Die detaillierte Auswertung der zurückgesendeten Fragebögen bestätigte die zuvor aufgestellten Arbeitshypothesen weitgehend: Zahnärzte sowie Humanmediziner sind in hohem Maße arbeitsunzufrieden, wobei festgestellt werden konnte, dass sich die immense berufliche Unzufriedenheit direkt auf das Privat- und Familienleben der Zahn- und Humanmediziner sowie auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt. Die momentane negative Stimmung der Ärzteschaft kommt in zahlreichen Zitaten zum Ausdruck, die auch Resignation und Pessimismus ausdrücken. Die Ergebnisse zeigen somit, dass es nicht verwunderlich ist, wenn deutsche Zahnärzte und Ärzte ein überproportionales Suchterkrankungsrisiko aufweisen. Einem glücklichen und ausgeglichenen Privatleben ist ein hoher Stellenwert bei der Suchtprävention zuzuschreiben. In diesem Zusammenhang werden die Brisanz der Ergebnisse und deren möglichen Auswirkungen deutlich, umso mehr, wenn man bedenkt, dass das „Leiden“ der Ärzteschaft sich direkt und indirekt auf die Qualität der ärztlichen Versorgung in Deutschland auswirken könnte. ">
 

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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/3101/


Lebensqualität von berufstätigen Zahnmedizinern : eine Vergleichsuntersuchung zu berufstätigen Humanmedizinern

Quality of life in working dentists in Germany : A comparative study with working physicians

Beger, Jane Bianca


pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.876 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Lebensqualität , Zahnärzte , Humanmediziner , Arbeitszufriedenheit , Substanzabhängigkeit
Freie Schlagwörter (Englisch): quality of life , work satisfaction , dentists , physicians , impairment
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.05.2006
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum: 07.08.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Bis zum heutigen Zeitpunkt existieren kaum eingehende Untersuchungen zur privaten und beruflichen Lebensqualität von Zahnärzten, wobei über den Humanmediziner mittlerweile etwas mehr bekannt ist. Im Zuge der aktuellen Gesundheitsreform ist das Interesse an entsprechenden Ergebnissen immens gestiegen, da sich herausstellte, dass nicht nur Patienten unter den Veränderungen leiden, sondern in hohem Maße auch die Ärzteschaft.

Um den direkten Vergleich beider medizinischer Fachrichtungen zu ermöglichen, wurde im Sommer 2003 ein speziell entwickelter Fragebogen zur „Lebensqualität von Zahnärztinnen und Zahnärzten“ (Jurkat & Reimer, 2003) an 124 berufstätige Zahnärzte im hessischen Raum versandt sowie ein vergleichbarer Fragebogen zur "Lebensqualität von Ärztinnen und Ärzten" (Reimer & Jurkat, 2003) an 253 berufstätige Humanmediziner.

Die detaillierte Auswertung der zurückgesendeten Fragebögen bestätigte die zuvor aufgestellten Arbeitshypothesen weitgehend: Zahnärzte sowie Humanmediziner sind in hohem Maße arbeitsunzufrieden, wobei festgestellt werden konnte, dass sich die immense berufliche Unzufriedenheit direkt auf das Privat- und Familienleben der Zahn- und Humanmediziner sowie auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt. Die momentane negative Stimmung der Ärzteschaft kommt in zahlreichen Zitaten zum Ausdruck, die auch Resignation und Pessimismus ausdrücken. Die Ergebnisse zeigen somit, dass es nicht verwunderlich ist, wenn deutsche Zahnärzte und Ärzte ein überproportionales Suchterkrankungsrisiko aufweisen. Einem glücklichen und ausgeglichenen Privatleben ist ein hoher Stellenwert bei der Suchtprävention zuzuschreiben. In diesem Zusammenhang werden die Brisanz der Ergebnisse und deren möglichen Auswirkungen deutlich, umso mehr, wenn man bedenkt, dass das „Leiden“ der Ärzteschaft sich direkt und indirekt auf die Qualität der ärztlichen Versorgung in Deutschland auswirken könnte.
Kurzfassung auf Englisch: Until today hardly any detailed studies exist on the private and professional quality of life in dentists, although some information does exist on the quality of life in physicians.

In the course of the current reform of the German health care system, the interest in such results has risen, because not only patients are affected, but to a considerable degree, the medical profession also suffers from these changes possibly contributing to a shortage of dentists and physicians in the future.
To compare these medical professions, the specifically developed Questionnaire on the Quality of Life of Dentists (Jurkat & Reimer, 2003), and the comparable Questionnaire on the Quality of Life of Physicians (Reimer & Jurkat, 2003) were used together with the SF-36 Health Survey and were sent to 124 dentists and 253 physicians. The evaluation of the returned questionnaires (dentists n=51; physicians n=71) indicates a high degree of professional discontentment, which directly seems to affect negatively the private and family lives of the two samples and seems to impair their physical and mental health. In numerous quotations, resignation and pessimism were expressed.

The fact that happy and balanced private lives can contribute, for example, to the prevention of addiction, has already been described in published literature. Also, improved professional satisfaction could have a positive effect on the quality of medical treatment, as well as the medical attendance of the patients and reduce the risk of malpractice. This clarifies the possible significance of the results presented in this study.