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Auswirkungen unterschiedlicher Trainingsformen - Kraft vs. Ausdauer – auf die Körperzusammensetzung und die körperlich - kardiozirkulatorische Leistungsfähigkeit übergewichtiger Frauen

Schulz, Christian


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Adipositas , Kraft , Ausdauer , Frauen , Körperfett
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Sportwissenschaft, Medizinisches Zentrum für Innere Medizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 22.05.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 06.06.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende experimentelle Studie über ein gesundheitsorientiertes Training in Verbindung mit einer entsprechenden Veränderung des Ernährungsverhaltens basiert auf den Ergebnissen von 61 Frauen im Alter von 23 bis 60 Jahren und einem mittleren Körpergewicht von 90 ± 18 kg.

31 Probandinnen trainierten 6 Wochen lang die Grundlagenausdauer und 30
Probandinnen folgten 6 Wochen lang einem Kraftausdauertraining. Neben dem Training wurden die 61 Probandinnen zweimal wöchentlich ernährungstherapeutisch von einer geschulten Ernährungsberaterin betreut.

Ergebnisse:

Beide Trainingsgruppen konnten in der recht kurzen Zeit effektiv Körpergewicht und Körperzusammensetzung positiv verändern. Während die Ausdauerprobandinnen mehr Körpergewicht reduzierten als die Kraftgruppe, hatten sie weniger Erfolg bei der Reduktion des Fettanteils. Vielmehr verloren die Ausdauertrainierenden einen erheblichen Anteil an
Magermassensubstanz.

Bei allen untersuchten kardio-zirkulatorischen und kardio-pulmonalen Parametern verbesserten sich die Ausdauertrainierenden stärker als die Kraftgruppe. Bezüglich Ruheherzfrequenz und Ruheblutdruck waren diese Unterschiede allerdings minimal und auch der größere Trainingserfolg bei der Vitalkapazität nicht signifikant. Die Ausdauerleistungsfähigkeit beim Ergometertest zeigte aber erhebliche Unterschiede. Besonders in den hohen Herzfrequenzbereichen (PWC 150, PWC 170) war die Belastbarkeit im Gruppenvergleich signifikant verschieden.


Der Trainingserfolg, also die positive Veränderung der Körperzusammensetzung, ist neben anderen Faktoren zu einem großen Teil von der Trainingshäufigkeit abhängig. So verloren diejenigen Probandinnen, die weniger als zweimal pro Woche trainierten, am wenigsten Körpergewicht und Körperfett. Bei den Kraftprobandinnen war zusätzlich ein direkter
Zusammenhang zwischen der Anzahl der absolvierten Trainingseinheiten und dem Magermassenaufbau zu erkennen. Bei den Ausdauertrainierenden hingegen war dieses Verhältnis eher umgekehrt: Die Probandinnen mit einer Trainingshäufigkeit von dreimal pro Woche verloren wesentlich mehr Magermassensubstanz als die Wenigertrainierenden. Erst
ab einer Trainingshäufigkeit von mehr als viermal pro Woche gelang es einigen Frauen, durch ein häufigeres und intensiveres Herz-Kreislauf-Training auch Magermassensubstanz aufzubauen.


Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die vorliegende Untersuchung gute richtungsweisende Erfolge erbrachte. Sie ermöglichte die genannten
Trainingsempfehlungen zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
verbunden mit einer Gewichtsabnahme der Fettmasse bei Erhalt bzw. sogar Aufbau der muskulären Magermasse bei adipösen Frauen.