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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/5069/


Die akute Aortendissektion Typ A nach Stanford : Eine Übersicht über Risikofaktoren und postoperatives Outcome

Nickel, Martin


pdf-Format: Dokument 1.pdf (271 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Aortendissektion , Stanford A , OP-Verfahren , Risikofaktoren , Outcome
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anaesthesiologie und Urologie, Klinik für Herz- Kinderherz und Gefäßchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.11.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 09.11.2007
Kurzfassung auf Deutsch: HINTERGRUND: Die akute Aortendissektion Typ A nach Stanford ist ein akutes lebensbedrohliches Krankheitsbild, welches erfolgreich chirurgisch therapiert werden kann. Dazu kommen zwei verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz: der suprakoronare Aszendensersatz und der Compositgraft.
FRAGESTELLUNG: Welche Faktoren bestimmen die Letalität im Zusammenhang mit den operativen Eingriffen? Stellt der ausgedehntere Eingriff Compositgraft selbst einen Risikofaktor für schlechtes postoperatives Outcome gegenüber dem „kleineren Eingriff“ suprakoronarer Aszendensersatz dar? MATERIAL & METHODIK: In dieser retrospektiven Arbeit wurden die Daten von 73 Patienten der Jahre 1999-2003 ausgewertet und die Patienten telefonisch befragt. Die Ergebnisse wurden mittels logistischer Regression, Chi-Quadrat-Test und Shapiro-Wilk-Test ausgewertet und mit der leaving-one-out-Methode validiert. Außerdem wurde der exakte Test nach Fisher und der t-Test verwendet. ERGEBNISSE: 19,71 % der Patienten (29 total) verstarben im Beobachtungszeitraum, davon 66% im unmittelbaren postoperativen Verlauf und 33% bis zur Nachuntersuchung. 65,8 % der Patienten waren Männer, 34,2 % Frauen.
SCHLUSSFOLGERUNG: Als unabhängige Risikofaktoren für schlechtes Outcome konnten die Länge des Kreislaufstillstandes, das Vorhandensein von Dyspnoe, Synkope bei Aufnahme und Schockzustand bei Aufnahme identifiziert werden. Dieselben Parameter stellen unabhängige Risikofaktoren für das unmittelbare postoperative Outcome dar. Die Verwendung von GRF-Kleber ist bei den Verstorbenen häufiger anzutreffen als bei den Überlebenden und die Verstorbenen hatten häufiger pulmonale Komplikationen im postoperativen Verlauf erlitten. Eine höhere Blutungsmenge verschlechtert, das Anlegen eines Cabrolshuntes vermindert die Blutungsmenge und verbessert so das postoperative Outcome. Eine reduzierte Ejektionsfraktion verschlechtert ebenso das Outcome wie eine mesenteriale Ischämie, aber auch lange Operationszeiten, intraoperative Bypassanlage und das Erleiden einer Niereninsuffizienz gehen mit erhöhter Sterblichkeit einher. Dabei erhöht das Erleiden eines postoperativen Nierenversagens die Letalität auf 70%! Ist eine Reoperation von Nöten, verschlechtert sich das Langzeit-Ergebnis wiederum.Die Ausgangsthese, dass der „kleinere Eingriff“ suprakoronarer Aszendensersatz auch mit geringerer Letalität einhergeht als der „grössere Eingriff“ Compositgraft, konnte widerlegt werden.
Kurzfassung auf Englisch: BACKGROUND: acute aortic dissection type a (stanford) is a life-threatening disease which should be treated by surgery. There are two surgical procedures: replacement on ascending aorta or composite grafting. QUESTIONS: Which factors influence mortality of patients undergoing surgery for acute aortic dissection? Have patients undergoing the “larger procedure”, composite grafting, also have a higher risk for poor postoperative outcome compared to the “smaller procedure”, ascending aorta replacement? MATERIALS & METHODS: In this retrospective study, 73 patients undergoing surgery for acute aortic dissection in 1999-2003 were analyzed statistically and also questioned by phone.
Results were statistically evaluated by logistic regression, chi-square-test, Shapiro-wilk-test and proved by leaving-one-out method. Fisher´s exact test and t-test were also used.
RESULTS: 19,71 % of patients (29 total) died during study period, 66% of them immediately during early postoperative course, 33% died until follow-up examination. 65,8 % were male, 34,2 % female.
CONCLUSIONS: Independent risk factors for poor long time survival are duration of circulatory arrest, dyspnoea and syncope or shock at the time of hospitalisation.
These parameters are also indepentend risk factors for poor postoperative outcome.
GRF glue was more often used in patients that died than in survivors. Pulmonary complications such as pneumonia were also more represented in the deceased group.
High bleeding lowers, the use of cabrol shunt and by this reducing the bleeding improves postoperative outcome. Reduced left ventricular ejection lowers long time survival aswell as mesenterial ischaemia, higher mortality is associated with long lasting operation time, the need for coronary vein bypass and renal impairment. Postoperative renal failure increases mortality to 70 %! The need for reoperation means also a poorer long time survival. Our initial suggestion, “the smaller operative procedure (ascending aorta replacement) goes ahead with a lower mortality than the larger operative procedure (composite grafting)”, was not confirmed.