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Das Drei-Schluchten-Projekt und seine Auswirkungen auf die sozio-ökonomische Entwicklung im Xiangxi-Einzugsgebiet in der Provinz Hubei, VR China

The Three Gorges Project and its impact on the social-economic development in the Xiangxi River Catchment in the province of Hubei, P.R. China

Keil, Jens-Philipp


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-47036
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4703/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): China , Staudamm , Umsiedlung
Freie Schlagwörter (Englisch): China , dam , resettlement
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geographie
Fachgebiet: Geographie
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2002
Publikationsdatum: 20.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Das Drei-Schluchten-Projekt fand seine erstmalige Erwähnung im ´Plan zur Entwicklung der Industrie´, welcher vom ersten Präsident Chinas SUN YAT-SEN im Jahre 1919 verfaßt wurde. Mitte 1994 wurde, nach jahrzehntelanger Entscheidungsfindung mit dem Bau des Drei-Schluchten-Damms westlich der Stadt Sandouping begonnen.
Von diesem Zeitpunkt an zeichnete sich ein gravierender Wandel der bestehenden Bevölkerungs- bzw. Wirtschaftsstruktur in der gesamten Region bzw. den vom zukünftigen Reservoir betroffenen Kreisen ab. Das Xiangxi-Einzugsgebiet, welches den Untersuchungsraum der vorliegenden Arbeit bildet, wird aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Drei-Schluchten-Projekt (die Mündung des Xiangxi in den Yangtze befindet sich ca. 37 km
flußaufwärts vom Staudamm) direkt vom zukünftigen Reservoir betroffen sein. Dies hat dort bereits zu einem demographischen und ökonomischen Umstrukturierungsprozeß geführt. Das Ziel der Arbeit wurde folgendermaßen definiert:
Ziel der Arbeit ist eine regional auf das Einzugsgebiet begrenzte Studie der Effekte des Drei-Schluchten-Projektes auf die dortige sozio-ökonomische Entwicklung.
In der Arbeit wurden vor diesem Hintergrund die Auswirkungen auf die sozioökonomische
Entwicklung im Untersuchungsgebiet analysiert und reflektiert. Nachfolgend
werden die wichtigsten Ergebnisse, welche beim Erreichen dieses Zieles festgestellt wurden,
erläutert:
Die durchgeführten Untersuchungen bezüglich der sozio-ökonomische Entwicklung im Untersuchungsraum kamen zu dem Ergebnis, daß sich ein tiefgreifender sozioökonomischer Wandel vollzogen hat. Auf wirtschaftlicher Ebene konnte bis zum Jahre 1998 eine äußerst positiv verlaufende Entwicklung beobachtet werden. Das Untersuchungsgebiet befindet sich in einem Übergangsprozeß von einer Agrar- in eine Industriewirtschaft.
Diese Entwicklung wurde explizit seit 1993 durch das Drei-Schluchten-Projekt
und die daraus resultierenden Investitionen im Untersuchungsgebiet stimuliert.
Durch die seit 1993 enorm gestiegene Investitionstätigkeit kam es zu einem rapiden Anstieg des Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukts. Ab dem Jahre 1995 lag das Pro-Kopf-BIP sogar über dem Durchschnitt Gesamtchinas. An der wirtschaftlichen Entwicklung des Untersuchungsgebietes waren die verschiedenen Wirtschaftssektoren jedoch in unterschiedlichem Ausmaß beteiligt. Seit dem Beginn der Reformen im Jahre 1978/79 bzw. seit dem Baubeginn des Drei-Schluchten-Damms hat sich die Wirtschaftsstruktur
erheblich verändert. Da das Wachstumstempo des Sekundärsektors wesentlich höher
war, als dasjenige des Primärsektors, fiel der Anteil des Primärsektors am Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum 1993 bis 1998 von 40 auf 19,9 Prozent zurück, während der Tertiärsektor seinen Anteil nahezu halten konnte und der Beitrag des Sekundärsektor hingegen von 45,9 auf 65,7 Prozent stieg.
Der Übergangsprozeß von einer Agrar- in eine Industriewirtschaft spiegelt sich jedoch nicht anhand der Veränderung der Beschäftigungsanteile der verschiedenen Sektoren wider. So verzeichnet der tertiäre Sektor eine massive Zunahme hinsichtlich des Anteils an der Gesamtzahl der Beschäftigten. Nach wie vor arbeitet jedoch die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung im primären Sektor. Die rasche Entwicklung der ländlichen Unternehmen,
die sowohl Industriebetriebe, Unternehmen der Bauwirtschaft, als auch Dienstleistungsunternehmen
einschließen, ging auch mit einer zunehmenden Privatisierung von
Betrieben einher. Die zunehmende Privatisierung der Unternehmen bzw. die stetig wachsenden
Möglichkeiten zur Eigeninitiative der ansässigen Bevölkerung führte gleichzeitig
auch zu einer Zunahme der Erwerbstätigen in Privat- bzw. Individualunternehmen. Der mit der hohen Investitionstätigkeit eng verknüpfte rasche wirtschaftliche Aufstieg führte ergo auch zu Einkommenssteigerungen der Bevölkerung (Einkommenseffekt).