Giessener Elektronische Bibliothek

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"Es liegt in der Luft was Idiotisches ..." : populäre Musik zur Zeit der Weimarer Republik ; vom 27. bis 29. Januar in Freudenberg

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Rösing, Helmut
Arbeitskreis Studium Populärer Musik


Originalveröffentlichung: (1995) Baden-Baden: CODA-Verlag

Ludwig Richter: Die Weimarer Republik - "eine Republik in der Krise"?
Boris Voigt: Kosmologie und Okkultismus im musikalischen Diskurs der Weimarer Republik.
Ludwig Stoffels: Masken, Tänze und mediale Reisen durch Raum und Zeit. Der Weg des Weimarer Rundfunks zum Unterhaltungsrundfunk
Heinz Geuen: "Das hat die Welt noch nicht gesehen": Kabarett, Operette und Revue als Embleme populärer Kultur der 20er Jahre.
Bernd Hoffmann: Alptraum der Freiheit oder: Die Zeitfrage "Jazz"
Erika Funk-Hennigs: Die Agitpropbewegung als Teil der Arbeiterkultur der Weimarer Republik.
Albrecht Dümling: Musikalische Verfahrensweise und gesellschaftliche Funktion: Hanns Eisler und der Jazz.
Georg Maas: Hanns Eislers Musik zu dem Film Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?
Fred Ritzel: "...vom Paradies ein gold´ner Schein" - Schlagerpräsentationen im Tonfilm der Weimarer Republik.

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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51650
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5165/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikpädagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beiträge zur Popularmusikforschung ; 15/16
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1995
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Noch nie waren die "Beiträge zur Popularmusikforschung" derart
umfangreich wie dieses Mal. Die Doppelnummer enthält alle Referate
der ASPM-Jahrestagung 1995 über "Populäre Musik zur Zeit
der Weimarer Republik". Mit dieser Doppelnummer soll darauf
aufmerksam gemacht werden, daß die Auseinandersetzung mit
populärer Musik Offenheit in mehrfacher Hinsicht erfordert: gegenüber
den verschiedensten musikstilistischen Bereichen ebenso
wie gegenüber der historischen Dimension, die die Grundlage
bildet für das Verständnis der aktuellen populären Musik.
Die von Bernd Hoffmann organisierte und koordinierte Tagung
wäre ohne maßgebliche finanzielle Unterstützung durch die Friedrich-
Ebert-Stiftung und die Jazzredaktion des WDR Köln nicht
möglich gewesen, Dafür sei dem Direktor der Gustav-Heinemann-
Akademie in Freudenberg ebenso nachdrücklich gedankt wie
dem Leiter der Jazzredaktion des WDR, Herrn Ulrich Kurth,
Ludwig Richter führt mit seinem Beitrag in die politischen Kulturen
und Mentalitäten der Weimarer Zeit ein. Sie waren Grundlage
eines jeden musikalischen Handelns und fanden im "Dritten Reich"
ihre katastrophale "Lösung", Boris Voigt stellt am Beispiel okkultlstischer
Spekulationen dar, wie sehr der musikalische Diskurs Jener
Zeit im Zeichen einer gesellschaftspolitischen Krise zu deuten ist.
Musik als nicht-diskursives Medium wird instrumentalislert, um
Ganzheitlichkeit, Geborgenheit und einen sinnstiffenden Weltgeist
dort zu suggerieren, wo Gesellschaft und Geschichte Ihre Verbindlichkeit
eingebüßt haben.
In dem Beitrag von Ludwig Stoffels geht es vorrangig um das neue
Medium Rundfunk. Zwar gründete das Radioprogramm auf den
vorhandenen Formen der traditionellen Musikkultur, geriet aber
rasch in den Sog einer Eigendynamik und wurde zum Instrument
von Unterhaltung und Berichterstattung, Über einen für den Unterhaltungssektor
besonders wichtigen und rezipientennahen Ausschnitt
aus dieser Musikkultur Informiert Heinz Geuen. Ein weiteres
Segment stellt Bernd Hoffmann vor, Er untersucht die Frage, was
Jazz für die Weimarer Zelt bedeutete. Besonders aufschlußreich
sind in diesem Zusammenhang Gesprächsnotizen des Pianisten
Georg Haentzschel - einem der wenigen noch lebenden Jazzmusiker,
der die Anfänge der Berliner "Hotszene" miterlebt hat.
Erika Funk-Hennigs zeichnet die politische und künstlerische Funktion
der Agitpropgruppen nach. In den 20er Jahren entwickelten
sich aus der Arbeiterbewegung heraus erstmals kollektiveProduktionsgemeinschaften,
die aktiv zum Kampf gegen Faschismus und
Kapitalismus aufriefen. Auch Hanns Eisler versuchte mit seiner Musikproduktion
diesem Anliegen gerecht zu werden. Das beschreibt
Albrecht Dümling am Beispiel der Balladen op. 18 unter
besonderer Berücksichtigung des Jazz. Diesem sprach Eisler eine
durchaus aufklärerische Funktion zu; seinen "Montage-Charakter"
und seine Improvisationsformen hielt er für sozial und ästhetisch
modellhaft. Ebenfalls Hanns Eisler gewidmet Ist der Beitrag von
Georg Maas. Er analysiert den Film "Kuhle Wampe" als Höhepunkt
einer politisch engagierten Filmkunst in der Endzeit der Weimarer
Republik.
Fred Ritzel schließlich untersucht breitenwirksame Aspekte des
Tonfilmschlagers zur Weimarer Zeit. Dabei geht es ihm vor allem
darum, aus dem Blickwinkel des Schlagers die Filmbotschaften als
Widerspiegelung nationaler Mentalitäten zu begreifen und als
Wünsche, Träume, Intentionen von Produzenten wie Rezipienten
an der "Massenkommunikationsfront " zu interpretieren.
Schließlich und letztlich: Nach dem Zuspruch, den die Informationsrubrik
"wo - was - wer" bei unseren Lesern gefunden hat, sind
wir In diesem Heft noch einen Schritt welter gegangen. Erstmals
haben wir Lehrangebote Ober Rock, Pop, Jazz und volkstümliche
Musik an deutschsprachigen Universitäten und Hochschulen im
Wintersemester 1995/96 hier aufgeführt. Wir hoffen, daß daraus
eine ständige Einrichtung wird und die Meldungen in Zukunft ungehemmter
als beim ersten Mal fließen, damit Jene Vollständigkeit
erreicht wird, von der wir dieses Mal leider noch ziemlich weit
entfernt sein dürften.
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