Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Regionale Stile und volksmusikalische Traditionen in populärer Musik

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Rösing, Helmut
Arbeitskreis Studium Populärer Musik


Originalveröffentlichung: (1996) Karben: CODA-Verlag


Sabine Giesbrecht-Schutte: Bismarck-Lieder und Bismarck-Kult.
Projektgruppe V-Musik, Institut für Musikwissenschaft/ Musikpädagogik an der Universität Gießen: Volkstümliche Musik im Fernsehen.
Heide Pfeiler: "Austropop". Stationen der Entwicklung einer nationalen Pop- und Rockmusik.
Astrid Gonska: Die Bläck Fööss. Synthese von Volks- und Popmusik als Beispiel einer gesellschaftlichen Entwicklung.
Helmut Rösing: Was ist Populäre Musik? - Überlegungen in eigener Sache.

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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51675
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5167/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikpädagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beiträge zur Popularmusikforschung ; 17
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1996
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Das vorliegende Heft enthält die Schriftfassung von einigen der
Referate, die auf der Arbeitstagung des ASPM vom 10, bis 12, November
1995 in Schloß Rauischholzhausen gehalten wurden -
Tagungsstätte der Universität Gießen, deren Ambiente nun bereits
zum dritten Mal den architektonisch, landschafflich und musikalisch
höchst ansprechenden Rahmen für eine ASPM-Tagung abgegeben
hat.
Werden üblicherweise bei der Auseinandersetzung mit Rock, Pop
und Jazz anglo-amerikanische und afro-amerikanische Traditionslinien
in den Vordergrund der Aufmerksamkeit gerückt, geht es in
diesem Heft um die schwerpunktmäßige Auseinandersetzung mit
regionalen bzw. nationalen und volksmusikalischen Traditionen in
populärer Musik. Sabine Giesbrecht-Schutte zeigt auf, wie das
"Einhämmern" deutsch-nationaler Gefühle und Ideale Ober Dankeshymnen
an und Huldigungslieder auf Bismarck funktionierte.
Dabei darf die Rolle der auf textlichen und kompositorischen Klischees
gründenden Musik keinesfalls unterschätzt werden.
Bezogen auf die aktuelle Situation ist die Projektgruppe V-Musik
der Universität Gießen unter der Leitung von Ekkehard Jost der
Frage nachgegangen, welche Botschaffen von der volkstümelnden
Medienmusik im Fernsehen an die Bevölkerung übermittelt
werden. Eine fundierte Materialerkundung der Bild-, Text- und
Musikebene führt u.a. zu der Einsicht, daß auf allen Ebenen mit
stereotypen, nahezu beliebig austauschbaren Versatzstücken
gearbeitet wird. Deren Verankerung in der ursprünglichen Volksmusik
erweist sich als eher rudimentär, ihr Regressionspotential
jedoch als außerordentlich groß.
Am Beispiel von Austropop geht Heide Pfeiler der Verschmelzung
von Alpenländischer und Wiener Volksmusik mit den anglo-amerikanischen
Stilen der Rock- und Popmusik nach, Nachdem der
Begriff Austropop Anfang der 70er Jahre Schimpfwortcharakter
hatte, avancierte er im Gefolge der Dialektrocklieder mit spezifisch
österreichischem Flair zum Qualitätssigel. Für Deutschland
belegen die Ausführungen von Astrid Gonska über die Kölner
Rockgruppe "Bläck Fööss" einen ähnlichen Trend zur Synthese von
Pop- und Volksmusik, Karnevalistische Stimmungslieder im Blues-
Schema, Stilzitate aus allen möglichen populärmusikalischen
Traditionen und humorvolle Texte mit einer gehörigen Portion
Hintersinn ergeben einen unverwechselbaren Personalstil.
Der letzte Artikel ist der ASPM-eigenen Arbeit gewidmet. Wiederholt
sind wir darauf angesprochen worden, daß wir den Begriff
"Populäre Musik" allzuweit fassen würden, Zur Überprüfung und
Standortbestimmung habe ich darum eine Begriffsdefinition anhand
der einschlägigen Fachliteratur vorgenommen und - nachdem
sich hier eine Fülle verschiedener Definitionsansätze ergab -
diese an Beispielen aus dem aktuellen Diskurs durch empirische
Annäherung weiter zu spezifizieren versucht. Um das Hauptergebnis
vorwegzunehmen: Die nachweisliche Dynamik des Begriffs
rechtfertigt die Absage an musikstilistisch-normative Eingrenzungen
jeder Art.
Unübersehbar ist schließlich die Zunahme des Umfangs der "wo -
was - wer" - Rubrik mit ihren unterschiedlichen Sparten von Heft zu
Heft. Die sich darin dokumentierende Bereitwilligkeit, Daten, Fakten
und Informationen immer häufiger an die ASPM-Geschäffsstelle
zu melden, signalisiert uns, daß diese Form der Serviceleistung
bei den Lesern "ankommt".
Hamburg, April 1996, HELMUT BÜSING
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