Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51059
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5105/


Die Übertragungsgenauigkeit von okklusalen Verhältnissen in den Artikulator durch verschiedene Registriermaterialien

The accuracy of reproduction from jaw proportions in the articulator by different registration materials

Jansen, Stephan


Originalveröffentlichung: (2007) Giessen : VVB Laufersweiler 2007
pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.387 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5226-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 15.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden verschiedene Registriermaterialien auf ihre Übertragungsgenauigkeit beziehungsweise Eignung in bezug auf eine Reproduktion von Kieferrelationsverhältnissen bei voll bezahnten Modellen geprüft.

In einem ersten Versuchsteil wurden die verschiedenen Registriermaterialien (neben Wachsen und dem Abformgips außerdem Elastomere, und zwar bis auf Ramitec Penta® [einer Polyether-Bißregistrierpaste] ausschließlich schnellanbindende additionsvernetzende Silikone) auf ihre materialspezifische Übertragungsgenauigkeit unter rein labortechnischen Bedingungen geprüft. Von einer standardisierten Kiefersituation (respektive –modell) ausgehend wurden mit jedem Material zehn interokklusale Registrate angefertigt, wobei eine Stunde sowie 24 Stunden nach Aushärtung der hergestellten Registrate die sich aufgrund von Dimensionsänderungen ergebenden Abweichungen bei jedem Registrat zehnmal mittels digitaler Messuhren bestimmt wurden. Es zeigte sich, daß die Meßergebnisse in Abhängigkeit von der Konsistenz der Materialien einerseits sehr streuen, andererseits sich aber als zufriedenstellend oder auch als gut erwiesen.

Geringere Abweichungen waren sowohl eine Stunde als auch 24 Stunden nach ihrer Herstellung für die zehn aus dem Abformgips Snow White Plaster No. 2® erstellten Registrate im Vergleich zu denen aus den Wachsen Alminax Rite -Bite®, Alminax Full-Arch Kemdent®, Modellwachs rosa®, Kent Dental® Bisswällen respektive aus Regi Wax® angefertigten Registraten zu verzeichnen. 24 Stunden nach Registratherstellung traten außerdem größere Un¬genauigkeiten auf als eine Stunde nach Herstellung, und zwar insbesondere bei den aus rosa Modellierwachs, gefolgt von den aus Kent Dental® Bisswällen an¬gefertigten Registraten. Nur vergleichsweise gering oder unwesentlich waren hingegen die Unterschiede zwischen den Abweichungen bei den übrigen aus Wachsen und dem Abformgips angefertigten Registraten eine und 24 Stunden nach ihrer Herstellung.
Vergleichsweise bessere Resultate im Hinblick auf eine dimensionsgetreue Reproduktion von Kieferverhältnissen waren meist bei den aus elastomeren Mate¬rialien (zum großen Teil bei den aus härteren Silikonen) angefertigten Registraten zu verzeichnen. So ergaben die Messungen eine Stunde nach Herstellung bei den aus Futar D® angefertigten Registraten die geringsten Ungenauigkeiten, gefolgt von den aus Ramitec Penta®, Memosil CD® „neu“, Dimension Bite® und Memosil CD® „alt“ erstellten Registraten. Weiterhin zunehmend größere Abweichungen waren in der Folge bei den Registraten aus Memoreg C.D.®, Futar®, Registrado opak® -hart, Omicron Topas®, Silagum®, Regisil PB®, Registrado®, 3M® Bissregistrat, Regisil® und Stat BR KERR® zu verzeichnen.
24 Stunden nach Herstellung stellten sich besonders die aus Memoreg C.D.® sowie die aus Dimension Bite® und Futar D® angefertigten Registrate durch vergleichsweise gering festzustellende Fehler dar. Zunehmend größere Fehler wiesen hiernach die aus Omicron Topas®, Futar®, Memosil C.D.®, Ramitec Penta®, Memosil C.D.® „alt“, Silagum®, Registrado opak® -hart, 3M® Bissregistriermaterial, Regisil PB®, Stat BR KERR®, Regisil®, Kristall® und Registrado® angefertigten Registrate auf .

Darüber hinaus bestanden im Vergleich zu einer Stunde nach Registratherstellung bei den erneuten Messungen nach 24 Stunden größere Ungenauigkeiten, und zwar vor allem bei den aus Registrado®, gefolgt von denen aus Kristall® angefertigten Registraten. Dagegen waren Abweichungen im geringeren Maße, insbesondere bei den Registraten aus Memoreg C.D.® angefertigten Registraten zu verzeichnen. Die übrigen aus Elastomeren erstellten Registrate wiesen relativ geringe oder kaum Unterschiede in den Abweichungen zwischen einer Stunde und 24 Stunden nach ihrer Herstellung auf.


Im zweiten Versuchsteil der vorliegenden Studie wurden elastomere Bißregistrate unter praktischen Verhältnissen geprüft, wie es im zahntechnischen Labor der Fall ist. Die sich ergebenden Fehler beruhen so nicht mehr allein auf die materialspezifischen Eigenschaften des verwendeten Registriermaterials, sondern werden auch von der Abformtechnik, der Modellherstellung und den materialspezifischen Eigenschaften des hierbei eingesetzten Superhartgipses verursacht.

Die Abformungen beider Kiefer erfolgten mit der Korrekturabformung und mit der Doppelmischtechnik, die mit einem Superhartgips ausgegossen wurden. Die Übertragungsgenauigkeit der verwendeten Bissregistrate wurde nach einer Lagerungszeit von mindestens 24 Stunden geprüft. Dabei traten bei allen zehn geprüften Registraten aus Kristall®, Memosil C.D.® „neu“ und insbesondere auch bei jenen aus Futar D® – bei denen an sich gute Eigenschaften zu erwarten sind – angefertigten Registraten größere Ungenauigkeiten auf als unter rein labortechnischen Bedingungen. Etwas geringere aber überraschenderweise nicht signifikante Abweichungen ergaben sich für die aus Futar D® erstellten Registrate bei der Prüfung auf Kiefermodellen der Korrekturabformung als für die aus Memosil C.D.® „neu“ und Kristall® angefertigten Registraten . Von den geprüften Registraten auf Kiefermodellen der Doppelmischabformung zeichneten sich hingegen sogar die erstellten Registrate aus Memosil C.D.® „neu“ durch geringere Ungenauig¬keiten aus als jene aus Futar D® . Die aus Kristall® angefertigten Registrate zeigten hingegen auch hier wiederum größere Fehler. Keine Verbesserung im Hinblick auf die Übertragungsgenauigkeit ergab eine zusätzliche Prüfung bei den aus Futar D® angefertigten und beschnittenen Registraten.

Abschließend läßt sich sagen, daß bei harten Registriermaterialien, wie bei Futar D®, von dem sehr gute Eigenschaften zu erwarten sind, auf Gipsmodellen größere Fehler auftreten können als bei Registraten mit einer mittleren Konsistenz. Bei weichen Registraten, wie bei Kristall®, ist der Fehler hingegen erwartungsgemäß hoch. Die Abformtechnik zur Herstellung der Modelle spielt hierbei kaum eine Rolle.
Kurzfassung auf Englisch: In the context of the present study, various registration materials were tested with regard to their accuracy of reproduction and in relation to their suitability for reproducing jaw proportions in models with all their teeth.
In an initial part of the study the various registration materials (besides waxes and moulding plaster, elastomers and even Ramitec Penta® [a polyether bite impression paste], exclusively quick-bonding silicons that cross-link by addition) were tested for their material-specific accuracy of reproduction under purely technical laboratory conditions. Assuming a standardised jaw situation (or model), ten interocclusal impressions were prepared with each material, with the variations with every registration arising from changes in dimensions being determined ten times by means of digital gauges one hour and 24 hours after hardening of the impressions produced. It was shown that some of the measurement results were very scattered depending on the consistency of the materials but some were shown to be satisfactory or even very good.

Smaller variations were revealed both one hour and 24 hours after their production for the ten impressions made of Snow White Plaster No. 2® compared with those made of Alminax Rite-Bite®, Alminax Full-Arch Kemdent®, rosa® modelling wax, Kent Dental® occlusal templates or Regi Wax® waxes. Moreover, 24 hours after production of the impressions, greater inaccuracies were revealed than at one hour after production and in particular with the impressions made with the pink modelling wax, followed by Kent Dental® occlusal templates. However, the differences between the variations one hour and 24 hours after registration with the remaining impressions made of the waxes and plaster were comparatively small or insignificant.

Comparatively good results with regard to accurate reproduction of the dimensions of jaw proportions were mostly to be found with the impressions

made with the elastomer materials (especially with the harder silicons). Thus the measurements one hour after production gave the smallest inaccuracies with the impressions made of Futar D®, followed by those made of Ramitec Penta®, Memosil CD® “new”, Dimension Bite® and Memosil CD® “old.” Large and ever-increasing variations were shown (in order) in the impressions made of Memoreg C.D.®, Futar®, Registrado opak® - hard, Omicron Topas®, Silagum®, Regisil PB®, Registrado®, 3M® bite impressions, Regisil® and Stat BR KERR®.
24 hours after production, the impressions made of Memoreg C.D.® and those made of Dimension Bite® and Futar D® stood out especially thanks to the comparatively small errors that they revealed. After these, increasingly large errors were found in the impressions made of Omicron Topas®, Futar®, Memosil C.D.®, Ramitec Penta®, Memosil C.D.® “old,” Silagum®, Registrado opak® - hard, 3M® bite registration material, Regisil PB®, Stat BR KERR®, Regisil®, Kristall® and Registrado® .

In addition, compared with one hour after production of the impressions, with the measurements taken again after 24 hours, there were greater inaccuracies, in particular with the impressions made of Registrado®, followed by those made of Kristall®. On the other hand, variations on a smaller scale were shown in particular with the impressions made of Memoreg C.D.®. The other impressions made with elastomers showed relatively small or scarcely no differences in their variations between one hour and 24 hours after their production.


In the second part of the test in the present study, elastomer bite impressions were tested under practical conditions, as is the case in technical dentistry laboratories. The errors discovered are no longer seen to be based only on the material-specific properties of the registration material used but they are also caused by the moulding technique, the model production and the material-specific properties of the superhard plaster used with this.


The moulds of both the jaws were made with the corrective impression technique and the double-mix technique with casting with a superhard plaster. The accuracy of reproduction of the bite impressions used was tested after a storage period of at least 24 hours. Here greater inaccuracies appeared than under purely technical laboratory conditions in all ten of the tested impressions made of Kristall®, Memosil C.D.® “new” and in particular also in those made of Futar D® – with which in itself good properties are to be expected. Somewhat smaller but surprisingly insignificant variations arose with the impressions made of Futar D® in the test on jaw models with the corrective impression technique than with the impressions made of Memosil C.D.® “new” and Kristall® . Of the impressions tested on jaw models with the double-mix technique, however, the impressions made of Memosil C.D.® “new” actually stood out with their smaller inaccuracies than those made of Futar D® . The impressions made of Kristall®, on the other hand, showed greater errors here too. An additional test with the cut impressions made of Futar D® found no improvement in accuracy of reproduction.

In conclusion it can be said that with hard registration materials such as Futar D®, of which very good properties may be expected, greater errors may occur with plaster models than with impressions of an average consistency. On the other hand, with soft impressions such as Kristall®, the error is great, as is expected. The moulding technique used for the production of the models plays scarcely any part here.