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AML1-Amplifikation bei Kindern mit Akuter Lymphoblastischer Leukämie

Reichelt, Carsten Michael


pdf-Format: Dokument 1.pdf (933 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): AML1-Amplifikation , Akute Lymphoblastische Leukämie , Kinder
Freie Schlagwörter (Englisch): amplification AML1 gene , acute lymphoblastic leukemia
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Onkogenetisches Labor
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.03.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 02.05.2007
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurden 206 Kinder mit ALL auf das Vorliegen einer AML1- Amplifikation hin untersucht. Die Untersuchungsmethode war ein FISH-Screening mit der LSI TEL/AML1 ES Dual Color Translocation Probe (Abbott, Wiesbaden). Ergänzend erfolgte bei ausgewählten Patienten ein Vergleich mit der klassischen Zytogenetik. Insgesamt konnten acht Patienten mit dieser Aberration gefunden werden und bezogen auf die 201 im Jahre 2000 diagnostizierten Patienten, bei denen drei diese Veränderung zeigten, ergibt sich eine Inzidenz von 1,5 %.


Charakteristische FISH-Ergebnisse sind sieben oder mehr AML1-Signale pro Interphase. Es kommen sowohl clusterartige, als auch disseminierte Signalansammlungen vor. In der Metaphase verteilen sich die Signale auf ein normales Chromosom 21 und auf ein Chromosom mit aufgrund der Akkumulation verstärktem Signal.

Die häufige Translokation t(12;21)(p13;q22) und die AML1-Amplifikation, die beide mit der verwendeten Sonde nachweisbar sind, scheinen sich gegenseitig auszuschließen.


Zytogenetisch charakteristisch ist das Vorliegen eines Verlustes von einem normalen Chromosom 21 und das Auftreten von Markerchromosomen. Die erhobenen Befunde sprechen gegen eine bevorzugte Morphologie der Markerchromosomen. Die Chromosomenzahl liegt zwischen 45 und 49 und dabei kommen meist erhöhte Chromosomenzahlen vor.


Klinisch könnte es sich möglicherweise um einen prognostisch ungünstigen Subtyp handeln. Von den insgesamt älteren Patienten (Median 7,9 Jahre) hatten 62,5 % ein Rezidiv und die Hälfte verstarb. Die Rückfälle ereigneten sich jeweils innerhalb der ersten 32 Monate nach Diagnosestellung mit einer Tendenz zu frühen Rezidiven (Stand 2006).


Aufgrund dessen wäre möglicherweise ein gezieltes FISH-Screening und eine Aufnahme der Patienten in die Hochrisikogruppe sinnvoll, da sie durch die üblichen Diagnosemethoden nicht entdeckt werden können.
Kurzfassung auf Englisch: In this current study 206 children with ALL were screened for the existence of an amplification of the AML1 gene. The research was carried out using FISH screening with the LSI TEL/AML1 ES Dual Color Translocation Probe (Abbott, Wiesbaden). In addition, classical cytogenetics were performed on selected patients. In all, eight patients were discovered to have the aberration in question and among 201 patients diagnosed in the year 2000 three were found to carry the amplification, thus showing an incidence of 1.5 %.


Characteristic results of the FISH screening show seven or more AML1 signals per interphase. The signals are to be seen as clusters or as disseminated signals. In the metaphases the signals are localized on the normal chromosome 21 and a chromosome with one accumulated strong signal. Furthermore, it seems likely that the current translocation t(12;21)(p13;q22) and the amplification which are both detectable with this probe are mutually exclusive.


A cytogenetic characteristic of this group is the loss of a normal chromosome 21 and the appearance of marker chromosomes. The above findings show no preferable morphology of the marker chromosomes which were found to occur in different shapes and sizes. The number of chromosomes ranges between 45 and 49 whereby the higher number appears more frequently.


According to the follow up data one can assume that AML1 amplification seems to indicate a poor prognosis. Among those in general older positive children (median 7.9 years) 62,5 % relapsed and half of them died. In all cases relapses occured within 32 months after diagnosis (tendency for early relapses).


For this reason, FISH screening and a high risk treatment could possibly be adequate as these patients cannot be detected using the traditional diagnostic methods.