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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-46895
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4689/


Zuverlässigkeit der Retention mit Cuspidretainer im Unterkiefer

Mavrommatis, Marinos


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Cuspidretainer , Index , Platz , Frontzahnstellung
Freie Schlagwörter (Englisch): cuspid retainer , index , space , anterior tooth position
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.04.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 29.05.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit war es, die Zuverlässigkeit des Cuspidretainers in Bezug auf die Stabilität der Zahnstellung im Unterkieferfrontzahnbereich nach einer kieferorthopädischen Behandlung zu ermitteln.
Das Untersuchungsgut bestand aus 300 Unterkiefergebissmodellen (3 Unterkiefergebissmodelle pro Patient) von 100 Patienten (51 weibliche und 49 männliche) der Poliklinik für Kieferorthopädie des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen, welche mit Cuspidretainer im Unterkiefer retiniert wurden. Der Cuspidretainer war nur an den Eckzähnen geklebt. Alle Patienten wurden mit Multibracket Apparatur ohne Extraktion von Zähnen behandelt. Das durchschnittliche Alter der Patienten zum Zeitpunkt vor der Behandlung (T1) betrug 11,9 Jahre, zum Zeitpunkt nach der Behandlung (T2) 14,8 Jahre und zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung (T3) 16,8 Jahre. Die aktive Behandlungsdauer der Patienten betrug im Durchschnitt 2,9 Jahre und die Retentionsdauer 2,0 Jahre. Die Unterkiefergebissmodelle wurden zu folgenden 3 Zeitpunkten ausgewertet: T1= Vor Behandlung, T2= Nach aktiver Behandlung (mit anschließender Retention mit Cuspidretainer), T3= Nach 2-jähriger Retention mit Cuspidretainer in situ. Die Veränderungen der Zahnstellung und der Platzverhältnisse im Zeitraum nach Behandlungsende bis 2 Jahre danach wurden ermittelt. Die Vermessungen der Unterkiefermodelle wurden nach den Methoden von BJERREGAARD et al. (1980) (Platz) und LITTLE (1975) (Index) durchgeführt. Für die Vermessungen diente eine Schieblehre mit Noniusanzeige. ’Platz’ und ’Index’ wurden in drei Kategorien eingeteilt. Die Untersuchung führte zu folgenden Ergebnissen: Im Untersuchungszeitraum T2-T1 (Behandlungszeitraum) kam es bei 60% der Probanden zu einer kleinen bis großen Vergrößerung des ’Platzes’ (mehr ’Platz’) von 0,6 mm bis 6,9 mm und bei 14% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des ’Platzes’ (weniger ’Platz) von 0,6 mm bis 4,1 mm. Bei 26% der Probanden lagen die Platzveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Weiterhin kam es bei 82% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des ’Index’ (weniger Irregularität) von 0,6 mm bis 16,5 mm und bei 1% der Probanden zu einer kleinen Vergrößerung des ’Index’ (mehr Irregularität) von 0,9 mm. Bei 17% der Probanden lagen die Indexveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Im Untersuchungszeitraum T3-T2 (Retentionszeitraum) kam es bei 3% der Probanden zu einer kleinen Verkleinerung des ’Platzes’ (weniger ’Platz’) von 0,6 mm bis 0,7 mm. Bei 97% der Probanden lagen die Platzveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches. Weiterhin kam es bei 5% der Probanden zu einer kleinen bis großen Verkleinerung des ’Index’ (weniger Irregularität) von 0,6 bis 1,1 mm und bei 19% der Probanden zu einer kleinen bis großen Vergrößerung (mehr Irregularität) von 0,6 mm bis 2,5 mm. Bei 76% der Probanden lagen die Indexveränderungen innerhalb des klinisch nicht bedeutenden Bereiches.
Schlussfolgernd konnte eine relativ hohe Zuverlässigkeit des Cuspidretainers festgestellt werden. Während der durchschnittlichen 2-jährigen Retentionszeit blieb die Zahnstellung bei 97% der Probanden beim ’Platz’ und bei 76% der Probanden beim ’Index’ stabil. Dies unter Berücksichtigung des klinisch nicht bedeutenden Bereichs einer Veränderung von +/- 0,5 mm beim ’Platz’ und von 0,0 mm bis 0,5 mm beim ’Index’. Die zwei Methoden ’Platz’ und ’Index’ ergänzen sich und sollten beide bei der Beurteilung des Frontzahnplatzes und der Frontzahnstellung verwendet werden.
Kurzfassung auf Englisch: The aim of this study was to assess the reliability of the cuspid retainer with respect to the stability of mandibular anterior tooth position after orthodontic treatment.
The material consisted of 300 mandibular dental casts (3 casts per subject) from 100 orthodontic patients (51 females and 49 males) treated at the Department of Orthodontics, University of Gießen and retained with a mandibular cuspid retainer bonded to the canines. All patients were treated non-extraction with multibracket appliances. The average age of the patients before treatment (T1) was 11.9 years, after treatment (T2) 14.8 years and at follow-up (T3) 16.8 years. The average period of active treatment was 2.9 years and of retention 2.0 years. The dental casts were examined at three occasions: T1= before treatment, T2= after treatment (followed by retention with a cuspid retainer), T3= after a retention period with the cuspid retainer of 2 years. During the retention period of 2 years the changes in position of the mandibular anterior teeth and the anterior space conditions were evaluated. The dental casts were analysed according to the ’BJERREGAARD’-method (’Space’) and the ’LITTLE’-method (’Index’). ’Space’ and ’Index’ were divided into three groups. The following results were obtained: During the active treatment period (T2-T1), 60% of the patients had a small to large increase of the ’Space’ from 0.6 mm to 6.9 mm and 14% of the patients had a small to large decrease of the ’Space’ from 0.6 mm to 4.1 mm. 26% of the patients had a not significant change of the ’Space’. Furthermore, 82% of the patients showed a small to large decrease of the ’Index’ (less irregularity) from 0.6 mm to 16.5 mm and 1 patient showed a small increase of the ’Index’ (more irregularity) of 0.9 mm. 17% of the patients had a not significant change of the ’Index’. During the follow up period (T3-T2) 3% of the patients had a small decrease of the ’Space’ from 0.6 mm to 0.7 mm while 97% of the patients had a not significant change of the ’Space’. Furthermore, 5% of the patients showed a small to large decrease of the ’Index’ (less irregularity) from 0.6 mm to 1.1 mm and 19% of the patients showed a small to large increase of the ’Index’ (more irregularity) from 0.6 mm to 2.5 mm. 76% of the patients had a not significant change of the ’Index’.
In conclusion it can be said, that the cuspid retainer exhibited a relatively high reliability. According to ’Space’ 97% and according to ’Index’ 76% of the patients showed a stable mandibular incisor position during an average retention period of 2 years. This when considering clinical not significant changes of +/- 0.5 mm with respect to the ’Space’ and 0.0 mm to 0.5 mm with respect to the ’Index’. The two methods (’Space’ and ’Index’) are complementary to each other and should be used together in the evaluation of anterior space and tooth position.