: Die Intensivierung weltweiter,
ökonomisch bedingter Abhängigkeitsverhältnisse genannt
Globalisierung unterbindet - entgegen aller Schreckensmeldungen
- durchaus nicht die komplexen Aneignungsprozesse
"fremder" Musik resp. den zwar gewinnbringenden, aber kostenfreien
Austausch von Musik. Die logische Voraussetzung derartiger
Aneignungsprozesse - dass die Musik (was immer sie auch sein
mag) weder eine nationale, noch eine internationale Sprache ist,
die ein jeder von Afghanistan bis Zaire gleichermaßen versteht -,
konkurriert freilich mit der Tatsache, dass die kulturindustrielle
Verbreitung aktueller populärer Musik nicht erst seit heute im
Weltmaßstab vollzogen wird und von Amerika bis Australien (auf)
alle noch so verständigen Ohren trifft, - Eine Dialektik, die es auszuhalten
gilt? Mehr dazu in dem exakt ein Dutzend Ansichten zu
den regionalen Musiklandschaften heute,
Einmal mehr werden die Beiträge abgerundet von der "www-
Rubrik", deren Daten, Fakten und Informationen - umsichtig und
engagiert wie immer - von Alenka Barber-Kersovan zusammengetragen
wurden.
Der vorliegende Band bietet eine Dokumentation der Tagung,
deren kritisch reflektierender Blick auf die dynamischen Prozesse
im Spannungsfeld zwischen regionalen und globalen Strömungen
eindringlich in dem zu acht Thesen verdichteten programmatischen Entwurf Helmut Rösings umrissen und in den nachfolgenden
elf Beiträgen mit unterschiedlichen Akzentuierungen
entfaltet wird. Hier ist nicht der Ort, Forschungsergebnisse zu
resümieren oder auch nur zusammenzutragen, aber erwähnt
seien doch die Schnittpunkte, denen sich alle Beiträge mehr oder
weniger explizit zu versichern scheinen: Die Intensivierung weltweiter,
ökonomisch bedingter Abhängigkeitsverhältnisse genannt
Globalisierung unterbindet - entgegen aller Schreckensmeldungen
- durchaus nicht die komplexen Aneignungsprozesse
"fremder" Musik resp. den zwar gewinnbringenden, aber kostenfreien
Austausch von Musik. Die logische Voraussetzung derartiger
Aneignungsprozesse - dass die Musik (was immer sie auch sein
mag) weder eine nationale, noch eine internationale Sprache ist,
die ein jeder von Afghanistan bis Zaire gleichermaßen versteht -,
konkurriert freilich mit der Tatsache, dass die kulturindustrielle
Verbreitung aktueller populärer Musik nicht erst seit heute im
Weltmaßstab vollzogen wird und von Amerika bis Australien (auf)
alle noch so verständigen Ohren trifft, - Eine Dialektik, die es auszuhalten
gilt? Mehr dazu in dem exakt ein Dutzend Ansichten zu
den regionalen Musiklandschaften heute,
Einmal mehr werden die Beiträge abgerundet von der "www-
Rubrik", deren Daten, Fakten und Informationen - umsichtig und
engagiert wie immer - von Alenka Barber-Kersovan zusammengetragen
wurden.
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand