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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-40794
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2007/4079/


Verfahrenstechnische und bauliche Planung sowie ökonomische Bewertung eines Aufzuchtbetriebes von Warmblutpferden in Deutschland

Procedural and structural planning as well as economical valuation of a breeding business of cross-bred horses in Germany

Rothenberger, Sven


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Landtechnik
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.12.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 12.01.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Für leistungsfähige Pferde mit positiven Eigenschaften wie Rittigkeit sowie korrektes und funktionelles Exterieur besteht in Deutschland ein interessanter Markt für den in Auswertungen von Auktionsergebnissen Preise von durchschnittlich 20.000 € nachgewiesen wurden. Im Wesentlichen erfolgt die Zucht des Deutschen Reitpferdes im Nebenerwerb auf landwirtschaftlichen Betrieben mit zum Teil nicht optimalen Voraussetzungen für eine Aufzucht von leistungsfähigen und gesunden Jungpferden.

Auf den biologischen und ethologischen Grundlagen für Pferde aufbauend, wird ein Modell eines Betriebssystems entwickelt, das für 20 Zuchtstuten Boxenhaltung und für 40 Jungpferde eine Gruppenhaltung mit je 10 Tieren vorsieht. Die Einzelboxen und auch die Laufställe sind mit entsprechenden Paddocks ausgestattet und für alle Pferde ist Weidegang vorgesehen. Darüber hinaus haben die Pferde zusätzlich leistungsorientierte Bewegung in einer Führanlage. Auf Basis einer Kostenschätzung nach DIN 276 werden für die einzelnen Bestanteile des Betriebsgebäudesystems die Investitionssummen und die daraus resultierenden Kosten ermittelt und den Prozessabschnitten zugeordnet.

Für das Modell des Jungpferdeaufzuchtbetriebes werden die erforderlichen Arbeitsvorgänge und Teilvorgänge ermittelt, um daraus den Arbeitszeitbedarf zu kalkulieren. Dieser umfasst 2.260 AKh/a für die Zuchtstuten, 880 AKh/a für die Jährlinge und 1.200 AKh/a für die Zweijährigen. Die Jahresgesamtarbeit und ihre Verteilung auf die Monate ermöglicht unter Beachtung der Routinearbeit zwei Arbeitskräfte mit gegenseitiger Vertretungsregelung voll ausgelastet in dem Betrieb zu beschäftigen.

In einer Plankostenrechnung (Kosten-Leistungs-Rechnung) werden für die Produktionsstufe Koppelweide und für die Prozessabschnitte Zuchtstuten, Jährlinge und Zweijährige die Produktionskosten (inkl. Faktorkosten) gesondert ermittelt und ausgewertet. Im Kosten-Leistungs-Vergleich wird deutlich, dass die eingangs ermittelten Auktionspreise einen Leistungsüberschuss, sowohl bei der Aufzucht von Fohlen, als auch von Zweijährigen (30 Monate) ermöglichen.

Ein Vergleich der für Grünland typischen Produktionsverfahren mit der Jungpferdeaufzucht, unter Vernachlässigung der öffentlichen Direktzahlungen, zeigt mit einer Grundrente von 620 €/ha für die Jungpferdeaufzucht deutliche Vorteile gegenüber den Spitzenbetrieben der Milchkuhhaltung mit 107 €/ha und der Mutterkuhhaltung mit -297 €/ha.

Anschließend wird anerkannt, dass die Jungpferdeaufzucht ein ökonomisch interessanter und landschaftserhaltender Betriebszweig für Grünlandstandorte ist, wenn das Betriebsgebäudesystem den Bedürfnissen von Tier und Mensch angepasst wird und ein Betriebsmanagement mit Koppelweide die pflanzenbaulichen Aspekte berücksichtigt.
Kurzfassung auf Englisch: There is an interesting market existing in Germany for well-performing horses with positive charateristics such as an excellent riding behaviour as well as correct and functional exterieur. Analysis of auction results proved average prices of EUR 20.000. Primarily, the breeding of the German Saddle-Horse occurs on the basis of a sideline in the agricultural business, to some extent with not very ideal conditions for the breeding of well-performing and healthy young horses.

Based on biological and ethnological foundation for horses, a plan for a an agricultural business is being developed which provides for the lodging of 20 brood mares in boxes and provides lodging for 40 young horses in groups of 10 horses of each group. The single boxes as well as the stables are equipped with appropriate paddocks. Furthermore, the horses are granted the possibility to use the feedlot. Due to the use of a guiding system, the horses have additionally achievement-oriented exercises. On the basis of a cost estimate according to DIN 276, the amount of the investments and costs resulting from them are determined for every single element of the premises so that the costs can be assigned for each segment of the process.

In relation to the exemplar of a breeding establishment for young horses, all necessary working processes are determined in order to calculate the demand of working hours. This comprises 2,260 working hours per annum for the brood mares, 880 working hours p.a. for the yearlings and 1,200 working hours p.a. for the two year old horses. The complete annual work and the repartition on the months facilitates the employment of two employees (taking routine work into account) with fully utilised capacity on the basis of a replacement rule.

In a planned cost calculation (cost-benefit calculation) the production costs (including factor costs) for the production stage feedlot/paddock and for the process stages brood mares, yearlings and two-year-old’s are determined and assessed separately The cost-performance comparison clarifies that the initially determined auction prices are offering a surplus of accomplishment with respect to the breeding of foals as well as the breeding of two year old horses (30 months).

A comparison of the production procedure - which is typical for grassland - with the breeding of young horses – disregarding the public direct payments – shows obvious advantages by gaining a rent charge of EUR 620 per hectare for the breeding of young horses in contrast to leading (agricultural) businesses with dairy cow husbandry, gaining EUR 107 per hectare and suckler cow husbandry, gaining EUR 297 per hectare.

Subsequently, it is visible that the breeding of young horses is an economically interesting and landscape-conserving branch of agricultural industry for grassland sites provided that the premises are adjusted to the requirements of animals and human beings; and an agricultural management with a paddock takes the crop-growing aspects into account.