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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-50261
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/5026/


Die Analyse individueller Krankheitsverläufe von Patienten mit atopischer Dermatitis : eine multivariate zeitreihenanalytische Studie

The analysis of individual progress of illness from patients with atopic dermatitis - a multivariate time series analysis

Koeth, Irina Barbara


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.075 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): atopische Dermatitis , Neurodermitis , psychosomatische Einflussfaktoren , Zeitreihe
Freie Schlagwörter (Englisch): atopic dermatitis , neurodermatitis , psychological effects , time series
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatische Medizin, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.06.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 19.09.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Hintergrund: Die atopische Dermatitis (AD) zählt zu den psychosomatischen Erkrankungen. Sie verläuft meist chronisch-rezidivierend und hat in den letzten Jahren durch eine steigende Inzidenz auf sich aufmerksam gemacht. Die Ätiologie ist weitgehend ungeklärt, so dass man eine multifaktorielle Genese mit genetischer Prädisposition annimmt. Neben immunologischen, neurovegetativen und hautphysiologischen Störungen spielen psychische Einflüsse für die Auslösung und den Verlauf eine entscheidende Rolle. Insbesondere werden hier emotionale Belastungssituationen und Veränderungen der psychischen Befindlichkeit diskutiert, für die sich bisher trotz eingehender Forschung differente, widersprüchliche und inhomogene Untersuchungsergebnisse ergeben haben.


Ziel und Fragestellungen: Anhand von acht Probanden mit atopischer Dermatitis wird untersucht, welche psychischen Einflussfaktoren mit welcher Intensität und zeitlichen Verschiebung auf den Hautbefall und den Juckreiz der Neurodermitiker auftreten. Zudem wird ihre Vorhersagekraft bezügliche der Konkurrenz zur Autokorrelation überprüft und schließlich wird die Frage nach den reaktiv auf den Hautbefall bzw. Juckreiz auftretenden Stimmungen beantwortet. Die Fragestellungen sind vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Forschungsstandes entwickelt worden.


Methodik: Für die systematische Untersuchung der acht Datensätze ist der Ansatz einer speziellen multivariaten Zeitreihenanalyse gewählt worden.

Mittels einem aus der Ökonometrie stammenden Verfahren werden Modelle für die Einzelpersonen gebildet, die das psychosomatisch-somatopsychische Verarbeitungsmuster der Neurodermitiker aufzeigen. Im Vordergrund stehen dabei die Berechnungen der Vektorautoregression und der Fehler-Korrektur-Modelle. Diese komplexen Methoden sind erstmals für eine solche Fragestellung unter alltäglichen Belastungen angewandt worden.


Ergebnisse: Die Studie ergibt keine eindeutigen für alle Probanden in gleicher Form und Ausmaß nachweisbaren Ergebnisse. Dennoch sind Gruppen mit gleichen psychologischen Einflüssen und/oder Folgen auf den Hautbefall bzw. Juckreiz der atopischen Dermatitis nachzuvollziehen. Die Variablen erklären in der Vektorautoregression zwischen 7% und 82% (Adj. R2) der Varianz des Hautbefalls und zwischen 4% und 75% (Adj. R2) der Varianz des Juckreizes. Mit den Fehler-Korrektur-Modellen werden im Durchschnitt 25% der Streuungen des Hautbefalls und 26% der Streuungen des Juckreizes (Adj. R2) aufgeklärt. developed against the background of the present state of research.

Insgesamt treten kurz- oder langfristig bei der Hälfte der Patienten psychosomatisch-somatopsychische Verarbeitungsmuster auf.


Diskussion: Es konnte gezeigt werden, dass individuelle Verarbeitungsmuster der Neurodermitissymptome vorliegen, es durchaus aber Gruppen mit parallelen Komponenten gibt.

Die Einzelfallanalyse der Zeitreihe kann unter nicht-experimentellen Bedingungen zeitliche Dynamiken und Zusammenhänge von psychischen und somatischen Variablen der atopischen Dermatitis evaluieren. Sie stellt einen Ansatzpunkt für die empirische Analyse von wenigen Fällen mit vielen Beobachtungstagen dar und kann Hypothesen sowohl hervorbringen als auch belegen.

Die angewandte Methodik der multivariaten Zeitreihenanalyse mittels Vektorautoregression und Fehler-Korrektur-Modell erfüllt in der vorliegenden Studie ihre Aufgabe sehr gut.
Kurzfassung auf Englisch: Background: The atopic dermatitis (AD) is a psychosomatic illness. Most of the time it runs chronically recurrent and in the last few years it has drawn attention because of its increasing incidence. The etiology is largely unknown so that a multifactorial genesis with a genetic predisposition is expected. Immunological, neurovegetative and physiological skin defects as well as psychological effects play an important role for the release and progress. Especially emotional stress situations and changes of psychological feelings have been discussed. Until now the research shows different, contradictory and inconsistent results.


Aim and questions: This analysis of eight patients with atopic dermatitis investigates different psychological effects, their intensity and postponement on skin lesions and pruritus of the persons concerned. Moreover it tests the strength of the predictors in competition to the autokorrelation and finally it inspects the reactions of the skin lesions and itching. The questions have been developed against the background of the present state of research.


Methods: The systematic investigation of the eight settings contains a special multivariate time series analysis.

With a method, coming from economic science, models for each person are designed. They show the patients psychosomatical-somatopsychological way of handling suffering under atopic dermatitis.

In this context especially vectorautoregression and vector-error-correction-models are worked out. These complex methods are used for the first time for such a question under daily routine.


Results: The study does not come to homogeneous results which can be proved for all the patients, but there are groups with similar psychological effects and/or consequences of the skin symptoms or itching. The variables explain between 7% and 82% (Adj. R2) of the variance of the skin lesions in the vectorautoregression and from 4% to 75% (Adj. R2) of the variance of itching. The vector-error-correction-models clarify an average of 25% of the variance of the skin lesions and 26% of itching (Adj. R2).
Discussion: On the one hand this investigation shows that individual handlings of the symptoms of atopic dermatitis exist, but on the other hand it also points out groups with similar components.

The single case study of the time-series can evaluate time dynamics and connections of psychological and somatical variables of atopic dermatitis. It represents a point of departure for the empirical analysis of a few people with a lot of observation days and it can create as well as confirm hypotheses.

The applied method of the multivariate time series analysis with the vectorautoregression and the vector-error-correction-model fullfills its purpose excellently.