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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-36031
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3603/


Über den Einfluss von Stress und Ablenkung auf das Lösungsverhalten von gesunden Probanden in Labyrinthaufgaben

Brodowski, Kai-Oliver


pdf-Format: Dokument 1.pdf (671 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Labyrinth , Stress , Ablenkung , Schizophrenie,
Freie Schlagwörter (Englisch): maze task , stress , distraction , schizophrenia
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychiatrie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.09.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 09.10.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Schizophrene Patienten zeigen Defizite in einer Reihe von psychologischen Untersuchungsverfahren kognitiver Prozesse. Es wird der Hintergrund der Schizophrenieforschung auf kognitionspsychologischer Basis dargestellt und in einen Kontext zur Untersuchung mit Labyrinthaufgaben gesetzt.

Ausgangspunkt der vorliegenden Studie sind die in vorausgegangenen Untersuchungen an Subgruppen von schizophren erkrankten Personen, abhängig von Erkrankungsdauer und Neuroleptikabehandlung, gefundenen Defizite beim Lösungsverhalten in unbekannten Labyrinthen. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist zu untersuchen, ob die Bearbeitung von unbekannten zweidimensionalen Labyrinthen durch die Induktion von sozialem Stress und die Reduktion von Aufmerksamkeitsressourcen durch die Einführung einer parallel zu bearbeitenden Zweitaufgabe bei gesunden Personen beeinflusst wird. Dabei interessierte, inwieweit mögliche Effekte einerseits von Eigenschaften des Labyrinthstimulus (Komplexität des Reizes und Existenz von Entscheidungspunkten) und andererseits von der Schwierigkeit der geforderten Bewegungen abhängen. Es soll eruiert werden, inwieweit aufgrund der gefundenen Verhaltensdaten Rückschlüsse auf die beteiligten kognitiven Prozesse von schizophren erkrankten gezogen werden können. In der vorliegenden Untersuchung wurden 88 gesunde männliche Personen untersucht, die Labyrinthaufgaben mit und ohne Stress bzw. mit und ohne eine parallel zu bearbeitende Zweitaufgabe durchführten. Stress und Ablenkung durch eine Zweitaufgabe wurden als unabhängige Faktoren realisiert, so dass sich 4 Substichproben mit jeweils 22 Probanden ergaben. Jeder Proband bearbeitete unterschiedliche Stimuli, die sich einerseits hinsichtlich ihrer Komplexität (einfache Pfadstimuli, Pseudo-Labyrinthe) und andererseits hinsichtlich des Auftretens von Entscheidungssituationen (Pseudo-Labyrinthe und Labyrinthe mit Verzweigungspunkten) unterschieden, sowohl unter einer leichten wie auch unter einer schwierigen Bewegungsbedingung (kleiner bzw. grosser Cursor).

Die Ergebnisse dieses 2x2x2x2-faktoriellen Versuchsdesign zeigen, dass Stress und Ablenkung bei der Bearbeitung von Labyrinthaufgaben zu einer Veränderung in den Leistungsmaßen führen. Unter der Ablenkbedingung verkürzt sich die Navigationszeit im Labyrinth. Unter der Stressbedingung kommt es zu einer Leistungsverbesserung hinsichtlich Qualität und Präzision. Dabei lässt sich weder durch Stress noch durch Ablenkung ein eindeutiges Störungsmuster induzieren, das dem Verhalten der verschiedenen Subgruppen schizophren erkrankter Personen entspricht.
Kurzfassung auf Englisch: Schizophrenic patients display deficiencies in a number of psychological methods of the analysis of cognitive functions. The background of schizophrenia research is shown based on cognitive psychology and put into context with examinations involving maze tasks.

Starting point of the present study are the deficiencies in solving unknown mazes found in previous examinations of sub groups of people suffering from schizophrenia, depending on duration of illness and treatment with neuroleptic drugs. The aim of the present study is to examine whether the handling of unknown two-dimensional mazes by healthy people is influenced by the induction of social stress and the reduction of attentiveness resources through the introduction of a parallel secondary task. Here it was of interest how much possible effects depend on characteristics of the labyrinth stimulus (complexity of the stimulus and existence of decision-making points) on the one hand and the difficulty of the expected movements on the other hand. It is to be established if and how well conclusions can be drawn from the behavioural data gathered impacting on the involved cognitive processes of people suffering from schizophrenia. The present study had 88 healthy men examined, who worked on maze tasks both with and without stress as well as with and without parallel secondary tasks. Stress and distraction by a secondary task were carried out as independent factors, resulting in 4 sub samples of 22 candidates each. Each candidate worked with different stimuli, which differed in complexity (simple pathway stimuli, pseudo labyrinths) on the one hand and with regard to the appearance of situations requiring decision-making (pseudo labyrinths, branch-off labyrinths) on the other hand, both under a simple as well as under a difficult movement condition (small and large cursor respectively). The results of this 2x2x2x2-factored experimental design show that stress and distraction while working on maze tasks lead to a change in performance measures. The distraction condition leads to a lessening of navigation time in the maze. The stress condition leads to an increase in performance with respect to quality and precision. An unambiguous disruption pattern which would correspond to the behaviour of the different sub groups of people suffering from schizophrenia can neither be induced through stress nor through distraction.