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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-48041
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4804/


Untersuchung zur Wirkung von Boswelliasäuren auf die Überlebenszeit von Ratten mit C6-Gliomen

Rahmanian-Schwarz, Afshin


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.342 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Neurochirurgische Klinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.06.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 25.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Gliome machen etwa 45-55% der intrakraniellen Tumoren des Kindes- und Erwachsenenalters aus. Trotz erheblicher Weiterentwicklung der diagnostischen Verfahren, der operativen Techniken und Radiotherapie ist die Behandlung von malignen Gliomen bis heute noch unbefriedigend. Insbesondere hat die adjuvante Chemotherapie bisher versagt und konnte somit die Überlebenszeit von Gliompatienten nicht signifikant beeinflussen. Hier ist jedoch am ehesten eine Verbesserung der Behandlung der bösartigen Hirntumoren durch die Einführung neuer Substanzen zu erwarten.

Frühere Studien haben bereits eine konzentrationsabhängige Proliferationshemmung der Zellkulturen von Gliomzell- Linien durch den Einsatz des Phytotherapeutikums Boswelliasäure gezeigt. Darüber hinaus wurden in klinischen Studien eine Verbesserung des perifokalen Ödems sowie der klinischen Symptome der Patienten durch den Einsatz der Boswelliasäuren beobachtet.
Das Ziel der vorliegenden experimentellen Studie war es, den Einfluss der Boswelliasäuren auf die Überlebenszeit und die klinischen Symptome anhand eines Rattengliom- Modells in vivo zu untersuchen.

Weiblichen Wistar Ratten mit einem Gewicht von 200-250g wurden C6-Gliomzellen in den rechten Nucleus Caudatus implantiert und in vier randomisierte Gruppen aufgeteilt. Die Therapiegruppen wurden mit unterschiedlichen Medikamentendosen behandelt und mit der unbehandelten Kontrollgruppe verglichen.

Die Überlebenszeit der Ratten in der Gruppe mit der höchsten Medikamentendosis (3X240 mg/kg KG) lag mehr als doppelt so hoch wie die der Kontrollgruppe (P <0.05).

Darüber hinaus fand sich eine deutliche Verbesserung der Vitalität und des Gewichtes der Tiere, behandelt mit der höchsten Medikamentendosis (3X240 mg/kg KG) im Vergleich zu der unbehandelten Gliom-Gruppe.

Diese Daten demonstrieren die positive Wirkung der Boswelliasäuren auf die Rattengliome und repräsentieren eine neue Option in der Therapie humaner Gliome in der Zukunft. Um eine definitive Aussage zu machen sind jedoch noch weitere experimentelle Studien an humanen Gliomen notwendig.
Kurzfassung auf Englisch: Gliomas constitute the largest group of intracranial neoplasms accounting for 45-55% of the brain tumors in both children and adults. Despite remarkable progress in diagnostic imaging, microsurgical tumor removal techniques and radiation therapy, there are no satisfying results in malignant glioma therapy till now. Especially the adjuvant chemotherapy failed to date to influence survival time in glioma patient’s significantly.

Establishing additional substance might lead to an improvement results in malignant glioma therapy especially in this field.

Previous studies have shown a proliferation inhibiting activity of boswellic acids, an extract from gum resin in Glioma-cell cultures. In patients a significant reduction on perifocal edema by boswellic acids accompanied with a clinical improvement with malignant glioma was observed.

The aim of the present study was to elucidate a possible influence of the boswellic acids, which are constituents of an extract from gum resin on survival time and clinical state in vivo.

Female wistar rats weighting 200-250 g were treated with the drug 14 days after inoculation of C6 tumor cells into their right caudate nucleus and randomization into 4 groups. The treatment groups received different dosages and were compared to a control group without any additional treatment. Survival time of the rats in the highest dosage group (3X240 mg/kg body weight) was more than twice as long as in the control group (P <0.05). Furthermore we observed a significant improvement of animal’s vitality and weight, receiving the highest dosage of Boswellic acid (3X240 mg/kg body weight) in comparison with the control group.

These data demonstrate an influence of Boswellic acid in rat glioma and might represent a new therapeutic option on glioma treatment in man in future. Further experimental work on human gliomas is needed to definitively answer this question.