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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-50894
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/5089/


Intrazerebrale Mikroblutungen unter Langzeittherapie mit oralen Antikoagulanzien vom Kumarintyp

Intracerebral microbleeds on long-term oral anticoagulant treatment

Höck, Michaela


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.221 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): intrazerebral , mikroblutungen , antikoagulation
Freie Schlagwörter (Englisch): intracerebral , microbleedings , anticoagulation
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik IV, Abteilung Hämotologie / Onkologie, Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.11.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 26.11.2007
Kurzfassung auf Deutsch: EINLEITUNG:

Hauptnebenwirkungen der Behandlung mit oralen Antikoagulanzien vom Kumarintyp sind Blutungen. Gefürchtet sind dabei vor allem Blutungen ins Gehirn. Untersuchungen diesbezüglich beziehen sich bisher nur auf relativ fatale und meist letal verlaufende intrakranielle Blutungskomplikationen. Ob allerdings auch vom Patienten unbemerkt intrazerebrale Mikroblutungen ablaufen, ist bisher nicht beschrieben worden. Diese mögliche Nebenwirkung soll in unserer Studie mit einer neuen MRT-Methode, der T2*-gewichteten Bildgebung, untersucht werden.


PATIENTEN:

Das Kollektiv setzt sich zusammen aus 26 Patienten, die orale Antikoagulanzien bereits längere Zeit einnehmen. Es wird dabei nach Dauer der oralen Antikoagulanzientherapie unterschieden zwischen Langzeitpatienten, d.h. Einnahme mind. 8 Jahre, und Kurzzeitpatienten, d.h. Einnahme max. 6 Jahre. Eine Kontrollgruppe (26 Patienten) ohne Einnahme gerinnungshemmender Medikation wurde ebenfalls mit der T2*-gewichteten MRT untersucht.


METHODEN:

Die Studie stützt sich in erster Linie auf eine MRT-Untersuchung. Mit der hämosiderinsensiblen T2*-gewichteten GE-Sequenz besteht die Möglichkeit, MR-tomographische Signalauslöschungen als Hinweis auf intrazerebrale Mikroblutungen mit hoher Sensitivität nachzuweisen. Weiterhin werden Gerinnungsparameter und anamnestische Angaben bezüglich erhöhter Blutungsneigung hinzugezogen, wenn sich der Hinweis auf eine stattgefundene Blutung durch die MRT-Aufnahme ergibt.


ERGEBNISSE:

1. In der Gruppe der Langzeitpatienten (Einnahme mind. 8 Jahre) konnten bei 5/15 der Patienten MR-tomographische Signalauslösungen als Hinweis auf Mikroblutungen nachgewiesen werden.

2. Bei den Kurzzeitpatienten (Einnahme max. 6) zeigten sich bei 5/11 der Patienten fokale Areale von Hypointensitäten in der MR-Aufnahme.

3. Bei der Kontrollgruppe ergab sich bei 8/26 der Patienten der Nachweis von MR-tomographischen Signalverlusten.

4. In Zusammenhang mit dem Auftreten von MR-tomographischen Signalauslöschungen als Hinweis auf Mikroblutungen scheint die Dauer der Therapie mit oralen Antikoagulanzien keine Rolle zu spielen, dagegen scheinen höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht und bestimmte Indikationen für die Behandlung (Vorhofflimmern, Thromboembolien) einen Einfluss auf die Entstehung von Mikroblutungen unter OAK zu haben.


FAZIT:

Bei 10/26 (39%) der oral antikoagulierten Patienten konnten in der T2*-gewichteten MR-Aufnahme Signalauslöschungen als Hinweise auf intrazerebrale Mikroblutungen festgestellt werden. Im Vergleich zu Kollektiven anderer Studien ist der Nachweis vom Signalverlusten in der T2*-gewichteten GE-Sequenz bei OAK-Patienten seltener im Vergleich zu Schlaganfall-Patienten, jedoch häufiger im Vergleich zur gesunden Bevölkerung. Somit ist nicht auszuschließen, dass Blutungen, die durch zerebrale Mikroangiopathien begünstigt werden, durch OAK verstärkt werden