Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-50956
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/5095/


Stellenwert der therapeutischen Herzkatheterinterventionen bei angeborenen und erworbenen Herzfehlern in den Jahren 1996-1998 am Kinderherzzentrum Gießen

Rank of therapeutic cardiac catheterization in congenital and acquired heart defects during the years 1996-1998 at the Kinderherzzentrum in Gießen

Franzen, Angelika geb. Jeblick


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.240 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Freie Schlagwörter (Deutsch): angeborene Herzfehler , Herzkathetertherapie , PDA , Coils , Stents
Freie Schlagwörter (Englisch): congenital heart defects , cardiac catheterization , PDA , Coils , stents
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Abt. Kinderkardiologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 26.11.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Von 1000 lebend geborenen Kindern leiden 8-10 an einem angeborenen Vitium. In den vergangenen Jahren ist der Stellenwert der durch Herzkatheter vermittelten Therapieoptionen ständig gestiegen. Viele Therapien haben sich bereits als gleichwertige Alternative zur chirurgischen Behandlung etabliert. Einige gelten bereits als Therapie der ersten Wahl. Im gleichen Maße, wie das Spektrum der katheterinterventionell vermittelten Therapiemöglichkeiten ansteigt, können chirurgische Eingriffe eingespart werden. Ziel der hier vorliegenden Arbeit ist es, den momentanen Stellenwert der herzkatheterinterventionellen Therapie anhand der in der Kinderkardiologie Gießen im Zeitraum von 3 Jahren durchgeführten Herzkatheterinterventionen aufzuzeigen und zu diskutieren.

Inzwischen wird die herzkatheterinterventionelle Therapie, wie bereits erwähnt, bei einigen Herzfehlern als Therapie der ersten Wahl angesehen, so z.B. bei der solitären Pulmonalklappenstenose (PVS). Dagegen stellen andere Herzfehler noch immer Herausforderungen in ihrer optimalen Behandlung dar.

Ballonangioplastien (BAP) der Aortenisthmusstenose (CoA) gelten heute beispielsweise bei Restenosen nach operativen Eingriffen als indiziert, bei nativen Aortenisthmusstenosen herrscht weiterhin Uneinigkeit über die optimale Therapie. Auch aortopulmonale Shunts und der persistierende Ductus arteriosus (PDA) gelten hinsichtlich der Ballondilatation oder Stentimplantation weiterhin als fragliche Indikationen, obwohl die interventionellen Ergebnisse immer bessere Erfolge aufweisen. So auch die im Beobachtungszeitraum untersuchten Interventionen am Kinderherzzentrum in Gießen. Insgesamt wurden im beobachteten Zeitraum 594 Patienten katheterinterventionell behandelt, ihr Alter lag zwischen einem Tag und 21 Jahren. Die Ergebnisse werfen überwiegend ein sehr positives Licht auf die verschiedenen herzkatheterinterventionellen Therapien. Bei den Interventionen, welche bereits allgemein als Therapie der Wahl akzeptiert sind, wurden auch in Gießen sehr gute Ergebnisse erzielt.

Bei allen in Gießen durchgeführten Interventionen kommt man, bei genauer Betrachtung und unter Berücksichtigung der alternativ zur Verfügung stehenden Möglichkeiten sowie der jeweils spezifischen Probleme der verschiedenen Herzfehler, auch bei den Interventionen mit nur mäßigem Langzeiterfolg zu dem Schluss, dass der jeweilige Therapieversuch lohnend war.

Die Interventionen führten in jedem Fall zu einer, wenn auch nur kurzfristigen, Verbesserung der klinischen Situation oder waren aufgrund der extrem niedrigen Komplikationsrate und dem Mangel an therapeutischen Alternativen gerechtfertigt.

Die Durchsetzung einer Kombination aus herzkatheterinterventioneller Therapie und operativen Verfahren zur Etablierung eines optimalen neonatalen Behandlungskonzeptes bei komplexen Vitien wird in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Weiterentwicklungen der Materialien mit „kindgerechten“ Implantaten sowie eine Optimierung der Technik, die „strahlenfreie“ Herzkatheterisierung mittels MRT können bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern die Gesamtprognose weiter verbessern.
Kurzfassung auf Englisch: Eight to ten out of 1000 newborns suffer from a congenital heart defect. In the past years cardiac catheterization has become a more and more accepted therapeutic modality. Several therapies are already established alternatives to surgical treatment. Some of them are even first choice therapies. To the degree that the choice of therapeutic catheterization modalities widens, surgical interventions can be avoided.

The objective of this study is to show and to discuss the present status of therapeutic cardiac catheterization, with reference to the number of cardiac catheterizations that have been carried out at the Kinderherzzentrum in Gießen, during a three years period.

Today, therapeutic cardiac catheterization is, like I said before, the first choice therapy for a number of cardiac defects, like for example pulmonary valve stenosis (PVS). However, there are still other cardiac defects where the optimal treatment still poses a challenge.

Restenosis after surgical intervention of aortic coarctation (CoA) is an indication for percutaneous balloon dilatation. Concerning native aortic coarctation, there is still controversy as to the appropriate therapy. In the same way, it remains uncertain if aortopulmonary shunts or patent ductus arteriosus (PDA) are indications for balloon dilatation or stent implantation, even though the success rate is getting higher.

This corresponds to the results obtained at the Kinderherzzentrum in Gießen. During the examined period, catheterization has been carried out in 594 patients aged between one day and 21 years. Our experiences were predominantly good and show the advantages of therapeutic cardiac catheterization. Concerning the already accepted first choice therapies, the results obtained in Gießen were good. Patients with severe PVS or pulmonary valve atresia (PVA) also showed satisfactory results. Surgical interventions could be completely avoided in some cases.

If we take a closer look at all interventions performed in Gießen, and take into account all other therapeutic modalities and the specific problems occurring with the different cardiac defects, we come to the conclusion that the respectively applied therapies were efficient. This holds also true for therapies with only moderate long-term success.

The interventions lead in every single case, at least to short-term improvement of the clinical situation. Or, they were justified by the low complication rate and the lack of therapeutic alternatives.

The establishment of a new, optimal method for treating newborns with complex heart defects will gain importance in the future. This new method should be a combination between therapeutic cardiac catheterization and surgical intervention. In order to improve general prognosis in children with heart defects in the future, focus should be layed on research and development of materials and implantations, which can be used in newborns, and on optimization of cardiac catheterization using MRT to avoid x-ray exposure.