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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-46763
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4676/


Individuelle Vorhersage des Chemotherapieansprechens mittels in-vitro Chemosensibilitätstestung bei Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie

Lube, Rabea


Originalveröffentlichung: (2007) Giessen : VVB Laufersweiler 2007
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.397 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Kleintiere, Klinische Pathophysiologie und klinische Laboratoriumsdiagnostik; Zentrum für Innere Medizin der Universität zu Köln, Klinik I für Innere Medizin
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5145-7
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.04.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 21.05.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Hämatopoetische Neoplasien gehören sowohl beim Hund als auch beim Menschen zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Bei der Therapie dieser Erkrankungen hat die zytostatische Chemotherapie nach wie vor die größte Bedeutung. Allerdings zeigt sich das Problem, dass selbst bei identischer Diagnose das Ansprechen auf eine Chemotherapie sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die Ursache dafür liegt bei einem individuellen Resistenzverhalten eines jeden Patienten. Aus diesem Grund wurde die in-vitro Chemosensibilitätstestung entwickelt, um für jeden Patienten ein eigenes Chemosensibilitätsprofil erstellen zu können. Dadurch ist eine individuell abgestimmte Therapie möglich und unwirksame Behandlungen mit samt ih-ren Nebenwirkungen, Aufwand und Kosten können vermieden werden. Innerhalb der Ent-wicklungsgeschichte der in-vitro Chemosensibilitätstests hat sich gezeigt, dass der Differen-tial Staining Cytotoxicity (DiSC) Assay mit Gebrauch der Auswertungsmethode Chemosensibilitätsindex Ci bei Patienten mit akuten Leukämien die Methode der Wahl ist, um das Thera-pieansprechen vorherzusagen.

Im Rahmen dieser Arbeit sollte erstmals geklärt werden, ob dieses Testverfahren auch bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen anwendbar ist. Dazu wurde Blut von Humanpatienten mit chronischer lymphatischer Leukämie vom B-Zell Typ (B-CLL) untersucht.

Bei insgesamt 53 Patienten konnte eine klinische Korrelation zwischen in-vitro Vorhersage und dem Ansprechen der Therapie mit den Zytostatika Fludarabin bzw. Bendamustin durchgeführt werden. 41 der Patienten (77 %) wurden erfolgreich therapiert, bei zwölf der Patien-ten (23 %) hingegen versagte die Therapie. Mittels Chemosensibilitätsindex Ci wurde für alle beprobten Patienten das klinische Therapieansprechen richtig vorhergesagt. Sowohl Sensitivität, Spezifität, als auch die Vorhersagegenauigkeit lagen somit beim untersuchten Kollektiv bei 100 %. Der Zusammenhang zwischen der gewählten Vorhersagemethode und dem klinischen Ansprechen war höchst signifikant (p < 0,001). Diese signifikante Korrelation der in-vitro und in-vivo Daten eröffnet die Möglichkeit zukünftig nach dem Ergebnis der in-vitro Testung die Auswahl der jeweils wirksamsten Therapie zu stratifizieren.

Zusätzlich konnte dargestellt werden, dass die Ci-Methode im Vergleich mit untersuchten Blutparametern die stärkste prognostische Wertigkeit hat bezüglich der Vorhersage des klinischen Ansprechens (p < 0,001). Dies bestärkt, dass der Chemosensibilitätsindex Ci auch bei lymphatischen Leukämien die Methode zur Wahl zur Vorhersage des Therapieerfolges ist.
Kurzfassung auf Englisch: Haematopoetic neoplasia is one of the most frequent tumor diseases in dogs and humans. In terms of therapy cytotoxical chemotherapy is still the most important method. What can be seen as problematic for this method is that even with an identical diagnosis, the response of a patient to a chemotherapy can be very different. This is a result of the individual resistance of each patient. For this reason the in-vitro chemosensitivity testing has been developed in order to enable the creation of an individual chemosensitivity profile for each patient. Thus, an individual synchronised therapy is possible and ineffective treatments and their side effects, efforts and costs can be avoided. The history of development of in-vitro chemosensitiv-ity testing has shown, that the differential staining cytotxicity (DiSC) assay in combination with the evaluation methology chemosensitivity index Ci is the method of choice to predict treatment results for patients with acute myeloid leukaemia.

Within this study it will be clarified for the first time, whether this test method can also be used for patients with non-Hodgkin lymphoma. Therefore peripheral blood samples from hu-man patients with chronic lymphocytic leukeamia of the B-cell type (B-CLL) have been ana-lysed.
For 53 patients, a correlation between in-vitro prediction and clinical outcome of the therapy with the cytotoxic drugs fludarabine and bendamustine could be stated. For 41 patients (77 %) the therapy was effective, however for twelve patients (23 %) the treatment failed. By using the chemosensitivity index Ci, the clinical outcome was correctly predicted in all cases. Sensitivity, specificity and overall predictive accuracy were all 100 % in the test collective. The correlation between the chosen methology and the clinical outcome was highly significant (p < 0,001). This significant correlation between in-vitro and in-vivo data enables to stratify the option of the most effective treatment in the future.

In addition to that, it could be demonstrated, that in comparison to other analysed heamo-parameters the Ci methology has the strongest predictive validity concerning the prediction of the clinical outcome (p < 0,001). This confirms that the chemosensitivity index Ci is the method of choice to predict treatment outcome also for patients with chronic lymphocytic leukeamia.