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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-38706
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3870/


Ein Vergleich titannitritbeschichteter und Chrom-Cobalt-Molybdän beschichteter Knietotalendoprothesen : Aussagen zur Lebensqualität nach Knieprothesenimplantation

Titanium coated total knee prosthesis compared with Chrom-Cobalt-Molybdän prosthesis : Assessment of quality of life after total knee arthroplasty

Müller, Gabriele


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Knietotalendoprothese , Allergiepatienten , SF-36 , Lebensqualität
Freie Schlagwörter (Englisch): TKA , quality of life , allergy , SF-36
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Orthopädische Klinik der Pfeifferschen Stiftungen, Magdeburg
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.11.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 14.12.2006
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie wurden die klinischen Ergebnisse nach Implantation einer titannitritbeschichteten bikondylären Knieendoprothese (Typ Endoplus®) bei Allergiepatienten mit den Ergebnissen nach Implantation einer herkömmlich Chrom-Cobalt-Molybdän beschichteten Prothese bei Nichtallergiepatienten verglichen. Alle Patienten die einen Oberflächenersatz erhalten hatten wurden einem gesunden Kontrollkollektiv gegenübergestellt, um herauszufinden, inwieweit die Aktivitäten des täglichen Lebens durch die Implantation einer bikondylären Knieendoprothese beeinflusst werden.

Es wurden drei Personengruppen gebildet.

Gruppe A beinhaltet, aufgrund einer anamnestisch bekannten Metallallergie, die Implantation einer titannitritbeschichteten bicondylären Knieendoprothese. Gruppe B beinhaltet, bei negativer Allergieanamnese, die Implantation einer Chrom-Cobalt-Molybdän beschichteten Prothese. Beide Gruppen waren entsprechend dem Alter, dem Körpergewicht, der Körpergröße und Voroperationen gepaart worden. Das mittlere Alter der Patienten betrug in der Gruppe A 65,3 ± 8,6 Jahre und in der Gruppe B 64,6 ± 6,3 Jahre. Der Body-Mass-Index lag in der Gruppe A bei 31,7 ± 6 kg/cm² und in der Gruppe B bei 32,1 ± 5,9 kg/cm².

Die klinische Evaluation der beiden Patientengruppen erfolgte mit dem Knee Society Score (KSS) und dem Hospital for Special Surgery Score (HSS).

Die Gruppen A und B wurden im zweiten Teil der Studie mit einer Gruppe von Normalpersonen (Gruppe C) verglichen, die klinisch keine Kniegelenkarthrose besaßen. Diese Probanden der Gruppe C wurden bezogen auf das Alter, das Geschlecht, den Body-Mass-Index, die Sozialschichtzugehörigkeit, den Wohnsitz und Begleiterkrankungen aus dem Bundes-Gesundheits-Survey von 1998 rekrutiert und mit den Patienten der Gruppen A und B gepaart.

Die Allergiepatienten (Gruppe A), erreichten in den Scores funktionell schlechtere Ergebnisse als die Nichtallergiepatienten (Gruppe B).

Im Knee Society Score (KSS) erreichten die Patienten der Gruppe A mit 174,5 Punkten schlechtere Ergebnisse als die Patienten der Gruppe B mit 184,4 Punkten. Im Knie-Score des KSS erzielten die Patienten der Gruppe A 90,5 Punkte und die der Gruppe B 93,1 Punkte ohne den Hinweis auf eine Signifikanz. Im Funktions-Score des KSS zeigten sich statistische Unterschiede in den Kategorien „Gehstrecke“, „Treppensteigen“ und „Verwendung von Gehstützen“. Die Patienten der Gruppe A erreichten mit 84 Punkten signifikant schlechtere Ergebnisse als die Patienten der Gruppe B mit 91,3 Punkten.

Im Hospital for Special Surgery Score (HSS) erreichten die Patienten der Gruppe A mit 86,3 Punkten ebenfalls schlechtere Ergebnisse als die Patienten der Gruppe B mit 89,4 Punkten. Auch hier waren die funktionellen Aspekte entscheidend für die schlechteren Ergebnisse.

Die außerhalb der Scores betrachtete Schwellungsneigung war bei den Allergiepatienten der Gruppe A größer als bei den Nichtallergiepatienten der Gruppe B.

In der subjektiven Bewertung der Lebensqualität, in den Subskalen des SF 36, erreichten die Patienten der Gruppe A und B nach Knieendoprothesen-implantation in allen acht Skalen signifikant schlechtere Ergebnisse als die gesunden Normalprobanden der Gruppe C.

Ein Vergleich der Subskalen des SF-36 zwischen beiden operierten Patientengruppen, Gruppe A und B, ergab hingegen keine Unterschiede.

Anhand der Studie kann geschlussfolgert werden, dass Patienten nach Implantation einer Knieendoprothese bezüglich der Aktivität im Alltag gegenüber gesunden Probanden eingeschränkt bleiben.

Die Studie zeigte bei Allergiepatienten (Gruppe A), denen eine titannitrit-beschichtete Knieendoprothese implantiert wurde, schlechtere funktionelle Ergebnisse im Vergleich zu den Nichtallergiepatienten (Gruppe B,) die eine Chrom-Cobalt-Molybdän beschichtete Prothese erhielten.

In der subjektiven Bewertung bestanden hingegen keine Unterschiede zwischen den Patienten der Gruppe A und B.
Kurzfassung auf Englisch: The purpose of the current study was to investigate the subjective and clinical outcome of patients with hypersensitivity to metal. These patients received a titanium-nitrit-coated total knee prothesis and were compared with patients who did not have a history of hypersensitivity to metal and thus received a chrom-cobalt-molybdän prosthesis. The total knee prosthesis by Endoplus® was used in all patients.

The patients were matched with healthy subjects who did not show any clinical symptoms of osteroarthritis of their knees.

Group A comprised 79 prosthesis of patients with hypersensitivity to metall. These patients had a mean age of 65,3 ± 8,6 years and a mean body-mass-index of 31,7 ± 6 kg/cm². Group B included 76 prosthesis of patients without any history of hypersensitivity. The patients had a mean age of 64,6 ± 6,3 years and a mean body-mass-index of 32,1 ± 5,9 kg/cm².

The subjective and clinical evaluation for both groups were based on the Knee Society Score (KSS) and Hospital for Special Surgery Score (HSS).

Patients of both group A and B were compared with healthy subjects, who did not present clinical signs or symptomes of osteoarthritis of their knees. The subjects were collected from a database from 1998 of the Ministry of Health of Germany and matched with patients in accordance to their age, sex, body-mass- index, previous operations, social status and area of residence. The assessment of the health related quality of life of the patients and healthy subjects was based on the short form 36 (SF-36).

According to the Knee Society Score the patients of group A (174,5 points) showed inferior results in comparison with group B (184,4 points). The function score revealed 84 points for group A and 91,3 points for group B. Significant difference was found in the category “walking”, “stairs” and “walking aids”. In contrast no statistical difference was observed in the knee score.

In accordance to the Hospital for Special Surgey Score significant difference was found between group A (86,3 points) and group B (89,4 points). Again the category function caused the inferior results in group A.

Patients of group A reported a higher incidence of knee swelling in comparison with group B.

The subjective assessment based on SF-36 form showed in all subscales significantly inferior results of the patients (group A and B) in comparison with healthy subjects (group C). No difference was found between group A and B.
In conclusion of the current study patients do not return to the same level of quality of life during daily living in comparison with healthy subjects. Patients with hypersensitivity to metal showed inferior results in knee function, despite the usage of a titanium-nitrit-coated total knee prothesis.