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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-47570
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4757/


Untersuchung zu Vorkommen und Bedeutung latenter Infektionen mit dem Felinen Leukämievirus (FeLV) bei Sektionskatzen

Suntz, Michael


Originalveröffentlichung: (2007) Giessen : VVB Laufersweiler 2007
pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.180 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Veterinär-Pathologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5172-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.06.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 05.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: 1. Der Literaturteil dieser Dissertation gibt den aktuellen Stand der Forschung über die Infektion mit dem Felinen Leukämievirus in Hinblick auf Klassifikation, Replikationszyklus, Epidemiologie, Prävalenz, Pathogenesemechanismen, Erkrankungen, Nachweismethoden und Unterschiede zu endogenen Retroviren wieder. Spezielles Augenmerk gilt dabei den Erkenntnissen zur latenten FeLV-Infektion.


2. Die eigenen Untersuchungen erstreckten sich auf 302 Sektionskatzen, die an das Institut für Veterinär-Pathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen im Rahmen der Routinediagnostik eingesandt wurden. Die Tiere wurden kontinuierlich und ohne Selektion in die Untersuchung einbezogen.


3. Eine seminested PCR zum Nachweis einer exogenen U3-Sequenz wurde unter modifizierter Verwendung von in der Literatur angebenen Primern etabliert und anschließend ebenso wie eine immunhistologische Untersuchung zum Nachweis einer FeLV-Infektion durchgeführt. Neben den Ergebnissen dieser beiden Untersuchungen zum FeLV-Status gingen anamnestische Angaben, pathologische Befunde, diagnostizierte Erkrankungen und Angaben über den Frischegrad der Tierkörper zum Zeitpunkt der Sektion in die Datenerfassung ein.


4. Die Daten wurden mittels verschiedener statistischer Verfahren unter Berücksichtigung des Signifikanzniveaus des jeweiligen Einzeltest (lokales Niveau) von p = 0,05 analysiert. Für die statistischen Berechnungen wurde die Stichprobenpopulation von den immunhistologisch FeLV-positiven Tieren bereinigt.


5. Nach den Ergebnissen dieser Untersuchung handelt es sich bei der latenten Verlaufsform mit 50 % Anteil an der gesamten Stichprobe um die häufigste Form der FeLV-Infektion.


6. Nichtvirale Infektionen traten signifikant häufiger bei latent infizierten Tieren im Vergleich mit der Stichprobenpopulation auf.


7. Signifikant seltener im Vergleich mit der Stichprobenpopulation traten bei latent infizierten Tieren traumatisch bedingte Todesfälle bei ansonsten gesunden Tieren und gastrointestinale Ulzerationen ohne gleichzeitiges Vorliegen einer Urämie auf.


8. Im Vergleich zur reinen Traumapopulation bestanden bei folgenden Erkrankungen oder Diagnosen signifikante Assoziationen mit der latenten FeLV-Infektion:
Follikeldepletion (Milz), Follikeldepletion (Lymphknoten), follikuläre Hyperplasie (Lymphknoten), Kardiomyopathien, nichtentzündliche Körperhöhlenergüssse, Otitiden, Wurmbefall, bakterielle Infektionen, Parvovirusinfektion, epitheliale Tumoren, Anämie, nichteitrige interstitielle Nephritis, eitrige Entzündung(en), Enteritiden (ohne feline infektiöse Panleukopenie), Nierentubulusverkalkungen.


9. Ältere Katzen waren signifikant häufiger latent FeLV-infiziert.


10. Männliche Tiere waren im Vergleich zu weiblichen Tieren signifikant häufiger latent FeLV-infiziert.


11. Diese Untersuchung ist als explorative Studie zu werten. Aus den statistisch signifikanten Assoziationen der latenten FeLV-Infektion mit bestimmten Erkrankungen kann nicht direkt auf einen ursächlichen Zusammenhang geschlossen werden.
Kurzfassung auf Englisch: 1. The review of the literature in this doctoral thesis displays the current knowledge of feline leukaemia virus research according to virus classification, life cycle, epidemiology, prevalence, associated diseases, pathogenesis, detection methods and differences to endogenous retroviral sequences. It emphasizes the knowledge about latent FeLV infection.


2. This study includes 302 necropsied cats that were sent for routine diagnostic purposes to the Institut für Veterinär-Pathologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Samples were taken continuously without preselection.


3. A seminested PCR for detection of an exogenous U3 sequence was established and performed by modified use of previously published primers. In addition, immunohistology was performed for exclusion of productive FeLV infection. Case histories, signalement, pathological findings and diseases as well as degree of deterioration were included in this study for statistical analysis.


4. Data were analyzed statistically with different methods. A p = 0,05 as niveau of significance was determined for the individual test. For statistical analysis the immunhistologically FeLV-positive cats were removed from the population.


5. The results of this study suggest that latency is the most frequent outcome of FeLV infection with a prevalence of 50 % in the population.


6. Non-viral infections occurred significantly more often in cats with latent FeLV infection when compared to the population.


7. Trauma and gastrointestinal ulcerations of non-uremic origin were significantly less frequent in cats with latent FeLV infection when compared to the population.


8. Compared to the trauma population, other diseases or diagnoses showed a significant association with latent FeLV infection: lymphoid depletion (spleen), lymphoid depletion (lymph nodes), follicular hyperplasia (lymph nodes), cardiomyopathies, fluids in body cavities (non-inflammatory), otitis, worm infestation, bacterial infection, parvovirus infection, epithelial tumors, anemia, interstitial nephritis, (multifocal) suppurative inflammation, enteritis (without feline infectious panleukopenia) and calcification of renal tubules.


9. Old cats showed significantly more often latent FeLV infections than young cats.


10. Male cats were significantly more often latently FeLV infected than female cats.


11. This study is an explorative investigation. The statistically significant associations are not to be interpreted directly as a causative linkage between the respective diagnosis and latent FeLV infection.