Giessener Elektronische Bibliothek

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Zur Tradition, Rezeption und Produktion von populärer Musik : 6 Referate zu einem Seminar des Arbeitskreises Studium populärer Musik, veranstaltet am 24. und 25. April 1987 im Hans-Breuer-Hof, Inzmühlen

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Rösing, Helmut
Arbeitskreis Studium Populärer Musik


Originalveröffentlichung: (1987) Hamburg : CODA-Verlag


Artur Simon: Afrikanische und indonesische Musik zwischen Tradition und Pop.
Paul Eigendorf: Lieder in den und über die ehemaligen deutschen Kolonien.
Winfried Pape: Populäre Musik und Jugend. Notizen zu aktuellen Studien.
Roland Hafen: Zur Eskapismus-Funktion in der Rockmusik-Rezeption.Ergebnisse einer Befragung jugendlicher Rockkonzertbesucher.
Johannes Imorde: Auswirkungen des Wandels im Medienbereich auf die Berufsbedingungen für Popularmusiker.
Dorothea Kaufmann: "Wenn Damen pfeifen gehen die Grazien flöten". Die Musikerin in der deutschen Tanz- und Unterhaltungsmusik des 19.Jahrhunderts.


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51560
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5156/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikpädagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beiträge zur Popularmusikforschung ; 02
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1987
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Nach der Tagung des Arbeitskreises Studium populärer Musik (ASPM) vom 21. bis
23. November 1986 im Hans-Breuer-Hof in Inzmühlen zu dem Thema "Ist Pop die
Volksmusik von heute?" fand am 24./25. April 1987 erneut eine ASPM-Tagung im
Hans-Breuer-Hof statt, diesmal jedoch ohne vorgegebenes Thema. Thematische Offenheit
birgt Wagnis und Chance zugleich in sich. Wagnis, weil Referate ohne thematische
Zentrierung leicht zur Reihung im unverbindlichen Nebeneinander geraten
können, Chance, weil Offenheit Raum läßt für unvorhersehbare thematische Bezüge.
Die Teilnehmer der Tagung verließen Inzmühlen mit dem Eindruck, daß das Wagnis
geglückt, die Chance genutzt sei - nicht zuletzt auch dank der inspirierenden
Atmosphäre des Tagungsortes. So fiel der Entschluß, einmal mehr die Tagungsbeiträge
festzuhalten nicht schwer, unbeschadet der Tatsache, daß diese Dokumentation
keinen Einblick in die vielen angeregten und anregenden Diskussionen zu geben
vermag.
Einer der Tagungsbeiträge knüpft inhaltlich dort an, wo die Diskussion der Frage
"Ist Pop die Volksmusik von heute?" (siehe Beiträge zur Popularmusikforschung 1,
1987) seinerzeit abgebrochen wurde: bei der Frage nach dem Verhältnis von Popmusik
und autochtonen außereuropäischen Musiktraditionen. Mit Beispielen aus Nigeria
und Westjava belegt Artur Simon, daß westliche Popmusik keineswegs - wie häufig
angenommen - regional eigenständige musikalische Traditionen verdrängen muß.
Im Gegensatz dazu gibt das Referat von Paul Eigendorf über das Liedgut in den
ehemaligen deutschen Kolonien einen ungeschminkten Einblick in die eurozentristische
Denkweise der Kolonialzeit. Lieder dienten hier vorrangig als Mittel der
Disziplinierung und der kulturellen Kolonialisierung von "unzivilisierten Wilden"
In zwei der Beiträge werden Aspekte der Musikrezeption angesprochen. Winfried Pape
setzt sich kritisch mit neuesten empirischen Daten zum Musik- und Freizeitverhalten
Jugendlicher auseinander. Während seine Ausführungen einen knappen Überblick
der Forschungs- und Problemlage vermitteln, befaßt sich Roland Hafen mit einer
Detailfrage: dem Verhalten von jugendlichen Rockkonzert-Besuchern, ihren Erwartungen,
Wünschen und Handlungen während des Konzertverlaufs. Auf der Basis umfangreicher
Befragungen analysiert er die Eskapismus-Funktion von Rockkonzerten zwischen
Traum und Wirklichkeit.
Die letzten zwei Beiträge sind den Berufsbedingungen von Musikerinnen und Musikern
gewidmet. Eine Skizze der aktuellen Situation im Popularmusikbereich gibt Johannes
Imorde: keine fertige Untersuchung, sondern ein Problemaufriß als Grundlage für
zukünftige Forschung. Das Referat von Dorothea Kaufmann über Damenkapellen im
19. Jahrhundert thematisiert die Stellung der Frau als Musikerin in ihrem gesellschaftlichen
Umfeld. Umfangreiches Quellenmaterial, erstmals vorgelegt in der
Oldenburger Examensarbeit von 1986, wird hier nach übergeordneten Zusammenhängen
interpretiert. Heraus kommt ein nicht gerade schmeichelhaftes Bild einer Männergesellsehaft,
die den Musikerinnen Aktionsraum fast nur im Dunstkreis des Anrüchigen
beließ.
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