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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4543/


Radiologische Diagnostik der akuten Pankreatitis mittels Abdomen-CT im Vergleich zur Abdomen-MRT mit MRCP

Hahn, Vladimir


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Radiologie
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinikum Meiningen GmbH, Medizinische Klinik II
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.03.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 03.04.2007
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie wurden 23 Patienten mit akuter Pankreatitis ausgewertet, davon waren 16 Männer (69,6%) und 7 Frauen (30,4%). Das mittlere Alter betrug 50,6 Jahre.

Die beiden häufigsten Ursachen der akuten Pankreatitis waren bei 10 Patienten (43,5%) eine biliäre und bei 7 Patienten (30,4%) eine nutritiv-toxische Genese, sonstige zu Grunde liegende Auslöser waren selten. Frauen hatten zumeist eine biliär verursachte akute Pankreatitis (85,7%), Männer dagegen häufiger eine nutritiv-toxisch verursachte Pankreatitis (37,5%). Alle nutritiv-toxisch bedingten akuten Pankreatitiden betrafen Patienten mit regelmäßigem Alkoholabusus.

Die Patienten mit einer biliären Pankreatitis, deren Anteil am Gesamtkollektiv 43,5% betrug, wurden in 8 von 10 Fällen interventionell behandelt, die restlichen 56,5% der Patienten der Patienten mit nutritiv-toxischer, und sonstiger Genese dagegen ausschließlich konservativ. Die Ranson-Bewertung unserer Patienten betrug im Mittel 3,0 Punkte und war im Literaturvergleich, da es sich um ein gemischtes Kollektiv aus akut-ödematöser und nekrotisierender Pankreatitis handelte, relativ hoch. Sämtliche Patienten zeichneten sich durch erhöhte Lipase- und Amylase-Werte auf mindestens das 3-10fache des oberen Normbereiches aus. Es bestand keine Korrelation der Laborparameter zum Schweregrad der Erkrankung bzw. zum Ranson-Score. Dies wird in der Literatur so bestätigt.

In der Diagnostik zeigte das Abdomen-CT den Parameter Pankreasvergrößerung etwas häufiger als das MRT an. Veränderungen des peripankreatischen Gewebes, freie Flüssigkeitsansammlungen, Choledocholithiasis, Cholezystolithiasis und Gallengangserweiterungen waren jedoch im MRT ggf. in Kombination mit MRCP öfters nachweisbar. Beide Verfahren zeigten aber eine sehr gute Übereinstimmung bezüglich ihrer diagnostischen Verwertbarkeit. Bei acht Patienten wurde eine ERCP durchgeführt. Alle acht Patienten wurden aber auch im MRT mit MRCP sicher als Cholezystolithiasis-Fälle diagnostiziert.

Insgesamt lässt sich erkennen, dass die Kombination aus MRT und MRCP dem CT überlegen war. Weiterhin war der diagnostische Gewinn aus MRT und MRCP so hoch, dass eine diagnostische ERCP in keinem Fall notwendig war. Diese Studie demonstriert also, dass die MRT als Eingangsuntersuchung bei Patienten mit akuter Pankreatitis der CT-Untersuchung überlegen ist und diese ersetzen kann. Auf diese Weise können zum einen eine überflüssige Strahlenbelastung des Patienten und zum anderen aber auch durch die Möglichkeit der Durchführung einer MRCP unnötige ERCP-Untersuchungen vermieden werden und damit invasive Eingriffe eingespart werden.
Kurzfassung auf Englisch: Twenty-three patients, 16 men (69,9%) and 7 women (30,4%) with a mean age of 50,6% years who had acute pancreatitis were evaluated in the current study.
The most frequent causes for the disease were biliary in 10 (43,5%) and toxic-metabolic in 7 (30,4%), respectively, other causes were less freuent. Women exhibited mostly a biliary induced acute pancreastitis (85,7%), men showed a toxic-metabolic pancreatitis in the majority of cases (37,5%). All toxic-metabolic cases could be linkend to chronic alcohol abuse.
Patients with biliary induced pancreatitis, accounting for 43,5% of the study population were treated in 8 of 10 cases interventionally, whereas the remaining 56,6% of all patients with toxic-metabolic and other causes underwent conservative treatment exclusively.

The overall Ranson-score was 3.0. This relatively high score-compared to the literature was due to the mixed types of the pancreatitis being either acute-oedematous or necrotic. All patients treated at our institution had lipase and amylase levels which were 3 to 10 fold higher than the upper normal values. No correlation could be demonstrated between the elevation of serum values and either severity of the disease or the Ranson-score. This finding was confirmed by reviewing the literature.

Enlargement of the pancreas could be described more frequently by CT- than by MRI-scan. However, changes in the peripancreatic tissue, free fluid accumulation, necrosis,

Choledocholithiasis und widening of the biliary system were recognized more often by MRI-scan, with or without MRCP. Both methods exhibited avery high correlation. Eight patients underwent ERCP, these were diagnosed by MRI and MRCP to suffer from cholecystolithiasis before the intervention.

In general, the combination of MRI-scan and MRCP outperformed CT-scanning in the diagnosis of patients with acute pancreatitis, leading to the finding that diagnostic ERCP was not necessary in any of the cases.This study demonstrates clearly the diagnostic value of MRI-scanning as a firstline method to evaluate patients with acute pancreatitis, compared to CT-scans. Therefore, it is able to replace computed tomography in the diagnostic process of acute pancreatitis, thus avoiding radiation doses. Moreover, ERCP and other invasive procedures can be omitted by the utilization of MRCP.